Attack – Unsichtbarer Feind

Attack – Unsichtbarer Feind

Inhalt:

In dem exklusiven, abgelegenen und zugeschneiten Wintersportgebiet Roaring Fork in Colorado untersucht Corrie Swanson, eine Studentin der Kriminologie, widerrechtlich die exhumierten Leichen von Minenarbeitern, die im späten 19. Jahrhundert durch den Angriff eines Grizzlybären gestorben sein sollen – und kommt wegen Leichenschändung ins Gefängnis.

Special Agent Aloysius Pendergast vom FBI bricht seinen Urlaub an der Cote d’Azur ab und reist nach Roaring Fork, um seinem Schützling Corrie zu helfen und bei Nachforschungen zu unterstützen.

Als Corrie ihre Untersuchungen fortsetzen kann, findet sie heraus, dass die Knochen keine Spuren eines Bärenangriffs aufweisen, sondern von stumpfen Werkzeugen und eines menschlichen Gebisses. Bei weiteren Nachforschungen kommt sie einem seit langem gut gehüteten und schockierenden Geheimnis so nahe, dass ein Killer ihr Leben bedroht.

Zur selben Zeit geschehen abartige Morde in dem Ort: ein Brandstifter sperrt seine Opfer in Häuser ein und verbrennt sie bei lebendigem Leib. Die örtliche Polizei ist dem Problem jedoch nicht gewachsen, und bittet Pendergast, der vermutet, dass noch weitere Morde passieren werden, um Hilfe.

Bald stellt sich heraus, dass die Morde aus dem späten 19. Jahrhundert und die Brandstifer-Morde eng miteinander zusammenhängen.

Meine Meinung:

Attack – Unsichtbarer Feind“ ist ein unterhaltsamer Roman aus der Pendergast-Reihe, der mehrere Parallelen zu „Ritual“ aufweist, so ist es z.B. wieder ein abgelegener Ort, in dem zwar kein Sandsturm, aber ein Schneesturm wütet.

Überwiegend spielt Corrie den Hauptcharakter, während Pendergast eher zurückhaltend und anfangs unmotiviert wirkt. Auch – wie aus anderen Roman der Reihe gewohnt – drängt er sich nicht auf, um den Fall zu lösen, sondern muss geradezu von dem Polizeichef überzeugt werden zu helfen. Ein Umstand, der wahrscheinlich von den Ereignissen aus „Fear“ herrührt, von denen Pendergast noch ziemlich getroffen ist – deswegen sein ausgedehnter Urlaub – und erst langsam, nach und nach, wieder zu dem motivierten FBI-Agent wird, den man gewöhnt ist.

Was auf jeden Fall stark hervorsticht, ist, dass Pendergast in „Attack“  tatsächlich am Ende Gefühle zeigt – das ist bis jetzt nur sehr selten vorgekommen.

Corries Verhalten ist manchmal unverständlich und zum ärgerlich machen. Sie wird zwar ganz gut als unsicher und unreif beschrieben – was wahrscheinlich von früheren Demütigungen herrührt -, doch das daraus resultierende Verhalten, ihre Neigung zu ständig unüberlegten und impulsiven Handlungen, die sie immer wieder in Schwierigkeiten oder peinliche Situationen bringen, sind für eine Kriminologie-Studentin stark negativ übertrieben.

Als nette Zugabe enthält „Attack“ noch eine mit der Handlung verknüpfte kurze Sherlock Holmes Geschichte, die nicht nur zeigt, wie ähnlich sich Pendergast und Holmes sind, sondern noch dazu neugierig macht, auch Sherlock Holmes Geschichten zu lesen.

Es gibt zwei parallele Handlungsstränge, zum einen um das Aufdecken der Morde aus dem späten 19. Jahrhundert, und zum anderen die Ermittlungen um den Fall der abgebrannten Häuser samt ihren Bewohnern, die am Ende nachvollziehbar und logisch zusammenlaufen.

Das Tempo der Handlung ist etwas gemäßigter als bei früheren Bänden der Reihe, was der Handlung aber nicht abträglich ist. Der Schreibstil ist flüssig und kurzweilig.

Der Spaß des „Miträtselns“, wer der Brandstifter ist, fällt hier allerdings etwas mager aus, da der Täter relativ früh zu erkennen ist. Dennoch gibt es für den Leser noch herauszufinden, was es mit den Minenarbeitern und dem Zusammenhang zwischen beiden Mordfällen zu tun hat. Und am Ende gibt es neben dem imposanten Showdown – der ein bisschen kurz ausfällt – auch eine überraschende Wendung.

Fazit:

Interessante und unterhaltsame Geschichte, mit einem etwas gemäßigteren Tempo. Einige Szenen sind sehr eindrucksvoll, andere weisen schon auf zukünftige Bände der Pendergast-Reihe hin. Alles in Allem ist „Attack“ wert gelesen zu werden.

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