Cult – Spiel der Toten

Cult - Spiel der Toten

Inhalt:

Als der bekannte Journalist William Smithback an seinem ersten Hochzeitstag von seinem Nachbarn Colin Fearing grausam ermordet wird und der Täter ohne Probleme verschwinden kann, beginnen Dr. Nora Kelly – Smithbacks Ehefrau -, Special Agent Pendergast vom FBI und Lieutenant Vincent D’Agosta – beide Freunde des Opfers – zu ermitteln. Doch der Täter, der eindeutig von den Nachbarn als Fearing identifiziert worden ist, hat bereits vor Wochen Selbstmord begangen, was nachweislich bestätigt wird. Hinzu kommt, dass Fearing den Tatort auf ungewöhnlich rituelle Weise gestaltet hat.

Durch die Suche nach Hinweisen zur Lösung des Falles, stößt Dr. Kelly auf Smithbacks aktuelle Zeitungsartikelreihe, bei der es sich um eine etwas Ähnliches wie Voodoo praktizierende Sekte handelt, die seit langer Zeit vollkommen zurückgezogen und isoliert an einem Ort namens das „Ville“ in einem Parkanwesen von Nord-Manhattan lebt und dort bestialische Tieropfer durchführt, was die Nachbarn und eine kampfeslustige Tierschutzorganisation enorm schockiert und zum radikalen Handeln gegen das „Ville“ bewegt.

Nachdem Smithback plötzlich auf einer Feier auftaucht und eine Reporterin ermordet, seine Leiche unauffindbar ist, weitere unerklärliche und von angeblichen Zombies begangene Morde geschehen, wird durch die Presse die Vermutung verbreitet, ob es vielleicht tatsächlich Zombies gibt.

Aufgrund des Motivs, nämlich Smithbacks Zeitungsartikelreihe, und da die rituellen Gegenstände der Sekte den bizarren Gegenständen ähneln, die am Tatort gefunden worden sind, wächst der Verdacht stetig, dass das „Ville“ hinter dem Mord an Smithback steckt. Als dann noch Nora Kelly entführt wird und sich eine Massendemonstration gegen das „Ville“ richtet, bleiben Pendergast und D’Agosta nur noch wenig Zeit, um Noras Leben zu retten und den Fall zu lösen.

Meine Meinung:

Ungewöhnliche Mordfälle, unklare Motive, bizarre Tatorte, psychopathische Killer und vollkommen überraschende Wendungen sind für die Pendergast-Reihe ein Charakteristikum, wofür „Cult – Spiel der Toten“ als ein perfektes Beispiel angesehen werden kann. Die Idee, dass der Täter bereits nicht mehr am Leben gewesen ist, als dieser den Mord begangen hat, ist wirklich einmalig gut und, da man gewöhnt ist, dass das Autorenduo immer – zumindest meistens – eine realistische und logische Lösung offenbart, kann man zwar ziemlich sicher sein, dass die Geschichte in realistischen Bahnen bleibt, aber dennoch fragt man sich zunehmend gespannt, ob es nun wirklich ein Zombie ist, der den Mord begangen hat – vielmehr fragt man sich aber, wer es stattdessen getan hat und wie sich die „Zombie-Geschichte“ aufklärt? Zumindest dachte ich das eine geraume Zeit. Je mehr „Cult“ sich zu einer wahren „Zombie-Story“ entwickelte, steigerte sich auch meine Enttäuschung, wodurch jedoch die überraschende und vollkommen unerwartete Wendung von „Cult“ enorm intensiviert wurde, meine Zweifel auslöschte und eine wissenschaftliche Auflösung erschuf. Diesmal ist die Täuschung außerordentlich gelungen. Selbst wenn man bei „Cult“ auf jeden kleinen Hinweis achtet, um die Lösung des Rätsels zu finden, so ist es beinahe unmöglich den kompletten Ausgang auch nur zu erahnen. Diese Kleinigkeiten sind es, die am Ende zu einer wirklich erfreulichen und spannenden Auflösung führen.

Dadurch, dass Smithback in „Cult“ als Mordopfer fungiert, ist es der letzte Band der Pendergast-Reihe, in dem der sensationslüsterne und hitzige Journalist William Smithback vorkommt. Als ehrwürdigen Abschluss dieses Charakters wird in „Cult“ von Smithbacks Freunden ein letztes Mal über die gemeinsame Vergangenheit bzw. Erinnerungen reflektiert, wodurch man winzige Ausschnitte aus den vorherigen Bänden erfährt.

Die Atmosphäre, die „Cult“ erzeugt, ist schaurig, dunkel und geheimnisvoll, wodurch es ein wenig an „Formula“ erinnert. Einige Szenen erzeugen einen wahren Nervenkitzel und können einem wirklich unter die Haut gehen, wobei der lockere und kurzweilige Sprachstil noch beiträgt.

In „Cult“ verhält D’Agosta sich so mürrisch, dass es schon ärgerlich wirkt und nervt. Pendergast hingegen ist zwar so undurchschaubar wie immer, doch wirkt er beinahe so, als würde er tatsächlich an Zombies glauben. Diese Vermutung wird noch dadurch bekräftigt, dass Pendergast seinen früheren Lehrer Bertin bei den Ermittlungen hinzuzieht, da dieser erfahren sein soll in Voodoo bzw. Obeah.

Nicht nur die Anwesenheit des skurrilen Bertin mit seinem sonderbaren Verhalten, sondern auch der Unfähigkeit von arroganten und hochmütigen Polizisten in höherer Stellung sind einige höchst amüsante Szenen zu verdanken, welche die Geschichte abrunden.

Fazit:

Ein wirklich schauriger Band der Pendergast-Reihe, der es durch bizarre Vorkommnisse auf einmalige Weise schafft, den Leser zu täuschen und die Spannung zu steigern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.