Tote Augen

Inhalt:

In der Nacht taucht plötzlich eine Frau auf der Straße auf und wird überfahren. Bei der Untersuchung im Krankenhaus stellt die Ärztin Dr. Sara Linton fest, dass der Körper der Frau u.a. übersät mit infektiösen Wunden und Blutergüssen ist; außerdem ist sie geblendet worden. Überzeugt davon, dass die Verletzungen nicht allein vom Zusammenprall mit dem Auto verursacht worden sind, begibt sich Special Agent Will Trent vom GBI zum Unfallort, wo er durch Zufall nicht nur eine Höhle im Erdboden mit diversen Folterinstrumenten findet, sondern auch noch die Leiche eines zweiten Opfers, welches nicht nur genauso zugerichtet und blind ist, sondern auch taub.

Die Ermittlungen von Will Trent und Faith Mitchell kommen nur langsam voran, da der Mörder keine Spuren seiner Identität hinterlassen hat. Doch als wieder zwei Frauen verschwinden, scheint seine Tat endlich ein deutliches Muster aufzuweisen.

Meine Meinung:

Mit dem ersten Band der Georgia-Reihe – „Tote Augen“ – ist der Autorin ein imposanter Auftakt einer neuen Thriller-Reihe gelungen. Neben überzeugenden Charakteren, einem flüssigen Schreibstil und einer fesselnden Handlung wurde hier eine wirklich schaurige und nervenaufreibende Atmosphäre erzeugt – wobei ziemlich stark auf solch brutale und grausame Ereignisse Wert gelegt wurde, dass mir beim Lesen regelrecht ein Schauer den Rücken hinunterlief. So u.a. blendet der Mörder seine Opfer, durchsticht ihr Trommelfell und hält sie tagelang an einem Ort gefangen.

Neben den Ermittlungen werden die Probleme der einzelnen Hauptcharaktere – Will Trent, Faith Mitchell und Dr. Sara Linton – recht umfassend beschrieben. So wird zum Beispiel Trents Schwierigkeit als Legastheniker und wie er es versucht zu verheimlichen sehr gut und interessant dargestellt. Andererseits ist es aber unrealistisch, dass jemand mit einer so gravierenden Leseschwäche es geschafft hat, Agent zu werden, und den Führerschein erhalten zu haben, wenn er jedoch nicht links von rechts unterscheiden kann. Er ist eher der ruhigere und etwas unerschütterliche Typ, was allerdings nicht heißt, dass er nicht auch einen Wutausbruch erleiden kann.

Was Faith Mitchell angeht, so hat sie gegen eine neu bei ihr festgestellte Krankheit zu kämpfen, die ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellt, und sie leicht reizbar und aggressiv macht.

Dr. Sara Linton, die sich in die Ermittlungen einmischt, sieht in diesem Fall nicht nur die Chance, helfen zu können, sodass nicht noch mehr Frauen umgebracht werden, sondern versucht dadurch auch den Tod ihres verstorbenen Mannes zu verarbeiten.

Der Anfang ist vielversprechend, die Spannung steigert sich immer mehr. Des Weiteren tauchen oft weitere überraschende Wendungen auf, wodurch man der Lösung näher kommt. Deswegen war es ein bisschen bedauerlich, dass das Ende relativ kraftlos wirkt, aber dennoch passend.

Vielen Dank an Blanvalet (Random House Verlagsgruppe) für das Rezensionsexemplar!

Fazit:

Ein definitiv schauriger und brutaler Thriller, der unter die Haut geht.

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