Die Erben der Kakaohändlerin

Die Erben der Kakaohändlerin

Inhalt:

Nach der Hochzeit haben sie über 30 Jahre eine Ehe auf Entfernung geführt: Laura hat ihre Kakaoplantage Pitanga im Nord-Westen von Pernambuco sehr erfolgreich allein weitergeführt, Mikael hingegen ist zum reichsten und anerkanntesten Unternehmer der Gegend geworden, indem er sein Handels-Imperium immer weiter ausgebaut und die Stadt Laurista nahe Recife für seine Arbeiter gebaut hat. Nach Jahren harter und erfüllender Arbeit beginnt Laura nun einen neuen Lebensabschnitt. Sie übergibt Pitanga aus Altersgründen ihrem Sohn Eduardo und zieht zu Mikael nach Laurista.

Nur wenige Monate darauf ändert ein weiterer schwerer Schicksalsschlag Lauras Zukunftspläne. Mikael kommt bei einem vernichtenden Feuer in den Baumwolllagern während eines Rettungsversuches ums Leben und die Verantwortung für die Weiterführung seiner Geschäfte und der Stadt fallen auf den ältesten Sohn Frederico, der von Laura die dringend benötigte Unterstützung erhält. Gemeinsam führen sie die Geschäfte weiter, während die anderen Söhne ihre eigenen Wege gehen.

Meine Meinung:

Die Erben der Kakaohändlerin“ ist die Fortsetzung von „Die Kakaohändlerin“, spielt ca. über 30 Jahre nach Ende des ersten Teils, also ungefähr um 1878 herum, und erzählt Lauras und Mikaels Geschichte, aber auch das Leben ihrer drei Sohne in Form eines Familienromans weiter. So hat Laura aus Pitanga eine erfolgreiche Kakaoplantage und Mikael aus seinen Laden für Schiffsausrüstungen ein gigantisches Unternehmen gemacht, und so übernimmt der zweitälteste Sohn Eduardo Lauras Kakaoplantage, der älteste Sohn, Frederico, führt nach Mikaels Tod die Geschäfte des Vaters weiter und der jüngste Sohn, Francesco, geht nach Hamburg, um dort den Buchladen des Großvaters zu übernehmen. Sehr anschaulich, bewegend und mitreißend werden die Höhen und Tiefen der drei Söhne geschildert, die nicht selten vor schwierige Entscheidungen gestellt werden und ihren eigenen Weg gehen, um dann doch am Ende wieder zusammen zu kommen. Dabei kommen auch überraschende und oft dramatische Wendungen nicht zu kurz. Da das Hauptaugenmerk auf Laura und ihren drei Söhnen gerichtet ist, erfährt man von deren Kindern nur wenig. Eine Ausnahme bildet Olegaria, die zu einem wichtigen Charakter wird.

Da die Handlung erst über 30 Jahre nach dem ersten Buch beginnt, erfährt man von der Vergangenheit ausschließlich durch Erinnerungen bzw. Rückblicke der einzelnen Charaktere. So erfährt man z.B. durch Lauras Erinnerungen einige Bruchstücke der Kindheit der drei Söhne.

Größtenteils wird aus der personalen Erzählperspektive von verschiedenen Charakteren erzählt, allerdings greift hin und wieder der auktoriale Erzähler ein, der eine Vorwegnahme auf die Zukunft macht. Die Charaktere selbst wissen ausschließlich von der Gegenwart und der Vergangenheit. Dadurch wird dem Leser ab und zu die Möglichkeit geboten, zu ahnen, dass sich etwas stark ändert, obwohl dafür noch keine Anzeichen zu erkennen sind.

Auch die Fortsetzung ist nicht komplett fiktiv, sondern entspricht anscheinend an einigen Stellen der Realität, die für die Geschichte jedoch kreativ geändert wurde. So gibt es, nur als kleines Beispiel, den Jockey Club Brasileiro wirklich.

Die Geschichte ist zwar chronologisch aufgebaut, doch macht das Fehlen der Zeitangabe im Lauf der Handlung es recht schwierig zu erkennen, wann genau, also im welchen Jahr bzw. wie alt der jeweilige Charakter während der Handlung ist, die jeweilige Szene spielt. Die Handlung selbst erstreckt sich über ca. zwei Jahrzehnte.

Während das erste Buch hauptsächlich in Brasilien spielt und die Szenen in Hamburg nur einen kleinen Teil des Buches einnehmen, ist es hier eher andersherum, was ich allerdings ein bisschen bedauere. Der Schreibstil ist genauso wie im ersten Buch, etwas schlicht und nüchtern, dennoch manchmal sehr gefühlvoll. Ebenso sind die Dialoge scheinbar etwas anspruchsvoller geworden. Leider ist auch in diesem Buch das Ende ziemlich kurz und lieblos hingeschmissen – hätte man bestimmt besser ausschmücken können. Doch alles in allem ist es ein spannendes Buch mit einer recht schönen Atmosphäre und einer fesselnden Handlung. Nachdem ich bereits „Die Kakaohändlerin“ gelesen hatte, wollte ich die Fortsetzung auf keinen Fall versäumen.

Fazit:

Gelungene Fortsetzung des ersten Buches „Die Kakaohändlerin“ und spielt zu einem großen Teil in Hamburg. Laura und Mikael haben es geschafft sich in Brasilien ein enorm erfolgreiches Leben aufzubauen. Da die Geschichte hauptsächlich das Leben der drei Söhne erzählt, die das Werk der Eltern fortsetzen, tendiert es stark zu einem Familienroman. Das Buch ist sehr spannend und wirklich zu empfehlen.

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