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Handlung
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Spannung
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Schreibstil
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Atmosphäre
Information
| Titel: | Ich fürchte, Ihr habt Drachen |
| Autor: | Peter S. Beagle |
| Verlag: | Klett-Cotta |
| Erscheinungsdatum: | 7. September 2024 |
| Seiten: | 304 |
| Erzählort: | Fantasy-Welt |
| Erzähldatum: | Mittelalter |
| Erzählperspektive: | Personaler Erzähler |
| Genre: | Fantasy |
| Originaltitel: | I’m Afraid You’ve Got Dragons |
| Reihe: | ——- |
| ISBN: | 978-3-608-98828-4 |
Inhalt:
Im Schloss des Königreiches Bellemontagne herrscht seit Jahren eine starke Drachenplage. Der Königin und dem König stört dies nicht. Doch als eines Tages der unbesonnene Kronprinz Reginald des Nachbarreiches auftaucht und sich ihre Tochter, Prinzessin Cerise, sich in ihn verliebt, muss schnellstmöglich die Plage beseitigt werden, damit dieser einen guten Eindruck vom Schloss bekommt. Dafür engagieren sie den jungen Drachenfänger Robert, der eine Abneigung gegen seinen Beruf verspürt, im Geheimen Drachen bei sich zu Hause hält und eine mysteriöse Verbindung zu den Drachen hat. Kaum beginnt er im Schloss mit seiner Arbeit, wird ihm eine Möglichkeit geboten, sein Leben zu verändern. Dafür muss er jedoch mit dem Prinzen etwas Heldenhaftes tun – nämlich einen ganz bestimmten Drachen jagen…
Meine Meinung:
Den Fantasy-Roman “Ich fürchte, Ihr habt Drachen” von Peter S. Beagle hatte ich mir vor allem wegen zwei Dingen gekauft: Aufgrund des tollen Covers – und weil Drachen darin vorkommen sollen. Ein bisschen unsicher war ich mir, da eine Drachenjagd erwähnt wird und Robert ja Drachenfänger ist, aber da dieser ja selber Drachen mag, hatte ich Hoffnung, dass es eine schöne Lösung für das Drachenproblem im Königreich geben könnte. Dass Robert, der Drachenjäger, alle Drachen eigentlich rettet. Und so hatte ich mich riesig auf eine fantasievolle, humorvolle und spannende Geschichte mit Wohlfühlfaktor und meinen Lieblingsfabelwesen, nämlich Drachen, gefreut. Deswegen war die Enttäuschung später umso bitterer.
Drachenplage
“Ich fürchte, Ihr habt Drachen” wird aus der Sicht von unterschiedlichen Charakteren in der personalen Erzählweise erzählt und spielt im Königreich Bellemontagne, welches vor langer Zeit von Drachen heimgesucht wurde. Die Drachen sind geblieben, haben sich in großer Zahl vermehrt, wohnen u. a. in den Wänden von Häusern und werden von der Bevölkerung als Ungeziefer angesehen – weshalb die Leute sich in Fällen einer zu beseitigenden Drachenplage an den Drachenjäger Robert wenden. Dieser hasst seinen Beruf, hat einige Drachen bei sich zu Hause aufgenommen und hat zu Drachen ein besonderes Band. Eines Tages taucht der Kronprinz Reginald, der sich auf einer wahren Ritter-Reise befindet, im Königreich auf. Prinzessin Cerise, die sich in ihn verliebt, will, dass das Schloss, in welchem sich die Drachen seit Jahren ungehindert vermehrt haben, von heute auf morgen von Drachen befreit wird, damit das Schloss einen guten Eindruck auf Reginald macht. Also wird Robert gerufen, um sich um die Drachenplage zu kümmern. Doch dabei bleibt es nicht: Er soll zusammen mit Kronprinz Reginald auf eine Reise gehen, um den größten der Drachen zu jagen.
Dieser Absatz enthält Spoiler: Am Anfang des Buches hatte ich noch so viel Vorfreude auf die Geschichte, die zu Beginn auch kurzweilig und humorvoll wirkte, so wie Kronprinz Reginald und Prinzessin Cerise sich benehmen – ein bisschen übertrieben, was aber recht lustig war – oder auch wie es zu Hause bei Robert mit der kleinen Drachenfamilie zugeht. Ich hatte gedacht, dass fast jeder bei sich zu Hause Drachen als “Haustiere” aufgenommen hat. Als Robert nach einem “Auftrag” die gefangenen Drachen zum Drachenmarkt bringt, hatte ich mir darunter nun auch nichts Brutales vorstellen können. Erst nachdem, was passierte, als er begann, sich im Schloss um die Drachenplage zu kümmern, wurde mir klar, dass Robert, der doch seinen Beruf so verabscheut und zu Drachen ein besonderes Band hat, keine gute Lösung hat, wie man sich anders um eine Drachenplage kümmern kann als die Drachen u. a. mit Gift umzubringen, sie später tot oder lebendig auf dem Drachenmarkt zu verkaufen, wo sie wiederum z. T. geschlachtet werden.
Offiziell habe ich “Ich fürchte, Ihr habt Drachen” ab der Seite abgebrochen, als mir bewusst wurde, was Robert mit dem größten Teil der Drachen macht, die er gefangen hat. So etwas ist für mich kein kurzweiliger, humorvoller Roman mit Wohlfühlfaktor. Ich hatte die Geschichte aufgrund dieser Einfallslosigkeit und Brutalität gegenüber den Drachen nicht mehr ertragen können. Von diesem Thema einmal abgesehen konnten mich auch die Charaktere nicht überzeugen oder mitreißen – sie blieben oberflächlich. Insgesamt fehlt es der Handlung auch an Spannung und unvorhergesehenen Wendungen. Und wieder hatte ich dennoch irgendwie die Hoffnung, dass hier vielleicht doch noch etwas Positives für die Drachen passiert, weshalb ich die Seiten bis zum Ende überflogen hatte. Bei der Hoffnung blieb es auch. Was den Schreibstil betrifft, so ist dieser in Kombination mit der Handlung eher zähflüssig.
Fazit:
Für mich wurde “Ich fürchte, Ihr habt Drachen” von Peter S. Beagle zu einer bitteren Enttäuschung. Ich hatte mit einer kurzweiligen, humorvollen und fantasievollen Geschichte über Drachen gerechnet – aber stattdessen ist es eine finstere und blutrünstige Geschichte ohne Spannung geworden.





