Viren schlafen nicht

Viren schlafen nicht

Inhalt:

In seinem Forschungslabor in München untersucht ein Genetiker gerade ein bislang unbekanntes Virus, als er ermordet wird. Woher die Proben des Virus stammen, liegt ebenso im Dunkeln, wie das Motiv und die Identität des Täters. Um die Bedrohung der Ausbreitung des vollkommen neuen, äußerst ansteckenden und tödlichen Virus zu verhindern, das bereits Todesopfer unter denen gefordert hat, die mit dem Virus direkt und indirekt in Kontakt gekommen sind, wird Lord Lucius Bromley zusammen mit seinem Team und der deutschen Biologin und Ärztin Claire Hansen von dem britischen Auslandsgeheimdienst beauftragt, in dem Fall zu ermitteln. Was sich als nicht so einfach herausstellt, da jede Spur, der sie folgen, in eine Sackgasse führt.

Währenddessen erkranken unerklärlicherweise weltweit Menschen an dieser bizarren und hochansteckenden Krankheit, gegen die es kein Medikament gibt und die mit erkältungsähnlichen Symptomen beginnt, später dann innere und äußere Blutungen zur Folge hat bis zu einem kompletten Zusammenbruch des Immunsystems. Nur ein Pharmaunternehmen hat sofort ein Medikament gegen die Krankheit – eine Lösung, welche das Unternehmen mit einem Schlag reich und die Welt abhängig macht.

Viel Zeit bleibt dem unkonventionellen Team nicht, das Virus aufzuhalten und ein Heilmittel zu finden – die Pandemie erscheint unausweichlich.

Meine Meinung:

Ein neues, absolut tödliches und gentechnisch verändertes Virus, das sich über die gesamte Erde ausdehnt und gegen das es kein Medikament – bzw. ein wirkliches Heilmittel – gibt, stellt definitiv eines der schlimmstmöglichen Ereignisse mit globalem Ausmaß dar, die passieren können, und wurde hier in „Viren schlafen nicht“ von dem Autoren Alex Bensson in einen interessanten, spannenden und wissenschaftlich aufgebauten Thriller verarbeitet. Was jedoch einmalig erscheint, ist der Bezug auf das Pharmaunternehmen, das sofort das „richtige“ Medikament präsentieren kann, welches die Weltbevölkerung jedoch in totale Abhängigkeit stürzt.

Bereits am Anfang werden mehrere unterschiedliche und parallel verlaufende Handlungsstränge aufgenommen, die für eine Menge Verstrickungen sorgen, viele Fragen aufwerfen und wobei vorerst unklar ist, ob bzw. inwiefern sie zusammenhängen. So bezieht sich z.B. ein Handlungsstrang auf die Ermittlungsarbeit von Lucius Bromley und seines Teams, ein weiterer zeigt die dramatischen Krankheitsfälle, beleuchtet also, wie die Krankheit verläuft, und noch ein anderer verdeutlicht Näheres in Zusammenhang mit dem Pharmaunternehmen. Nach und nach fügen sich jedoch die einzelnen Handlungen nicht nur plausible, sondern auch beeindruckend und unvorhersehbar zusammen, was die Auflösung erstaunlich macht. Ferner werden die aufgeworfenen Fragen, wie z.B. woher der Genetiker die Proben hat, wie es plötzlich zu einer weltweiten Ansteckung kommt und wer hinter allem steckt, vollständig geklärt.

Das Buch ist in mehrere Teile gegliedert, die wiederum in kurze Kapitel, wobei immer am Anfang eines Kapitels der Ort und die Uhrzeit angegeben sind. Dass die Teile als Titel die Wochentage haben, zeigt ein schnelles Fortschreiten der Handlung, wobei sich die Spannung zum Ende hin auch stark intensiviert und das Tempo erhöht wird.

Die Umgebung wird hauptsächlich kurz und prägnant geschildert, konzentriert sich größtenteils auf das Nötigste. Die Perspektiven wechseln innerhalb einer Szene. Der Schreibstil ist lebhaft und flüssig.

Dramatische und bedrückende Begebenheiten, Ermittlungsarbeit, hin und wieder actionreiche Szenen, viele Erzählorte und unvorhersehbare Wendungen wechseln sich ab, wodurch auch eine knisternde und drohende, zum Teil sogar recht schaurige Atmosphäre erschaffen wird. Der Showdown wirkt zwar etwas zu kurz, aber fulminant.

Was jedoch besonders hervorsticht und alles etwas auflockert, sind die Charaktere aus Bromleys Team, das unkonventioneller gar nicht sein könnte. Es besteht aus drei ehemaligen Geheimagenten, einer Einbrecherin, einem Computerspezialisten, einem älteren Butler, einer eher zurückhaltenden Biologin/Ärztin und einem englischen Lord, Lucius Bromley, der das Team sozusagen leitet.

Präzise Erklärungen über Viren, wie sie aufgebaut sind, wirken und sich verbreiten und ebenfalls einige Informationen über gentechnische Veränderungen von Viren, geben einen äußerst informativen, interessanten und recht tiefgreifenden Einblick in die Molekularbiologie. Daneben werden auch die Operationen sehr ausführlich beschrieben.

Zum Schluss noch einmal vielen Dank an den Autoren Alex Bensson für das großartige Rezensionsexemplar!

Fazit:

Spannender und rasanter Thriller über einen neuen, unbekannten und tödlichen Virus, den Ausbruch einer globalen Pandemie, einer Gruppe privater Ermittler, die zu recht unkonventionellen Mitteln greift, um den Fall zu lösen, und den Machenschaften eines Pharmaunternehmens. Eine sehr gute Kombination aus Thriller und Wissenschaft.

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