Tote lügen nicht

Inhalt:

Auf einem verlassenen Kirchengrundstück in Montreal wird Anfang Juni in einem Plastiksack die systematisch zerlegte und verwesende Leiche der grausam ermordeten 23-Jährigen Isabelle Gagnon gefunden, deren Knochen von der forensischen Anthropologin Dr. Temperance Brennan vom Laboratoire de Médicine Légale untersucht werden, um genauere Hinweise auf die Identität und die Todesart zu erhalten.

Kurze Zeit darauf wird die Leiche von Margaret Adkins in ihrem Haus aufgefunden: Brutal ermordet und verstümmelt, aber nicht zerlegt. Dr. Brennan erkennt nicht nur Parallelen zwischen dem Mord an Gagnon und Adkins, sondern auch an einem ungelösten Fall, der bereits ein Jahr zurückliegt. Ihre Serienmörder-Theorie ist der Polizei, insbesondere dem Detective Luc Claudel, viel zu vage, da zu wenige stichhaltige Beweise vorliegen, Zusammenhänge als bloße Zufälle angesehen werden. Da die zeitlichen Abstände zwischen den Morden auch immer geringer werden, beginnt Tempe Brennan unabhängig von der Polizei zu ermitteln, wodurch sie den Serienmörder auf sich aufmerksam macht und in Lebensgefahr gerät.

Meine Meinung:

Die Handlung des Thrillers „Tote lügen nicht“, welche ausschließlich aus der Sicht der forensischen Anthropologin Temperance Brennan erzählt wird, beginnt bereits mit dem Auffinden der ersten Leiche. Weitere brutale Morde folgen, welche alle einige Ähnlichkeiten aufweisen. Brennan ist überzeugt davon, dass es ein Serienmörder ist, sie kann die Polizei, besonders den arroganten Detective Claudel, jedoch nicht davon überzeugen. Des Weiteren gibt es so gut wie keine Hinweise auf die Identität des Mörders, es muss wirklich auf das kleinste Detail geachtet werden, damit man die einzelnen Schritte auch tatsächlich nachvollziehen kann, was aber auch Spaß macht.

Zwar wird schon auf den ersten Seiten durch den Fund Spannung aufgebaut, diese jedoch hin und wieder von etwas zu langatmig erscheinenden Stellen unterbrochen. Man wird in viele Sackgassen geführt, Nebenhandlungen und viele Verstrickungen werden erschaffen, wodurch sich die Spannung allerdings bis hin zu dem Showdown wieder stark steigert, was mir sehr gefallen hat.

Der Erzählstil ist abwechslungsreich und beinahe an die jeweilige Situation angepasst. So werden u.a. die Knochenuntersuchungen mit der Nüchternheit und Präzision einer Wissenschaftlerin geschildert. Dabei sind z.B. die Erklärungen über die einzelnen Verletzungen, die Sägen an Knochen anrichten, erstaunlich sorgfältig bis ins kleinste Detail beschrieben. Andere Szenen hingegen sind eher ausgeschmückt bzw. stellen mit bildhafter Sprache sehr gut vorstellbar die derzeitigen Begebenheiten dar, u.a. wird nämlich eine grauenerregende und drohende Atmosphäre mit Nervenkitzel erschaffen, wodurch die Brutalität und Abscheulichkeit der Morde noch stark hervorgehoben wird.

In „Tote lügen nicht“, dem ersten Band der Temperance-Brennan-Reihe, erfährt man von der Hauptcharakterin Dr. Temperance Brennan und ihrer Arbeit als forensische Anthropologin recht viel. Die Mitte 40-Jährige kommt ursprünglich aus South Carolina, ist willensstark und intelligent, hat eine Tochter namens Katy, wohnt und arbeitet nun seit einiger Zeit in Montreal am Laboratoire de Médicine Légale und lebt zusammen mit ihrer Katze Birdie in einer Wohnung. Ferner hat sie eine vollkommen unzuverlässige Freundin namens Gabby, die ebenfalls hier in Gefahr gerät.

Da die Handlung im französischsprachigen Teil Kanadas spielt, werden oft französische Ausdrücke und Sätze verwendet.

Zum Schluss noch einmal vielen Dank an Heyne (Random House Verlagsgruppe) für das tolle Rezensionsexemplar!

Fazit:

Interessanter Thriller mit zwar einigen Schwachpunkten, aber einer steigenden Spannung und wissenschaftlicher Präzision. Bestimmt nicht mein letzter Temperance-Brennan-Roman.

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