Rezension: „Blutgesang“ von Julia Lange

  • Handlung
  • Atmosphäre
  • Spannung
  • Action
  • Schreibstil
5

Information

Titel: Blutgesang
Autor: Julia Lange
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 1. Februar 2019
Seiten: 384
Erzählort: Midea
Erzähldatum: ——-
Erzählperspektive: Personaler Erzähler
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3-426-52196-0

Inhalt:

Vor langer Zeit hat es Drachen gegeben, doch seitdem sie verschwunden sind, leben Einheimische und ein Stamm der Zatarsi, dem Musik über alles geht, friedlich nebeneinander in der Stadt Midea. Doch es scheint nicht alles so ruhig zu sein, denn beide Seiten haben nicht dieselben Rechte. Zudem kommt es oft vor, dass einige Bewohner unter verfluchtem Blut leiden, was bei ihnen unkontrollierbare Wut auslöst – und weshalb einige von ihnen für immer weggesperrt werden müssen. Aber auch die Hüter, welche in der Stadt für Ordnung sorgen, bewahren ein dunkles Geheimnis.

Als die Zatarsi Elezei einem seltenen Lied folgt, findet sie sich an einem Ort des Verbrechens wieder. Fälschlicherweise wird sie beschuldigt und muss sich von ihrem Stamm fernhalten, bis sich alles beruhigt hat. Doch statt sich im Hintergrund zu halten, versucht Elezei den Fall zu lösen. Dabei begegnet sie Valerian, der aufgrund seines verfluchten Blutes auf der Flucht vor den Hütern ist. Beide müssen bald erkennen, dass sie nur Spielfiguren in einem Plan sind, der weitreichende Folgen für ganz Midea haben könnte.

Meine Meinung:

„Blutgesang“ von Julia Lange ist ein Einzelband und ein Fantasy-Roman, der mich definitiv faszinieren konnte durch die Handlung, Charaktere, Atmosphäre und die Auflösung des Falles. Für mich war die Geschichte durchweg spannend!

In „Blutgesang“ gibt es seit langer Zeit keine Drachen mehr. Früher lebten die Zatarsi mit den Drachen zusammen im Gebirge und die Hüter waren Drachenjäger, doch die Geschichte zeigt die Stadt Midea, in welchem Einheimische und Zatarsi nebeneinander leben, und Hüter für Ordnung sorgen. Aber es ist nicht so friedlich, wie es scheint. Die Zatarsi haben nicht die gleichen Rechte wie die Mideaner, sie werden als Wilde und Ausgestoßene behandelt. Ihr gesamtes Leben dreht sich um Musik, zum Teil auch um ihren Goldschmuck, wobei sie sich beides bei Kämpfen verdienen können. Sie haben ihre eigenen Regeln und Kultur, eine andere Lebensweise als die Mideaner, weshalb sie von den Einheimischen misstrauisch bedacht und hin und wieder angefeindet werden. Das ist jedoch nicht das einzige Problem in Midea. Immer wieder wird bei einigen Bewohnern verfluchtes Blut erkennbar, denn es führt dazu, dass sie unkontrollierbar wütend werden, was bei einigen so gravierend ist, dass sie ihr Leben lang weggesperrt werden müssen, um für die anderen Bewohner keine Gefahr mehr zu sein. Und dann gibt es noch einen mysteriösen Pakt zwischen den Mideanern und den Zatarsi, welcher von den obersten Hütern geheim gehalten wird.

„Elezei hob ihre Hand und drehte sie in alle Richtungen. Dann stimmte sie wieder das alte Lied an. Das Pulsieren des Blutes breitete sich unter ihrer Haut aus und flutete bis in die Fingerspitzen. Mit ihm kam die eiskalte Wut, die alle Bedenken und Zweifel zu verbrennen begann.“

(S. 258 – 259, „Blutgesang“ von Julia Lange, Knaur Verlag)

Die Handlung wird aus drei Perspektiven erzählt, nämlich von Elezei, Valerian und Adorata.

Elezei gehört zum Stamm der Zatarsi. Wie die anderen Zatarsi auch, ist Elezei eine sehr stolze Charakterin, musikalisch begabt und eine geübte Kämpferin. Ihrem Stamm Ehre zu bringen, bedeutet ihr viel. Als sie eines Verbrechens fälschlicherweise beschuldigt wird, muss sie sich von ihrem Stamm vorerst fernhalten und warten, bis sich alles beruhigt hat. Niemals würde sie sich freiwillig den Hütern stellen, denn sie kann sich nicht vorstellen, dass die Hüter, welche ihr vor vielen Jahren etwas angetan haben, den Fall objektiv behandeln und sie letztendlich freilassen würden. Elezei will jedoch nicht untätig bleiben und setzt etwas in Gang, was alles nur noch schlimmer machen könnte.

Valerian stammt aus einer reichen Familie, was ihm einen luxuriösen Lebensstil erlaubt. Er lebt hauptsächlich in den Tag hinein, kann sein Leben genießen – und ist doch oftmals von allem gelangweilt, hat jedoch kein Interesse, etwas zu ändern. Schon immer hat er unter seinen Wutanfällen gelitten, doch konnte er durch jahrelanges Üben seine Wut unter Kontrolle halten und damit verhindern, dass sein verfluchtes Blut von anderen bemerkt wird. Als ihn jemand an die Hüter verrät, bricht seine Welt zusammen. Von einem Tag auf den anderen verliert er alles und ist auf der Flucht, wobei er Elezei begegnet.

Adorata ist eine sehr neugierige Hüterin. Sie hat in dem Fall um Elezei ermittelt, musste dies jedoch aufgeben, da alle Angelegenheiten um die Zatarsi nur von den obersten Hütern geregelt werden dürfen. Aber Adorata ermittelt dennoch weiter und versucht gleichzeitig das Geheimnis um den mysteriösen Pakt zu lösen.

Ein Highlight des Buches ist Julia Langes wunderschöner Schreibstil und die außergewöhnliche Idee, die sie hier zu einem sehr spannenden und atmosphärischen Fantasy-Roman mit Krimi-Elementen umgesetzt hat, der bis zum Ende überraschen kann und manchmal auch einige recht schaurige Momente bietet. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, warum jemand Elezei ein solches Verbrechen anlasten möchte. Manchmal fand ich Elezeis Verhalten unverständlich, aber es passte zu der Anschaung der Zatarsi – Valerian geht es in dem Buch ja auch hin und wieder so. Bis zum Ende war mir nicht klar, worauf das alles hinauslaufen wird, obwohl einige Hinweise gegeben werden. Zudem gibt es noch einige weitere Dinge, die aufgeklärt werden, wie z.B. was es mit dem verfluchten Blut auf sich hat, dem Goldschmuck und der Musik. Die gesamte Darstellung ist hervorragend, unter anderem auch, dass die Autorin es mit Worten schafft, Musik lebhaft und kraftvoll erscheinen zu lassen. Aufgrund des Inhalts hätte die Geschichte noch weit mehr Seiten füllen können, weshalb ich alles ein bisschen zu schnell zu Ende gebracht finde. Aber alles in allem hat die Autorin hier eine sehr eindrucksvolle und spannende Geschichte geschaffen, die mich begeistern konnte.

Fazit:

Eindrucksvoller und spannender Fantasy-Roman mit Krimi-Elementen, der bis zum Schluss das Ende nicht erahnen lässt und Musik zu einem wichtigen Teil der Handlung werden lässt. Zwar kommen direkt keine Drachen hier vor, dennoch sind sie auch ein zentraler Bestandteil. Eine faszinierende Idee und ausgezeichnet umgesetzt!

Vielen Dank an den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

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