Rezension: „Waffenschwestern“ von Mark Lawrence

  • Handlung
  • Atmosphäre
  • Spannung
  • Action
  • Schreibstil
5

Information

Titel: Waffenschwestern
Autor: Mark Lawrence
Verlag: Fischer Tor
Erscheinungsdatum: 28. November 2018
Seiten: 640
Erzählort: Planet Abeth
Erzähldatum: ——————-
Erzählperspektive: Personaler Erzähler
Buch des Ahnen – Reihe: 1. Band (Das erste Buch des Ahnen)
Genre: Fantasy
Englischer Originaltitel: Red Sister
ISBN:

978-3-596-70110-0

Inhalt:

„Ich wurde zum Töten geboren – die Götter haben mich erschaffen, damit ich zerstöre.“

Im Alter von acht Jahren begeht Nona ihren ersten Mord und steht vor dem Galgen. Doch kurz vor ihrer Hinrichtung wird sie überraschend von einer Äbtissin gerettet, welche sie in das Kloster zur süßen Gnade bringt, wo sie zusammen mit anderen Mädchen zu den gefährlichsten Kriegerinnen ausgebildet wird. Denn Nona ist nicht wie andere Kinder – sie kann sich mit unnatürlicher Geschwindigkeit bewegen. Während Nona sich allmählich ihren Platz im Konvent erkämpft und die einflussreiche Familie des Mannes, den sie getötet hat, alles versucht, um an ihr Rache zu nehmen, muss sie erkennen, dass hinter allem ein Geheimnis verborgen liegt, welches die ganze Welt verändern könnte.

Meine Meinung:

Hinter diesem genialen Cover und dem vielversprechenden Titel verbirgt sich eine atemberaubende, actionreiche und recht brutale Geschichte – und der Auftakt einer neuen Trilogie. „Waffenschwestern“ von Mark Lawrence verbindet Fantasy und Science-Fiction auf eine interessante Weise, wodurch ein Endzeit-Roman geschaffen wurde, welcher nicht nur spannend ist, sondern aufgrund des Zusammenspiels der monumentalen Story, den erstaunlichen Charakteren und der Atmosphäre etwas Einzigartiges bietet, womit ich so nicht gerechnet hatte. Es ist die Geschichte eines Planeten, welcher seit vielen tausend Jahren stirbt, von einer starken und uneingeschränkten Freundschaft zwischen Frauen, welche durch hartes Training und Kämpfe zu Waffenschwestern geworden sind, und von einem Geheimnis, das die Zukunft verändern könnte. Die Idee ist überraschend, die Umsetzung hervorragend, sodass mich dieses Buch definitiv stark beeindruckt hat!

„Will man eine Nonne töten, so gilt es sicherzustellen, dass man über ein Heer von hinreichender Größe verfügt.“

(S. 9, „Waffenschwestern“ von Mark Lawrence, Fischer Tor)

Den Anfang von „Waffenschwestern“ fand ich richtig heftig, brutal und grauenerregend, weil der Autor den Leser sofort mit dieser absolut trostlosen, ungerechten und grausamen Welt konfrontiert. Denn die Handlung beginnt damit, dass die achtjährige Nona, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, vor dem Galgen steht, kurz vor ihrer Hinrichtung, weil sie anscheinend einen Mord begangen hat. Doch dann wird sie überraschenderweise von einer Äbtissin gerettet, welche sie in den Konvent zur süßen Gnade aufnimmt. Zusammen mit anderen Mädchen durchläuft sie ein hartes und strenges Training, um zu einer der gefährlichsten Kriegerinnen des Reiches ausgebildet zu werden. Dabei lernt sie nicht nur das Kämpfen mit den unterschiedlichsten Waffen, sondern u.a. auch das Töten durch Gift und den Umgang mit Magie.

„Kein Kind glaubt ernsthaft, dass es hängen wird. Noch unter dem Galgen, mit dem kratzenden Strick um die Handgelenke und dem Schatten der Schlinge im Gesicht, sind sie überzeugt, dass jemand vortreten wird […].“

(S. 12, „Waffenschwestern“ von Mark Lawrence, Fischer Tor)

Mir haben die Charaktere alle gut gefallen, wobei ich allerdings Nona am besten fand. Sie ist ein eher ruhiges Mädchen und übernatürlich schnell, welches in sehr armen Verhältnissen gelebt hat und die von einem Geheimnis umgeben ist. Etwas Schreckliches, in das Nona irgendwie verwickelt gewesen ist, ist damals in ihrem Dorf geschehen. Nona hat einen sehr ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und Wahrheit. Sie ist oft verwirrt von dem, was die Menschen tun und wie sie sich verhalten. Sie vertraut den Leuten, wird jedoch immer wieder enttäuscht. Freundschaft geht für sie über alles, denn für einen Freund wäre sie bereit zu sterben oder zu töten.

„Vertrauen ist das perfideste Gift. Vertrauen untergräbt alle Vorsicht.“

(S. 200, „Waffenschwestern“ von Mark Lawrence, Fischer Tor)

Mark Lawrences klaren und anschaulichen Schreibstil fand ich sehr gut. Er hat hier eine sehr komplexe und interessante Welt aufgebaut. Auch wenn nach und nach alles erklärt wird, hatte ich doch anfangs so meine Schwierigkeiten diese Welt in allen ihren Einzelheiten zu verstehen – oder auch die Schwestern des Konvents auseinanderzuhalten. Aber mit der Zeit besser, wenn man mit allen Bedeutungen vertraut ist, ist es ganz leicht.

„Waffenschwestern“ spielt auf dem Planeten Abeth, der von Eis überzogen ist. Lediglich ein fadendünner grüner Gürtel zieht sich um den Planeten, nämlich die Schneise, wo Leben möglich ist. Um nicht zu viel zu verraten: Diese Schneise wird durch den künstlichen Mond offen gehalten, da die sterbende Sonne alleine den Planeten vor dem Eis nicht retten kann. Obwohl das danach klingt, als wären die Bewohner ziemlich fortschrittlich, leben sie dennoch in einer Art „Mittelalter-Epoche“ im Hinblick auf Waffen, Kleidung und dem festen Glauben an Götter. Auf Abeth leben „normale“ Menschen, aber auch welche, bei denen sich eine oder mehrere Gaben bemerkbar machen können. So gibt es Gerant, wobei die Menschen riesengroß werden, die Hunska, die extrem flink und schnell sind, die Marjal, welche niedere Magie wirken können, und die Quantal, welche höhere Magie wirken können. Was ich sehr hilfreich fand: Hinten im Buch gibt es eine Zusammenstellung, wo man Informationen zu diesen Gaben, dem Konvent und den Charakteren nachlesen kann.

Das Buch umfasst Nonas ersten zwei Jahre im Konvent zur süßen Gnade. Die Handlung wird dreimal unterbrochen, wobei diese drei Unterbrechungen Begebenheiten in der Zukunft zeigen, was die Spannung sehr erhöht.

„Ein Buch ist genauso gefährlich wie jede Reise, auf die du dich begibst. Die Person, die es nach der letzten Seite schließt, ist womöglich nicht mehr dieselbe, die es aufgeschlagen hat.“

(S. 448, „Waffenschwestern“ von Mark Lawrence, Fischer Tor)

Auch ein nervenaufreibender Showdown fehlt nicht. Dabei werden noch so einige Fragen aufgeworfen, die unbeantwortet bleiben. Ich freue mich jedenfalls schon auf die Fortsetzung!

Fazit:

Eine überwältigende und spannende Kombination aus Fantasy und Science-Fiction. Die Handlung ist komplex, es wird eine passende Endzeitstimmung erschaffen, die Charaktere machen eine interessante Entwicklung durch und ich konnte immer wieder überrascht werden. Ich bin gespannt, was in der Fortsetzung passieren wird.

Vielen Dank an den Fischer Tor Verlag für das Rezensionsexemplar!

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