Rezension: „Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ von Sabaa Tahir, (1. Band)

Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken
  • Handlung
  • Atmosphäre
  • Spannung
  • Action
  • Schreibstil
4.5

Information

Titel: Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken
Autor: Sabaa Tahir
Verlag: One
Erscheinungsdatum: 15. Mai 2015
Seiten: 512
Erzählort: Serra
Erzähldatum: ———–
Erzählperspektive: Ich-Erzähler
Genre: Fantasy
Originaltitel: An Ember in the Ashes
Elias & Laia – Reihe: 1. Band
ISBN: 978-3-8466-0035-1

Inhalt:

„Angst ist nur dann dein Feind, wenn du es zulässt.“ (S. 397)

 

Seit Jahrhunderten besteht das martialische Imperium und herrscht mit eisenharter Kontrolle und Grausamkeit über das Volk. Pflichtverletzung und Aufbegehren gegen das System könnten den Tod bedeuten. So auch für Laias Familie, die gnadenlos ermordet wird. Nur ihr gelingt die Flucht, während ihr Bruder Darin zurückbleibt und ihm Folter und Hinrichtung bevorstehen. Um ihn zu retten, schließt sie sich dem Widerstand an und gelangt, als Sklavin getarnt, in die Militärakademie Schwarzkliff, wo Darin festgehalten werden soll. Kein ungefährliches Unterfangen. Hier werden die gefürchtetsten Elitekrieger des Imperiums ausgebildet – die Masken, die keine Skrupel kennen. Elias ist einer von ihnen, somit ihr Feind. Und während Laia ihrem Plan nachgeht, stehen Elias Schrecken bevor, die er sich niemals vorstellen konnte…

 

Meine Meinung:

Wie viele Jahre ich um den Fantasy-Roman „Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ von Sabaa Tahir herumgeschlichen bin – so lange wartete er auf meiner Wunschliste. Und wieder ein Auftaktband – diesmal einer vierbändigen Reihe. Ich wollte mich zwar ungerne in das nächste mehrbändige Abenteuer stürzen, aber länger konnte ich nicht widerstehen. Ich schreibe diese Rezension bereits mit dem Wissen aus drei Bänden der Reihe. ^^

 

Story mit Sogwirkung

 

„[…]; seine Schreie fahren mir durch Mark und Bein. Da weiß ich, dass ich sie immer und immer wieder hören werde, ihr Echo wird Stunde um Stunde und Tag um Tag bei mir sein, bis ich tot bin oder es wiedergutmache.“

(S. 28 des eBooks „Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ von Sabaa Tahir, One Verlag)

 

 

„Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ beginnt in Serra, einer Stadt im martialischen Imperium, einer Gegend mit Wüsten und Gebirge. Die Martialen herrschen mit harter Kontrolle und Grausamkeit über ihr Volk, aber auch über andere Völker, wie z. B. die Kundigen, die von ihnen unterdrückt, versklavt werden. Erzählt wird die Geschichte pro Kapitel jeweils abwechselnd aus der Sicht von Laia und Elias, in Form des Ich-Erzählers. Laia ist eine Kundige, die vor langer Zeit ihre Eltern durch die Martialen verloren hat. Als ihre Großeltern umgebracht werden und ihr Bruder zwecks Folter verschleppt wird, gelingt ihr nur knapp die Flucht. Sie schließt sich dem Widerstand an und gelangt, getarnt als Sklavin, nach Schwarzkliff – einer mysteriösen und berüchtigten Militärakademie, wo ihr Bruder vielleicht festgehalten wird. Schwarzkliff ist bekannt dafür, die besten Krieger des Imperiums auszubilden – nämlich die Masken, die durch hartes, erbarmungsloses und tödliches Training geformt werden. Sie werden so genannt, da sie ab einem bestimmten Grad eine silberne Maske erhalten, die für sie zu einer zweiten Haut wird. Elias ist einer von ihnen. Und er steht vor der schwersten Entscheidung seines Lebens, die vielleicht das gesamte Imperium beeinflussen könnte. Denn eine alte Prophezeiung ist mit im Spiel und ein altes Geschöpf sinnt nach Rache.

 

„Sie werden nicht zulassen, dass du Mitgefühl oder Freundlichkeit zeigst. Sie werden nicht zulassen, dass du deine Seele behältst.“

(S. 355 des eBooks „Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ von Sabaa Tahir, One Verlag)

 

 

„Elias & Laia“ bietet im Grunde nichts Neues. Es gibt ein herrschendes und grausames Volk, welches andere Völker unterdrückt, dies jedoch nicht als Unterdrückung ansieht. Einen Widerstand, der gegen die Unterdrücker kämpft. Und Protagonisten auf unterschiedlichen Seiten. Auf der anderen Seite gibt es einiges zu entdecken. Insgesamt ist diese Welt so eine Mischung aus „Römisches Kaiserreich“ und „Tausendundeine Nacht“. Magie spielt eine wichtige Rolle, doch die magisch Begabten müssen sich verdeckt halten. Auch Wesen aus alten Legenden kann man hier finden.

Ich hatte Anfangsschwierigkeiten mit der Geschichte. Größtenteils brauchte ich recht lange, um mich in dieser Welt zurechtzufinden und mir die ganzen Völkernamen zu merken. Auch war mir die Geschichte stellenweise viel zu oberflächlich, was auch an den Charakteren lag. Aber die Story baut sich Stück für Stück auf und gewinnt so sehr an Spannung, dass ich kaum aufhören konnte zu lesen. Die Sogwirkung war enorm, da es später stellenweise Szenen gibt, die bei mir pures Entsetzen und Herzklopfen verursachen konnten. Die Charaktere werden in grausame Situationen gebracht, machtlos in Anbetracht des Schreckens einen Ausweg zu finden. Schrecken, die sie vielleicht sogar selber herbeiführen müssen. Das war so heftig, dass ich nach langer Zeit endlich wieder gebannt verfolgte, welche Entscheidungen Charaktere treffen werden. Wie sie damit zurechtkommen. Und tatsächlich konnte ich um einige bangen. Was Sabaa Tahirs Schreibstil betrifft, so ist dieser flüssig zu lesen, manchmal sogar sehr malerisch und emotional.

Die Charaktere: Mit der 17-jährigen Laia bringt Sabaa Tahir eine Protagonistin, die anfangs nicht gleich unerschrocken ist, was mir ganz gut gefallen hat. Sie ist sogar absolut ängstlich, doch zwingt sie sich zu gefährlichen Plänen, weil es der einzige Weg ist, ihren Bruder zu retten. Aber irgendwie konnte ich mich mit ihr nicht so richtig „anfreunden“. Sie blieb ziemlich blass und unscheinbar. Und ihr Verhalten war nicht immer so plausibel. Jedoch nimmt sie eine erstaunliche Entwicklung, die mich damals (bei Band 1) noch darauf hoffen ließ, dass ich sie bald mehr mögen würde. Was leider nicht passierte, doch dazu mehr in den Rezensionen zu den Fortsetzungen. Elias hat mir da schon viel besser gefallen, da seine Gedanken auch tiefgründiger sind. Nach außen trägt er die kalte Fassade einer Maske, doch dahinter verspürt er den tiefsten Hass auf das Imperium – und auch auf sich selber, dafür, was er anderen antut. Seine Zerrissenheit, Taten, Entscheidungen fand ich spannend. Und dann die treue und starke Helena – ihr unerschütterliches Vertrauen macht sie scheinbar blind für die Qualen, die ihr Volk und sie selber anrichtet. Die Gefühle, die sie zu verbergen versucht. Ich war sehr neugierig auf ihre weitere Entwicklung. Und ich kann sagen, dass sie mit weiteren Bänden zu meiner Lieblingscharakterin der Reihe geworden ist. Es gibt noch eine Menge weiterer Charaktere – doch zuviel sollte man nicht verraten. ^^

Der Auftaktband war mit den Geschehnissen von der Mitte bis zum Ende ganz nahe dran, ein Highlight zu werden, doch konnte es mich nicht zu 100% begeistern. Und dann dieser heftige Showdown – großartig! Mich konnte es auf jeden Fall sehr gut unterhalten, sodass ich gleich danach den zweiten Band lesen musste.

 

Fazit:

Spannender Auftaktband, der einige Szenen bietet, die bei mir pures Entsetzen und Herzklopfen verursachen konnten. Kein Highlight, aber sehr gute Unterhaltung. Ich verfolge die Reihe gerne weiter!

 

Chronologische Reihenfolge der „Elias & Laia“-Reihe:

  1.  Die Herrschaft der Masken
  2.  Eine Fackel im Dunkel der Nacht
  3.  In den Fängen der Finsternis
  4.  Das Leuchten hinter dem Sturm

 

 

 

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