Rezension: „Schattenkämpfer“ von Mark Lawrence, (3. Band)

Schattenkämpfer
  • Handlung
  • Spannung
  • Atmosphäre
  • Action
  • Schreibstil
5

Information

Titel: Schattenkämpfer
Autor: Mark Lawrence
Verlag: Fischer Tor
Erscheinungsdatum: 24. Juni 2020
Seiten: 432
Erzählort: Planet Abeth
Erzähldatum: ca. drei Jahre nach dem zweiten Band
Erzählperspektive:  Personaler Erzähler
Genre: Fantasy
Originaltitel: Holy Sister
Buch des Ahnen – Reihe: 3. Band
ISBN: 978-3-596-00024-1

Inhalt:

Die Welt, wie Nona und die anderen im Kloster zur süßen Gnade sie kennen, bricht auseinander und steht in Flammen. Während im Norden und Süden das Eis unaufhaltsam immer näher rückt und die Schneise, den einzigen Lebensraum auf Abeth, verschluckt, überfallen fremde Völker mit ihren riesigen Heeren gnadenlos das Reich und gelangen bis vor die Tore der Hauptstadt und des Klosters – und hinterlassen auf ihrem Weg nur Tod und Zerstörung. Und in dieser Welt steht Nona vor der letzten Prüfung, um als Nonne ordiniert zu werden. Zwar ist aus ihr eine der besten und gefürchtetsten Kriegerinnen geworden, doch nun liegt die schwere Last des Schicksals der Welt und das Leben ihrer Freunde wieder in ihren Händen – und sie muss ihre Kräfte bis über die Grenzen hinaus steigern…

Meine Meinung:

Jede Reihe geht irgendwann zu Ende – so leider auch die „Das Buch des Ahnen – Reihe“ von Mark Lawrence. „Schattenkämpfer“ ist der dritte Band, den ich so sehnsüchtig erwartet habe, und das Finale einer atemberaubenden, bildgewaltigen, emotionalen und actionreichen Fantasy-Trilogie, die hier einen grandiosen und ergreifenden Abschluss nimmt.

Ein hoffnungsloser Kampf

„Eine Million Worte drängen das Eis nicht zurück, keinen Fingerbreit. Aber ein Wort bricht ein Herz, zwei heilen es, und bei dreien wird das stärkste schwach.“

(S. 210, „Schattenkämpfer“ von Mark Lawrence, Fischer Tor)

In „Schattenkämpfer“ entfalten die Konflikte, welche sich in den beiden anderen Bänden „Waffenschwestern“ und „Klingentänzer“ aufgebaut haben, vollends ihre Wirkung, hinterlassen katastrophale Folgen in dieser kalten und grausamen Welt und sorgen für einen rasanten, spannenden und actionreichen, aber auch sehr dramatischen Lauf der Handlung. Die Charaktere stehen nicht nur vor einem Problem mit gewaltigem Ausmaß mit hoffnungslosem Ausgang, sondern gleich vor mehreren. Das Eis rückt unaufhaltsam im Norden und Süden näher, im Westen und Osten ziehen riesige feindliche Heere durch das Land und hinterlassen nur Tod und Zerstörung und unter den Menschen, die eigentlich Verbündete sein sollten, gibt es Intrigen. Und die einzige Hoffnung ist, dass sie den Mond steuern können, um alles aufzuhalten. Doch dafür benötigen sie nicht nur ein verbotenes und geheimes Buch, welches sie stehlen müssen, sondern auch vier Schiffsherzen – und die Lade, welche sich extrem gut bewacht in den Kellergewölben des Palastes in Verity befindet. Währenddessen stehen Nona und ihre Freundinnen vor ihren letzten Prüfungen, um als Nonnen ordiniert zu werden. Genau in dem Moment, als der Konvent jede Nonne zum Kampf benötigt, da der Krieg beginnt.

Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen, die Stück für Stück abwechselnd erzählt werden. Zum einen gibt es den Handlungsstrang, der die Flucht nach den Ereignissen am Ende von „Klingentänzer“ zeigt, zum anderen die Geschehnisse drei Jahre danach. Bezüglich der Perspektiven ist auch im dritten Band eine neue Lösung dazu gekommen: Zwar wird sozusagen ausschließlich aus Nonas Sicht berichtet, allerdings kommt ihre besondere Gabe zum Einsatz, die den Nonnen bereits im zweiten Band geholfen hat und somit für eine interessante Abwechslung mit den Perspektiven sorgt, da man dadurch auch die Blickwinkel tauschen kann. Ebenso verrät Nona nicht komplett all ihre Gedanken, wodurch ich noch bei einigen Gelegenheiten hervorragend überrascht werden konnte. Und was den Schreibstil betrifft – dieser ist so gut wie immer.

Was wieder hier hilft, um sich besser zurechtzufinden: Am Anfang gibt es eine kleine Zusammenfassung der Handlungen aus früheren Bänden und am Ende ein Namensverzeichnis.

Dramatisch und zerstörerisch

„In diesem Moment wünschte sie sich, sie hätte die Frau, die vor ihr stand, gekannt, bevor sie je einen Altstein berührt hatte, bevor ihr die Unvollkommenheiten ausgebrannt worden waren. Sie hätte ihre Freundin gerne umarmt, aber die Teufel in ihrem eigenen Fleisch weigerten sich, noch dichter ranzugehen.“

(S. 388, „Schattenkämpfer“ von Mark Lawrence, Fischer Tor)

Seit dem ersten und zweiten Band haben sich so viele Fragen bei mir gebildet. Werden sie den Planeten Abeth noch retten und damit ihr Überleben sichern können? Was wird aus den Nonnen/Novizinnen? Wird es einen Sieg oder eine Niederlage in den Kriegen geben? Aber zu einem ganz großen Teil auch: Was hat es mit der Szene auf sich, die in „Waffenschwestern“ und „Klingentänzer“ nur im Prolog und Epilog erzählt wird? Ich hatte irgendwie gehofft, dass man hier endlich bereits am Anfang von „Schattenkämpfer“ mehr dazu erfährt – doch dafür braucht es hier etwas Geduld. Die ersten 100 Seiten haben sich leider recht gezogen und ließen meine Motivation zum Weiterlesen manchmal tatsächlich verloren gehen. Aber dazu sei gesagt: Danach geht es schon langsam richtig los. Die Story kommt ins Rollen und wird dabei immer schneller, steigert sich zu einem heftigen und fulminanten Showdown, bei dem man um jeden Charakter bangt und mitfiebern kann. Und es läuft auf ein perfektes und auch emotionales Ende hinaus, welches mich erschüttern konnte.

Großartige und mitreißende Fantasy-Reihe mit Untergangsstimmung

„Es spielt keine Rolle, was sie von mir denkt. Es spielt keine Rolle, ob sie mich hasst. Sie ist meine Freundin. Ich lasse sie nicht im Stich.“

(S. 342, „Schattenkämpfer“ von Mark Lawrence, Fischer Tor)

Wie in den anderen Bänden kommt es auch in „Schattenkämpfer“ zu brutalen und actionreichen Kampfszenen, atemberaubender Magie, dem festen und loyalen Zusammenhalt zwischen den Nonnen/Novizinnen, einer großen Portion Dramatik und einer schaurigen und verzweifelten Untergangsstimmung, die ein mulmiges Gefühl verursacht.

Auf das Wiedersehen mit den facettenreichen Charakteren habe ich mich mal wieder riesig gefreut, denn einige sind mir wirklich ans Herz gewachsen. So zum Beispiel die selbstlose Nona, die ihr Leben für ihre Freunde riskiert und zu einer gefürchteten Kämpferin geworden ist, doch bei all dem Chaos und der Skrupellosigkeit um sich herum niemals selber so grausam handelt, sondern eher Gnade und Mitgefühl zeigt. Und auch Arabella (Ara), Nonas beste Freundin und eine wahre Beschützerin. Die Schwestern Kessel und Apfel. Und noch einige mehr. Ich liebe die Entwicklung, die das Buch nimmt, bestimmt durch die Charaktere und ihre getroffenen Entscheidungen. Der Abschied von Nona und den anderen fällt unglaublich schwer.

Fazit:

„Schattenkämpfer“ ist der Abschluss der großartigen, dramatischen und dystopischen Fantasy-Trilogie „Das Buch des Ahnen“ von Mark Lawrence um eine vom Untergang bedrohten grausamen Welt, Freundschaft, Loyalität, Intrigen und starken Charakterinnen. Ich liebe diese Reihe und kann nur empfehlen: Lest diese Trilogie!

Vielen Dank an den Fischer Tor Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

Chronologische Reihenfolge der Trilogie:

  1.  „Waffenschwestern“ (1. Band)
  2.  „Klingentänzer“ (2. Band)
  3.  „Schattenkämpfer“ (3. Band)

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