Rezension: „Mortal Engines – Krieg der Städte“ von Philip Reeve, (1. Band)

Mortal Engines - Krieg der Städte
  • Handlung
  • Spannung
  • Schreibstil
  • Action
  • Atmosphäre
1

Information

Titel: Mortal Engines – Krieg der Städte
Autor: Philip Reeve
Verlag: Fischer Tor
Erscheinungsdatum: 24. Oktober 2018
Seiten: 336
Erzählort: Europa u. a.
Erzähldatum: Zukunft
Erzählperspektive: Personaler Erzähler
Genre: Fantasy
Originaltitel: Mortal Engines
Mortal Engines – Reihe: 1. Band
ISBN: 978-3-596-70212-1

Inhalt:

Die Welt hat sich verändert – zerstört durch einen gewaltigen Krieg. Die Nahrung ist knapp, Gegenden sind verwüstet. Viele Menschen leben nun in sogenannten Traktionsstädten, fahrende Städte, die durch die Gegend ziehen, um jeweils kleinere Städte zu jagen und auseinanderzunehmen, um ihre Einzelteile zu verwerten.

London ist eine solche Traktionsstadt, die nach vielen Jahren in die Jagdgründe zurückkehrt – doch nicht nur auf der Suche nach Beute. Als London wieder eine Stadt erbeutet hat und sich der Historikergehilfe Tom zusammen mit dem obersten Historiker Valentine, sein Vorbild, auf die Suche nach historischen Gegenständen macht, taucht plötzlich ein Mädchen auf, das versucht, Valentine zu ermorden und im letzten Moment von Tom aufgehalten werden kann. Das Mädchen, verfolgt von Tom, flieht bis zu einem Schacht und entkommt in die Außenlande. Und für den verblüfften Tom, der kurz darauf von seinem Vorbild Valentine in den Schacht gestoßen wird, ändert sich nun alles. Denn nun beginnt für ihn und das Mädchen, Hester Shaw, eine abenteuerliche Reise durch die gefährlichen Außenlande, immer mit dem Ziel vor Augen, zurück nach London zu gelangen. Dabei stoßen sie auf nicht wenige Probleme, wie Piraten, Sklavenhändler, Luftschiffe, fliegende und fahrende Städte – und eine Maschine, die auf sie Jagd macht…

Meine Meinung:

Dieser absolut spannende Klappentext hat meine Freude und Hoffnung geweckt, wieder eine wundervolle Buchreihe für viele gemeinsame Leserunden mit Petrissa und Laura zu haben. Fahrende Städte, Luftschiffe, Piraten, Abenteuer – das klingt alles ganz wunderbar, gigantisch und nach einem Buch, das zu einem Highlight werden könnte. „Mortal Engines – Krieg der Städte“ von Philip Reeve wurde jedoch leider zu einer unsagbaren Enttäuschung.

 

 

Eine etwas andere Zukunft

 

„Es war ein dunkler, böiger Nachmittag im Frühling, und im ausgetrockneten Bett der Nordsee eröffnete London die Jagd auf eine kleine Schürferstadt.“

(S. 4 des eBooks „Mortal Engines – Krieg der Städte“ von Philip Reeve, Fischer Tor)

 

 

„Mortal Engines – Krieg der Städte“ spielt in der Zukunft auf der Erde, die in der Vergangenheit u. a. durch einen gewaltigen Krieg zerstört wurde. Viele der Menschen leben nun in fahrenden Städten, die durch die Gegend ziehen und andere, kleinere Städte „fressen“. Der Sinn dahinter: Rohstoffe, alles, was sie verwerten/brauchen können, um zu überleben und manchmal auch mächtiger zu werden. London ist eine solche Stadt, die nach Jahren ohne Beute in die Jagdgründe zurückkehrt. Doch die Obersten der Stadt verfolgen noch ein ganz anderes und größeres Ziel. Und dann taucht plötzlich ein Mädchen mit dem Namen Hester Shaw auf und versucht den Obersten Historiker Valentine zu ermorden. Tom, ein Historikergehilfe, rettet Valentine das Leben, verfolgt Hester bis zu einem Schacht, durch den sie in die Außenlande entkommt. Und kurz darauf wird Tom von seinem Vorbild Valentine durch eben diesen Schacht gestoßen. Nun müssen sich Tom und Hester durch die Außenlande kämpfen, auf dem Weg zurück nach London. Hester hat Rache im Sinn. Und Tom – der will einfach nur nach Hause und versteht die Welt nicht mehr. Auf ihrem Weg durch die Außenlande geraten sie jedoch von einer Katastrophe zur nächsten – von Sklavenhändler über Piraten, Luftschiffe und einer mörderischen Maschine ist alles dabei.

 

Kritikpunkte

 

Die Idee mit den fahrenden Städten finde ich gut. Dass diese herumfahren, um andere Städte zu verschlingen, hat mir dann überhaupt nicht mehr gefallen. Davon einmal abgesehen…

Mit riesigen Buchstaben und Ausrufezeichen: Oberflächlich und keine Spannung, so kann man dieses Buch wohl am kürzesten beschreiben. Wie kann das angehen, bei einem solchen Klappentext?

Alles an dem Buch, sowohl Story als auch die Charaktere und der Weltenbau wirkt oberflächlich und entbehrt jeglicher Spannung. Ungefähr 1/3 des Buches musste vergehen, bis ich überhaupt schon irgendetwas über „Mortal Engines“ sagen konnte. Anfangs war es recht kurzweilig, später gibt es auch hier und da mal einen winzigen unterhaltsamen Punkt. „Mortal Engines“ setzt aber fast nur auf Effekte und vernachlässigt einfach alles andere. Der Autor scheint sich nicht gerne mit dem Ausbau der Geschichte, des Weltenbaus und von Szenen befassen zu wollen und springt lieber actionreich hin und her. Das gilt leider auch für die Charaktere. Ich konnte gar nicht mit ihnen mitfühlen. So wirklich beschäftigt sich die Geschichte auch nicht mit ihnen, nur so weit, dass sie wie Platzhalter wirken. Hester: grimmig, entstellt. Tom: ängstlich, nicht objektiv denkend. Katherine: abenteuerlustig. In diesen Dimensionen bewegen sie sich, ohne Entwicklung. Und das ist nach einer Weile nervig und anstrengend.

Mir fehlt an allen Ecken und Kanten die Tiefe. Bei all dem actionreichen Kram, den belanglosen Abenteuern und dem „krampfhaften“ Zerstörungswillen schlägt mein Herz nicht mit. Da ist kein Bangen um die Charaktere. Kein Hoffen, dass alles gut wird. Kein „An der Seite kleben“, da man unbedingt wissen muss (sofort), wie es weitergeht. Auf der Suche nach so etwas kann man hier verzweifeln – oder aufgeben. Ich habe Ersteres versucht. Mit der Folge, dass ich ungefähr ab der Hälfte des Buches nicht abgebrochen, dafür aber quergelesen habe. Bei mir war keine Motivation mehr, kein Interesse für die Details, ich wollte nur noch wissen, ob die Geschichte weiterhin so bleibt, wie zuvor. Tja, keine Änderung. Und was das Ende angeht, so hat mich dieses nur noch mehr enttäuscht. Die Idee an sich hätte so viel Potenzial für spannende Geschichten gehabt. Für mich die bisher größte Buch-Enttäuschung in diesem Jahr.

 

Fazit:

„Mortal Engines – Krieg der Städte“ von Philip Reeve setzt nur auf Effekte und vernachlässigt dabei die Geschichte an sich, die Charaktere und den Weltenbau. Alles wirkt oberflächlich, kann keine Spannung aufbauen und schon gar nicht mein Herz zum Schlagen bringen. Eher verlor ich die Motivation weiterzulesen. Ungefähr ab Mitte des Buches habe ich dann nur noch quergelesen. Und am Ende wartet die nächste große Enttäuschung. Für mich ist die Reise durch diese Buchreihe nun leider beendet.

 

Weitere Rezensionen:

Petrissa von Morgenwald

 

Mit “Mortal Engines – Krieg der Städte” von Philip Reeve habe ich gleichzeitig bei der BookloverChallenge für April 2022 die Aufgabe “Der Frühling beginnt, Zeit für einen Neuanfang. Lies einen Reihenauftakt!” erfüllt.

 

Chronologische Reihenfolge von “Mortal Engines”:

  1.  Krieg der Städte
  2.  Jagd durchs Eis
  3.  Der grüne Sturm
  4.  Die verlorene Stadt

 

 

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