Rezension: „Der Uhrmacher in der Filigree Street“ von Natasha Pulley

Der Uhrmacher in der Filigree Street
  • Handlung
  • Atmosphäre
  • Spannung
  • Schreibstil
1

Information

Titel: Der Uhrmacher in der Filigree Street
Autor: Natasha Pulley
Verlag: Klett Cotta
Erscheinungsdatum: 18. September 2021
Seiten: 448
Erzählort: England
Erzähldatum: 19. Jahrhundert
Erzählperspektive:  Personaler Erzähler
Genre: Historischer Roman
Originaltitel: The Watchmaker of Filigree Street
Reihe: —————-
ISBN: 978-3-608-98475-0

Inhalt vom Verlag:

London, Oktober 1883. Eines Abends kehrt Thaniel Steepleton, ein einfacher Angestellter im Innenministerium, in seine winzige Londoner Mietwohnung heim. Da findet er auf seinem Kopfkissen eine goldene Taschenuhr. Es ist ihm ein Rätsel, was es mit ihr auf sich hat. Sechs Monate später explodiert im Gebäude von Scotland Yard eine Bombe. Steepleton wurde gerade rechtzeitig gewarnt, weil seine Uhr ein Alarmsignal gab. Nun macht er sich auf die Suche nach dem Uhrmacher und findet Keita Mori, einen freundlichen, aber einsamen Mann aus Japan. So harmlos Mori auch scheint, eine Kette von unheimlichen Ereignissen deutet schon bald darauf hin, dass er etwas zu verbergen hat …

 

Meine Meinung:

„Der Uhrmacher in der Filigree Street“ von Natasha Pulley ist ein Roman, über den ich lange nachgedacht habe, ob ich diesen lesen sollte oder nicht. Der Klappentext verspricht eine geheimnisvolle, magische und ungewöhnliche Geschichte zur viktorianischen Zeit – und auch begeisterte Stimmen dazu weckten meine Neugier. Letztendlich habe ich mich sehr auf einen Historien-Roman gefreut, der Fantasy und Krimi-Elemente zu einer spannenden Story verbindet. Spannung konnte ich am Anfang auch finden – doch das war es dann auch schon. Da der Roman sich aufgrund einiger Punkte eher zu einer Enttäuschung entwickelte, habe ich diesen schweren Herzens ab Seite 201 von 368 eBook-Seiten abgebrochen. Deshalb bewerte ich nur den Teil des Buches, den ich gelesen habe.

 

Eine Uhr, die ein Leben verändert

 

„Ich…ich erinnere mich an das, was möglich ist, und vergesse dann das, was unmöglich wird“, […]

(S. 175 des eBooks „Der Uhrmacher in der Filigree Street“ von Natasha Pulley, Klett-Cotta Verlag)

 

 

„Der Uhrmacher in der Filigree Street“ spielt größtenteils im London der viktorianischen Zeit. Thaniel Steepleton ist Telegrafist beim Innenministerium und führt ein einfaches, sehr geordnetes Leben, das sehr bald zu Ende sein könnte, denn ein Bombenanschlag wurde angekündigt. Sein Leben gerät jedoch erst dann völlig aus den gewohnten Bahnen, als er eines Tages in seinem Zimmer eine geheimnisvolle Taschenuhr findet, die sich nicht öffnen lässt. Und Thaniel muss sich die Frage stellen: Wer hat diese Uhr dort hingelegt und warum? Und überhaupt: Wie ist derjenige in seine Wohnung gelangt? Monate später rettet diese Uhr Thaniels Leben, indem sie zum richtigen Zeitpunkt ein Alarmsignal gibt, kurz bevor eine Bombe explodiert, sodass Thaniel sich rechtzeitig in Sicherheit bringen kann. Thaniel will dem Geheimnis der Uhr weiter auf den Grund gehen – und findet den Uhrmacher Keita Mori, einen freundlichen und einsamen Japaner. Doch Mori scheint etwas vor ihm verbergen zu wollen. Eine Verbindung zwischen der Uhr und Mori mit dem Bombenanschlag scheint denkbar – das denkt auch die Polizei und bringt Thaniel dazu, Mori auszuspionieren.

Warum habe ich das Buch nun abgebrochen? Es ist so unglaublich langweilig und zäh. Zwar kann ich nach dem Schreiben des Inhalts behaupten, dass es nach einer ungewöhnlichen Geschichte klingt, die meine Neugier weckt, aber der Weg, diesen Roman zu lesen, ist ein regelrechter Kampf, der mich einiges an Nerven und Zeit gekostet hat. Das Einzige, was mir gefallen hat, ist die Einbindung von Steampunk-Elemten durch die vielen außergewöhnlichen Apparaturen, die der Uhrmacher erschaffen hat. Doch die Umsetzung konnte mich absolut nicht überzeugen. Es kam mir regelrecht vor, dass ich eine Seite nach der anderen gelesen habe, aber so gut wie gar nichts da passiert ist. Beziehungsweise passiert etwas, nämlich eine Menge belanglose Dialoge und Szenen, die nur Seiten füllend sind, umfangreiche Beschreibungen, die dennoch nichtssagend sind. Hinzu kommt noch, dass die Handlungen der Charaktere meistens nicht nachvollziehbar waren, u. a. fand ich dadurch keinen Draht zu ihnen. So wurde z. B. Thaniel dann vom Außenministerium eingestellt, zuständig für Japan, weil er aufgrund des Wohnens bei einem Japaner ja logischerweise auch Japanisch sprechen kann. Natürlich. Und auch sonst blieben die Charaktere blass. Nach einiger Zeit habe ich angefangen, Seiten zu überfliegen – und fand auch später nichts, was mein Interesse an der Story doch noch geweckt hätte oder zumindest meine Konzentration aufrecht erhalten hätte, damit ich nicht jeden Satz fünfmal hätte lesen müssen, weil meine Gedanken ständig am Abschweifen waren. Die Handlung blieb nicht greifbar. Dass die Geschichte einfach keine Fahrt aufnimmt, das Lesen zu einem mühseligen Unterfangen geworden ist und eine Ansammlung von nicht nachvollziehbaren Geschehnissen machten den Roman für mich leider zu einer wahren Enttäuschung. Weshalb ich diesen schlussendlich auch abgebrochen habe.

Fazit:

Der Klappentext verspricht eine wirklich sonderbare, magische und geheimnisvolle Geschichte. Leider konnte die Umsetzung mich absolut nicht überzeugen: keine Spannung, langatmig, mühselige und nicht nachvollziehbare Handlungen, Charaktere, die mir nichts bedeuten konnten. „Der Uhrmache in der Filigree Street“ habe ich leider abgebrochen.

 

Vielen Dank an den Klett-Cotta Verlag für das Rezensionsexemplar!

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