Rezension: „Exodus 2727 – Die letzte Arche“ von Thariot, (1. Band)

Exodus 2727 - Die letzte Arche
  • Handlung
  • Spannung
  • Atmosphäre
  • Action
  • Schreibstil
5

Information

Titel: Exodus 2727 – Die letzte Arche
Autor: Thariot
Verlag: Fischer Tor
Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2019
Seiten: 448
Erzählort: Weltraum und Erde
Erzähldatum: Zukunft
Erzählperspektive: Personaler Erzähler
Genre: Science-Fiction
Originaltitel: —————–
Exodus – Reihe: 1. Band
ISBN: 978-3-596-70447-7

Inhalt:

109 Jahre soll die Reise des Raumschiffes USS London dauern zu einem erdähnlichen Planeten im Alderamin-System, wo eine neue Welt aufgebaut werden soll. Drei Millionen Embryonen, Pflanzen, Tiere und Technologie gehören zur Fracht. 490 Besatzungsmitglieder wechseln sich im Kälteschlaf ab. Anfangs scheint alles genau zu funktionieren. Doch langsam tritt das Gegenteil ein. Die Besatzung verliert allmählich den Verstand und immer mehr Systeme fallen aus. Als die Ärztin Jazmin Harper bei den Besatzungsmitgliedern feststellt, dass sie alle an ungewöhnlichen Krankheiten leiden, und der Techniker Denis Jagdberg immer weitere Indizien dafür findet, dass das Schiff viel älter ist, als es eigentlich sein sollte, stehen sie bereits vor gravierenden Schwierigkeiten…

Meine Meinung:

Es ist schon etwas länger her, dass ich einen Science-Fiction gelesen habe, der hauptsächlich im Weltraum spielt – genau das brachte mich dann auch auf „Exodus 2727 – Die letzte Arche“ von Thariot, denn ich finde den Weltraum einfach wahnsinnig faszinierend. Obwohl der Klappentext interessant klingt, habe ich beim Lesen anfangs doch keine großen Erwartungen gehabt – das ist hier eher so eine Art „Ich lasse mich mal überraschen“ gewesen.

Eine lange Reise

In „Exodus 2727 – Die letzte Arche“ von Thariot geht es darum, dass das riesige Raumschiff USS London eine 109 Jahre dauernde Reise zu einem erdähnlichen Planeten im Alderamin-System unternimmt, um dort eine neue Welt aufzubauen. Dazu werden die drei Millionen tiefgekühlte Embryonen, die Tiere, Pflanzen und Technologie benötigt, die es dorthin transportiert. Ebenso gibt es 490 Besatzungsmitglieder, die in Gruppen eingeteilt sind und sich alle paar Jahre mit dem Kälteschlaf und der Arbeitszeit abwechseln. Die Story spielt in einer Zukunft, in welcher die Technik und Medizin sehr weit entwickelt ist. Das Raumschiff hat eine hochintelligente Bord-KI, welche die Systeme des Raumschiffes steuert, eine eigene Meinung bilden und Entscheidungen treffen kann. Ebenso gibt es z. B. auch Drohnen, die Reparaturen durchführen können.

Zwei Handlungsstränge

Die Story ist unterteilt in zwei Handlungen, die parallel erzählt werden und jeweils ein eigenes Kapitel haben. Die eine Handlung spielt auf dem Raumschiff USS London und wird aus der Sicht der Ärztin Jazmin Harper und des Technikers Denis Jagdberg erzählt. Jazmin und Denis sind vor kurzem aus dem Kälteschlaf erwacht, um sieben Jahre nach dem Start des Raumschiffes ihre erste Arbeitsschicht zu beginnen. Obwohl es einige Ungereimtheiten gibt, scheint am Anfang alles normal auf dem Raumschiff zu laufen. Doch dann ereignen sich nach und nach merkwürdige Dinge an Bord, denn es gibt immer mehr Fehlfunktionen und Ausfälle. Technologien funktionieren nicht mehr richtig, Materialien sind porös, die Kommunikation ist gestört, mit der Schiffs-KI gibt es Schwierigkeiten. Und auch mit ihrer Navigation und den Koordinaten scheint etwas nicht zu stimmen. Hinzu kommt noch, dass die Besatzung langsam durchdreht und es zu einigen Todesfällen kommt. Jazmin und Denis gehen diesen Problemen nach und stoßen dabei auf ein erschreckendes Geheimnis – doch es könnte alles schon zu spät sein, denn die Ereignisse überschlagen sich nicht nur, sondern werden noch schlimmer.

Die zweite Handlung spielt auf der Erde in Großbritannien und wird aus der Sicht des Polizisten Finch Harper erzählt, der den berühmten Wissenschaftler Duncan Harper zu seinem größten Lebensprojekt interviewt. Duncan Harper hat die künstliche Intelligenz des Raumschiffes erschaffen und ist zudem noch der ungeliebte Vater von Finch.

Genialer Sci-Fi-Thriller – aber auch mit Schwächen

„Exodus 2727“ konnte mich anfangs gar nicht mitreißen, sondern sogar ein bisschen enttäuschen. Das lag genau genommen an drei Dingen. Erstens: Die Charaktere waren mir zu oberflächlich. Zweitens: Spannung hielt sich in Grenzen und der Autor ließ sich keine Zeit, um eine schöne Atmosphäre aufzubauen. Drittens: Ich verstand nicht, was der Handlungsstrang mit Finch auf der Erde überhaupt zu bedeuten hatte – das war irgendwie verwirrend, denn es passte ja so gar nicht zu den Problemen auf dem Raumschiff. Anfangs.

„Jaz, egal, ob du liebst, hasst oder kämpfst, tue es in dem Wissen, in der nächsten Sekunde sterben zu können.“

(S. 225 des eBooks „Exodus 2727 – Die letzte Arche“ von Thariot, Fischer Tor)

Letztendlich – mit fortschreitenden Seiten – schraubte sich in meinen Gedanken die Bewertung immer höher…bis auf 5 Sterne. Warum? Weil dieser Science-Fiction-Thriller mich immer wieder mit neuen nervenaufreibenden, atemberaubenden und faszinierenden Begebenheiten und Ereignissen verblüffen und so mitreißen konnte, dass ich einfach staunend weiter lesen musste. Mir gefallen die genialen Ideen, die hier für Überraschungen sorgen, und die Umsetzung ist auch mega gut. Alles ergibt plötzlich einen Sinn. Die Atmosphäre ist schaurig. Es passieren immer mehr Dinge, es wird rasanter, es gibt Schockmomente, ein Geheimnis nach dem anderen wird aufgedeckt. Und das alles ist zu einer komplexen Story verwoben, in welcher sich alle Puzzleteile schließlich zusammensetzen und ein nachvollziehbares Gesamtbild ergeben.

Was die Charaktere betrifft, so erschienen diese mir im Laufe der Geschichte weniger oberflächlich, aber sie hätten doch noch ein bisschen mehr ausgebauter sein können – da fehlte mir leider immer noch etwas eine höhere emotionale Komponente. Fällt aber nicht so stark ins Gewicht, da mich die Story so hervorragend überraschen konnte. Und: Die technischen Beschreibungen sind hier wirklich anschaulich erklärt, aber es ist dennoch nicht ganz so einfach, sich alles vorzustellen.

Da mich „Exodus 2727“ definitiv mitreißen und erschüttern konnte, freue ich mich riesig auf die Fortsetzung!

Fazit:

„Exodus 2727 – Die letzte Arche“ von Thariot konnte mich anfangs so gar nicht mitreißen. Doch je weiter ich gelesen habe, so überraschender, faszinierender und unglaublicher ist dieser Science-Fiction-Thriller geworden. Einige Schwächen bleiben zwar noch erhalten, aber dennoch konnte mich die rasante und komplexe Story schlussendlich absolut mit mitreißen und erschüttern. Geniale Ideen und richtig gut umgesetzt – ich freue mich auf die Fortsetzung!

Vielen Dank an den Fischer Tor Verlag für das Rezensionsexemplar!

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