Clarissa – Im Herzen die Wildnis

Inhalt:

Seit dem Tod ihrer Eltern arbeitet Clarissa Howe als Dienstmädchen in Vancouver bei den Whittlers, einer schwerreichen Familie, der die Canadian Pacific, eine bedeutende Eisenbahngesellschaft in Kanada, gehört. Als jedoch Frank Whittler, der Sohn des Eisenbahnmanagers, plötzlich auftaucht und Clarissa ständig bedrängt und versucht, sie zu entehren, weigert sie sich und flieht als Passagier in einem Zug, da er sie als Diebin verleumdet und ins Gefängnis sperren will.

Als der Zug mitten in der Wildnis aufgrund von technischen Problemen stehen bleibt, begibt Clarissa sich tief in die Bergwildnis, um sich zu verstecken, und lernt dort den einsamen Fallensteller Alex Carmack und seine Huskies kennen. Sie verlieben sich ineinander und Clarissa denkt, die Erfüllung ihrer Träume gefunden zu haben. Doch selbst in dieser abgelegenen und menschenleeren Wildnis ist sie nicht sicher vor Whittler, der besessen davon ist, Rache an ihr zu nehmen, egal, was es kostet.

Nur knapp gelingt Clarissa mit Hilfe des Hundeschlittens und den Huskies eine erneute und rasante Flucht ohne bestimmtes Ziel, während sie Alex inhaftiert in dem Holzfällerlager Beaver Creek zurücklassen muss. Ihre Zukunft scheint ungewiss, doch gibt es einen geheimnisvollen Wolf, der ihr stets zur Seite steht.

Meine Meinung:

Clarissa – Im Herzen die Wildnis“ ist der erste Band einer mehrteiligen Buchreihe und erfüllt auf gelungene Weise das Charakteristikum eines romantischen Abenteuerromans. Eine längst vergangene Zeit in Kanada wird anschaulich wieder zum Leben erweckt, es gibt abenteuerliche Verfolgungsjagden mit Hundeschlitten, Indianer, eine Rinderfarm, die wunderschöne und allgegenwärtige Natur, einen geheimnisvollen Wolf und Clarissa, die durch ihre Abenteuer immer mehr lernt, Gefahren trotzt und auf ein besseres, sorgenloses Leben hofft. Alles in allem ist es ein sehr spannender und mitreißender Roman, dessen Handlung manchmal dahinplätschert, aber auch rasante und aufregende Momente beinhaltet – perfekt geeignet für gemütliche und verschneite Wintertage. Dabei wurde vom Autor besonderen Wert auf die außergewöhnlich bildhafte Darstellung der atemberaubenden, menschenleeren, rauen und verschneiten Bergwildnis gelegt, wodurch man all die Schönheit und Freiheit einer solchen Landschaft sehr gut nachvollziehen kann. Die Charaktere finden sich mit ihren Eigenschaften gut in das Geschehen, die Zeit und die Umgebung ein.

Clarissas Situation kann man am besten beschreiben mit „Glück im Unglück“. Dadurch, dass sie flüchten muss, gelingt ihr es aus einem freudlosen und unerfüllten Leben auszubrechen und ein neues Leben anzufangen. Doch bis dahin ist sie ständig auf der Flucht und muss dramatische Wendungen ertragen.

Für Clarissa spielt der geheimnisvolle Wolf „Bones“ eine bedeutende Rolle, denn er scheint wie ein Schutzgeist auf sie aufzupassen, aber gleichzeitig nicht wirklich zu existieren. Ferner werden die einzelnen Huskies genau in die Handlung mit einbezogen, was mir sehr gefallen hat.

Die Geschichte ist chronologisch aufgebaut und es gibt keine unnötigen Szenen, sodass jede Szene einen besonderen Beitrag zur Handlung erhält. Der Schreibstil ist unterhaltsam und flüssig. Es wird ausschließlich aus Clarissas Sicht erzählt, jedoch als personaler Erzähler.

Das Buch hat zwar kein offenes Ende, dennoch bietet es eine Geschichte, die noch weiter erzählt werden kann.

Fazit:

Spannender und mitreißender Abenteuerroman, der es dem Leser ermöglicht in die Handlung zu versinken und von der unendlichen Freiheit der Wildnis zu träumen. Für alle, die eine gemütliche Lesestunde verbringen möchten und Huskies und Wölfe mögen.

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