Rezension: „Das Gold der Krähen“ von Leigh Bardugo

  • Handlung
  • Spannung
  • Atmosphäre
  • Action
  • Schreibstil
5

Information

Titel: Das Gold der Krähen
Autor: Leigh Bardugo
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 3. September 2018
Seiten: 592
Erzählort: Ketterdam
Erzähldatum: ca. eine Woche nach „Das Lied der Krähen“
Erzählperspektive: Personaler Erzähler
Krähen-Reihe: 2. Band
Genre: Fantasy
Englischer Originaltitel: Crooked Kingdom
ISBN:

978-3-426-65449-1

Inhalt:

Eine unmögliche und tödliche Mission – und eine unermesslich hohe Belohnung. Keiner der sechs Krähen hätte gedacht, dass sie den Auftrag schaffen und überleben würden. Doch das haben sie. Als jedoch Kraz Brekker und seine Krähen nach Ketterdam zurückkehren, um sich die Belohnung zu holen, müssen sie erkennen, dass alles nur ein falsches Spiel gewesen ist, ein grausamer Verrat. Sie geraten in einen Hinterhalt und kommen nur knapp mit dem Leben davon, während Inej gefangen genommen wird. Sieben Tage haben die Krähen Zeit, die Forderung des Entführers zu erfüllen, ansonsten wird sie sterben.

Doch wer wäre so dumm sich mit Kaz Brekker, auch bekannt als „Dirtyhands“, anzulegen? Kaz greift tief in seine Trickkiste, geht jeden noch so schmutzigen Handel ein, stürzt sich in jedes noch so große Risiko, um Inej zu retten und endlich die so lang ersehnte Rache zu nehmen.

Meine Meinung:

Der erste Band „Das Lied der Krähen“ von Leigh Bardugo hat mich schon absolut überwältigt – der zweite Band „Das Gold der Krähen“ bringt die Dilogie zu einem mehr als krönenden Abschluss. Ich meine nicht, dass die Fortsetzung, die ich sehnsüchtig erwartet habe, besser ist als der Anfang bzw. mir mehr gefallen hat – sie sind beide gleich wunderschön und bilden zusammen eine herrlich explosive Mischung, etwas Einzigartiges, das man niemals mehr vergessen kann. Aber „Das Gold der Krähen“ macht die Geschichte um die sechs Krähen in allem noch um einiges großartiger: noch spektakulärer, noch gefährlicher, noch genialer, noch mitreißender. Die Story lässt keine Pause und treibt in einem halsbrecherischen Tempo voran, da die Spannung so stark wird, dass ich die Auflösung kaum erwarten konnte. Das Buch kurz zur Seite zu legen, sich auf etwas anderes zu konzentrieren, war für mich absolut nicht möglich, weil ich an nichts anderes mehr denken konnte. Und am Ende dieses Buches war ich emotional total erschüttert. Wirklich, diese atemberaubende, rasante und herzzerreißende Story mit ihren herausragenden Charakteren, der knisternden Atmosphäre und der permanent anhaltenden Spannung lässt mich auch nach dem Ende nicht los. Für mich definitiv ein Highlight – diese Dilogie werde ich bald nochmal lesen.

Ich hätte dich geholt. Und wenn ich nicht hätte gehen können, wäre ich zu dir gekrochen, und egal, wie kaputt wir gewesen wären, wir hätten uns den Weg gemeinsam hinaus erkämpft – mit gezückten Messern und glühenden Pistolen. Weil wir genau das tun. Wir hören nie auf zu kämpfen.

(S. 207 – 208, „Das Gold der Krähen“ von Leigh Bardugo, Knaur Verlag)

Die Fortsetzung setzt direkt an die Geschehnisse aus dem ersten Band an und spielt diesmal allerdings ausschließlich in der düsteren Hafenstadt Ketterdam, die man hier noch genauer kennenlernt. Kaz Brekker und seine Krähen treffen Vorbereitungen, um Inej zu retten und Rache zu nehmen. Denn jeder von ihnen hat eine grausame und dramatische Vergangenheit hinter sich, die einem das Herz bricht – eine Person oder mehrere, die ihnen all das Leid und Ungerechtigkeit angetan haben. Doch Kaz‘ geniale und tollkühne Pläne scheinen nicht die gewohnte Wirkung zu zeigen, denn eine Niederlage folgt auf die nächste. Bis sie in eine Situation gelangen, aus der ein Entkommen absolut unmöglich ist. Da kann nur das helfen, was man in einer solchen Situation niemals tun würde.

„Ich habe Messer, Kugeln und so viele Schläge, dass ich sie nicht mal zählen konnte, eingesteckt, und das alles für ein kleines Stück von dieser Stadt“, sagte Kaz. „Das hier ist die Stadt, für die ich geblutet habe. Und wenn Ketterdam mich je etwas gelehrt hat, dann, dass man immer noch ein wenig mehr bluten kann.“

(S. 388, „Das Gold der Krähen“ von Leigh Bardugo, Knaur Verlag)

Leigh Bardugo, deren Schreibstil mehr als wunderschön ist, hat bereits in „Das Lied der Krähen“ ein fabelhaftes Talent für Wendungen gezeigt, die überhaupt nicht vorhergesehen werden können – eine spektakulärer als die andere. Doch hier hat sie sich wirklich selbst übertroffen.

Jedes Kapitel wird wieder aus der Sicht jeweils von Kaz, Inej, Nina, Matthias, Jesper und Wylan erzählt. Wie habe ich ungeduldig darauf gewartet, diese großartigen und facettenreichen Charaktere wiederzusehen! Es sind keine alltäglichen Charaktere – sie haben ihre Fehler, sind Verbrecher und können grausam sein. Aber erkennt man, warum sie so geworden sind, so versteht man auch ihr Verhalten. Im ersten Band hat die Autorin schon einiges durch spannende Nebenhandlungen über die Hintergründe der sechs Krähen verraten, aber im zweiten Band gibt es immer noch genug Interessantes und dramatische Geheimnisse zu entdecken. So erfährt man z.B. über Wylans Vergangenheit endlich mehr, worüber man vorher im Unklaren gelassen worden ist. Ich war auch sehr gespannt darauf zu erfahren, wie sich die Krähen weiterentwickeln, denn es gibt doch einige Spannungen und ungesagte Worte, Ängste, Missverständnisse und nicht heilende Wunden, welche es jeden der Charaktere schwer macht, seine Gedanken und Gefühle auszudrücken. Ich habe mit den Krähen gelitten, gelacht und mitgefiebert und wünschte mir so sehr, dass die sechs Außenseiter ihre Träume erfüllen können.

Ihr werdet mich wiedersehen, aber nur noch einmal.

(S. 171, „Das Gold der Krähen“ von Leigh Bardugo, Knaur Verlag)

Wie bei „Das Lied der Krähen“ gibt es auch hier wieder schöne Karten: Vorne eine Karte von Ketterdam, hinten eine Weltkarte. Das Cover gefällt mir wirklich richtig gut! Überhaupt ist die Aufmachung des Buches mal wieder einzigartig, denn die Umrandung ist hier orange, und nicht hell wie sonst üblich. Außerdem gibt es hinten noch eine Auflistung der einzelnen wichtigen Charaktere des Buches.

Das Ende von „Das Gold der Krähen“ ist wunderschön, gefühlvoll, einfach perfekt, aber zugleich auch sehr traurig und voller Hoffnung. Beinahe kein Wunsch bleibt offen, aber es machte mir zum Teil auch das Herz schwer. Nach dieser Geschichte, die mich noch nach dem Ende weiter beschäftigt, war ich einfach fassungslos. So gerne würde ich mehr über die Welt und Charaktere lesen, dass der Abschied hiervon sehr schwer fällt.

„Er verabschiedet sich nicht“, […] „Er lässt einfach los.“

(S. 556, „Das Gold der Krähen“ von Leigh Bardugo, Knaur Verlag)

Leigh Bardugo konnte mich in allen Punkten, die ein Buch benötigt, um ein Highlight zu werden, überzeugen. Und macht mich neugierig auf weitere Werke von ihr.

Fazit:

Der zweite Band der Krähen-Reihe hat es echt in sich – ich bin total erschüttert und mit den Nerven am Ende. Die Geschichte ist vollkommen wunderschön, herzzerreißend und spannend bis zur letzten Seite! Mit der Krähen-Reihe hat Leigh Bardugo eine einzigartige Dilogie geschaffen mit einer schönen Atmosphäre, dramatischen Begebenheiten, genialen Charakteren, ausweglosen Situationen und spektakulären und actionreichen Wendungen. Leigh Bardugo lässt hier keinen Wunsch offen. Von mir gibt es eine hundertprozentige Lesempfehlung!

Vielen Dank an den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

2 Gedanken zu „Rezension: „Das Gold der Krähen“ von Leigh Bardugo

    1. Hallo Lisa,

      ich hätte nicht gedacht, dass diese Reihe mich so total begeistern könnte – die Krähen-Reihe ist wirklich genial!
      Es freut mich, dass Dir das Buch auch gefallen hat 🙂
      Ich habe jetzt richtig lust auch die Grischa-Trilogie von Leigh Bardugo zu lesen. Kennst Du diese schon?

      Viele Grüße
      Kristin

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