Rezension: „Das Herz der Kämpferin“ von Adrienne Young

  • Handlung
  • Spannung
  • Atmosphäre
  • Schreibstil
  • Action
5

Information

Titel: Das Herz der Kämpferin
Autor: Adrienne Young
Verlag: HarperCollins
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2018
Seiten: 320
Erzählort: Hyllie, Fela und Aurvanger
Erzähldatum: —–
Erzählperspektive: Ich-Erzähler
Genre: Fantasy
Englischer Originaltitel: Sky in the Deep
ISBN: 9783959672481

Inhalt:

Die 17-jährige Eelyn ist als Kämpferin der Aska aufgewachsen und stellt den Schutz ihrer Familie und des Clans vor ihr eigenes Leben. Als sie während einer Schlacht gegen die verfeindeten Riki ihren totgeglaubten Bruder Iri wiedersieht, traut sie ihren Augen kaum. An der Seite eines Riki kämpft er gemeinsam mit dem Feind gegen ihr Volk – ein Verrat, der sie härter trifft als jegliche Waffe sie verletzen könnte.

Um herauszufinden, warum Iri für den Feind kämpft, folgt sie ihm, wird gefangen genommen und in das Riki-Dorf in den Bergen gebracht. Eelyn versucht vehement an ihrem Hass gegen den Feind festzuhalten. Doch bald ist sie sich nicht mehr sicher, warum die beiden Völker in jahrelangem Streit leben. Als dann noch das Dorf angegriffen wird und das Ende der Riki und Aska bevorsteht, trifft sie eine Entscheidung.

Meine Meinung:

Ein so unglaublicher und herzzerreißender Fantasy-Roman ist „Das Herz der Kämpferin“ von Adrienne Young, dass es mir den Atem verschlagen konnte. Diese vollkommen emotionale und atmosphärische Story hat es geschafft mich regelrecht mitzureißen und hallt noch lange nach dem Lesen in einem nach – erschafft einen Wirbelsturm von Gefühlen. Die Aufmachung, also Gebäue, Kleidung und Waffen, lassen an Wikinger erinnern. Dabei überrascht die Geschichte gleich auf mehreren Ebenen. So hatte ich am Anfang und bis zum Showdown noch damit gerechnet, dass es der Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe ist – kein klarer Ausgang der Geschehnisse, die Lösung der Story vielleicht im dritten Band. Aber weit gefehlt! „Das Herz der Kämpferin“ ist tatsächlich ein Einzelband, alle Konflikte lösen sich an einem Ende, welches keine Wünsche offen lässt. Zwar lese ich auch gerne Reihen, aber ich finde es auch mal schön, ein Buch zu lesen, welches eine mitreißende Story in einem Einzelband erzählt. Für mich ist „Das Herz der Kämpferin“ zu einem weiteren Lesehighlight 2018 geworden!

Die Handlung erfährt man aus der Sicht der 17-jährigen Eelyn in der Ich-Erzählweise. Eelyn hat bereits als Kind gelernt zu kämpfen und lebt mit den Aska, ihrem Clan, an einem Fjord. Alle fünf Jahre findet auf dem Schlachtfeld von Aurvanger eine Schlacht zwischen den Aska und den verfeindeten Riki statt, deren Dörfer sich in den Bergen befinden. Der Konflikt zwischen den Völkern ist Tradition geworden, scheint viele Jahrzehnte in der Vergangenheit zu liegen und ist lediglich dadurch entstanden, dass beide Völker einen anderen Glauben haben, einen anderen Gott anbeten, die sich im Grunde im Streit befinden. Doch keiner scheint diesen Kampf in Zweifel zu ziehen. Keiner weiß mehr von dem anderen Volk, als das mörderische Blutvergießen in der Schlacht, was den Hass zwischen beiden nur verstärkt.

Vor fünf Jahren ist Eelyns Bruder Iri in dem letzten Kampf gestorben. Die Handlung versetzt den Leser direkt in die nächste Schlacht fünf Jahre später. Eelyn sieht ihren totgeglaubten Bruder wieder – er kämpft auf Seiten der Riki. Da treffen zwei Dinge zusammen: Zum einen vollkommenes Erstaunen, zum anderen unbändiger Hass wegen des Verrats. Sie möchte den Grund herausfinden, wird gefangen genommen und in das Riki-Dorf in den Bergen gebracht. Dort lebt sie bei einer Familie, die auch Iri aufgenommen hat, und versucht ihren Hass gegen dieses Volk aufrechtzuerhalten – und auch gegen ihren Bruder, den sie nicht verstehen kann, warum er sich bei den Riki wie zu Hause fühlt. Doch nach und nach erkennt Eelyn, dass die Riki gar nicht so anders sind als die Aska. Und dass sie nicht nur ihr Herz an einen verliert, sondern es einen noch viel grausameren Feind gibt.

Die Geschichte verwebt Loyalität, Mut, Schlachten, die nicht langatmig wirken, das Stellen eines Ziels vor dem eigenen Leben, Familie, der Glaube an Götter und Krieg zu einer definitiv ergreifenden Handlung. Die Charaktere müssen mit Trauer, Verzweiflung, dem Bewältigen von schrecklichen Verlusten und der abgrundtief grausamen Erkenntnis kämpfen, die folgt, sobald man endlich das volle Ausmaß dessen erkannt hat, was man vorher aufgrund von Sturheit und Ignoranz nicht sehen konnte. Dabei kommt es auch zu einer recht schönen Liebesgeschichte, die jedoch nicht im Mittelpunkt steht. Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. So zum Beispiel die unerschrockene und mutige Eelyn, die ihr Leben für ihr Volk riskiert. Und Fiske, ein Riki und Freund von Iri, der oftmals undurchschaubar, ruhig und nachdenklich ist und auf den man sich immer verlassen kann. Oder auch Eelyns impulsive Waffengefährtin Myra.

Adrienne Young ist somit für mich eine wahre Künstlerin was den Schreibstil, die Charaktere und die glaubwürdige Story mit einer rauen, wunderschönen und wilden Welt betrifft, in welcher nordische Mythen auf interessante Weise eingebunden sind.

Fazit:

Ein großartiger, wilder und wunderschöner Fantasy-Roman, der noch lange in einem nachhallt. Da es ein Einzelband ist und man somit nicht mehrere Bände lesen muss, um das Ende zu erfahren, kann man eine herzzerreißende und sehr spannende Geschichte mit einem Ende erleben, welches keine Fragen unbeantwortet lässt. Definitiv ein Lesehighlight!

Vielen Dank an den HarperCollins Verlag für das Rezensionsexemplar!

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