Rezension: „Der Bär und die Nachtigall“ von Katherine Arden, (1. Band)

Der Bär und die Nachtigall
  • Handlung
  • Spannung
  • Schreibstil
  • Atmosphäre
5

Information

Titel: Der Bär und die Nachtigall
Autor: Katherine Arden
Verlag: Heyne Verlag (Penguin Random House)
Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2019
Seiten: 432
Erzählort: Rus
Erzähldatum: Mittelalter
Erzählperspektive:  Personaler Erzähler
Genre: Fantasy
Originaltitel: The Bear and the Nightingale – Winternight Trilogy Book 1
Winternacht-Trilogie: 1. Band
ISBN: 978-3-453-32003-1

Inhalt vom Verlag:

In einem Dorf am Rande der Wildnis, weit im Norden Russlands, wo der Wind kalt bläst und der Schnee viele Monate des Jahres fällt, erzählt die alte Dienerin Dunja den Kindern des Grundbesitzers Pjotr Wladimirowitsch Geschichten über Zauberei, Folklore und den Winterkönig mit den frostblauen Augen. Verbotene Geschichten über eine uralte Magie. Doch für die junge, wilde Wasja sind dies weit mehr als Märchen. Sie allein kann die Geister sehen, die ihr Zuhause beschützen. Und sie allein spürt, dass sich in den Wäldern eine dunkle Magie erhebt …

 

Meine Meinung:

Mit dem Auftaktband der Winternacht-Trilogie „Der Bär und die Nachtigall“ hat Katherine Arden eine ganz zauberhafte und wundervolle Geschichte erschaffen über eine mutige Frau, Geister, Dämonen, Magie, dem Kampf zwischen Christentum und heidnischem Glauben und kalte, verschneite Landschaften, wobei russische Legenden miteingebunden wurden. Den Fantasy-Roman hatte ich schon länger im Blick, doch als Ende 2021 der 3. Band endlich erschien, wollte ich nun unbedingt die Trilogie lesen. Und aufgrund des wunderschönen Covers wanderte es dann als Print-Ausgabe in mein Regal. Von Anfang an war die Geschichte spannend – und später wurde es so gut, dass der Auftaktband für mich zu einem Highlight werden konnte.

 

 

Der Bär erwacht…

 

„Der Schatten an der Wand“, keuchte die Rusalka. „Die Stimme im Dunkeln.“ […] „Hüte dich vor den Toten.“

(S. 212 aus „Der Bär und die Nachtigall“ von Katherine Arden, Heyne Verlag)

 

 

„Der Bär und die Nachtigall“ spielt in einem kleinen Dorf in Rus im Mittelalter. Das Leben ist nicht einfach, besonders im Winter ist es hart, doch von größeren Gefahren scheint das Dorf verschont zu werden, denn die Menschen glauben an die alten Erzählungen und bringen den Geistern Gaben dar. Die Geister wiederum sind die Wächter, sie beschützen die Menschen, die Tiere und Häuser. Doch nur Wasilisa Petrowna, Wasja genannt, das mutige und wilde Mädchen mit dem dunklen Haar und den leuchtenden Augen weiß, dass die Märchen wahr sind, denn nur sie kann die Geister wirklich sehen. Wasja ist eines von fünf Kindern des Landadligen Pjotr Wladimirowitsch – und sie ist anders als alle anderen. In dieser Welt, in der Frauen nur zwei Wege bleiben, nämlich entweder heiraten oder ihr Leben in einem Kloster zu verbringen, träumt sie von der Freiheit, von einem Leben, das sie selber bestimmen kann. Und dafür kämpft sie auch. Doch als der christliche Glaube in ihrem Dorf immer stärker wird und Angst und Furcht sich unter den Menschen ausbreitet, geraten die alten Legenden in Vergessenheit. Und während die Geister schwächer werden, erwacht tief im Wald eine dunkle Macht, die sich allmählich von ihren Fesseln befreit. Nur Wasja und der Winterdämon Morosko erkennen die Gefahr und versuchen dagegen anzukämpfen. Doch wird es ihnen noch gelingen, bevor der Schatten auf die Welt losgelassen wird?

 

 

 

Düsteres, schauriges und wunderschönes Wintermärchen

 

„Blut ist das eine, das zweite Gesicht das andere. Aber Mut – Mut ist das Seltenste und Wertvollste von allen, Wasilisa Petrowna.“

(S. 371 aus „Der Bär und die Nachtigall“ von Katherine Arden, Heyne Verlag)

 

 

Die Geschichte ist wie ein Märchen, wunderschön, magisch und düster zugleich, wobei auch eine Portion Dramatik dazukommt und der Schreibstil einfach ganz wundervoll ist! Und mal eine ganz andere Art von Fantasy-Erzählung durch Einbindung russischer Folklore. Langsam wird die Geschichte aufgebaut, Stück für Stück erfährt man, wie Wasja aufwächst, in den Wäldern herum streunt, sich um die Hausgeister kümmert – und mit Pferden spricht. Hier gibt es so viele verschiedene und interessante Wesen. So zum Beispiel Haus-, Stall- und Badehausgeister. Die Rusalka, eine Wassernymphe, die im bzw. am See wohnt. Sprechende Pferde. Waldgeister. Dämonen. Und auch bösartige Wesen aus Albträumen, die für richtig schaurige Szenen sorgen. Dabei gab es auch regelrechte Herzklopf- und Gänsehautmomente. Was da auf den Leser zukommt ist wirklich heftig!

Ist es meistens bei Büchern so, dass pro Kapitel nur die Perspektive eines Charakters verwendet wird, gibt es in „Der Bär und die Nachtigall“ einen fließenden Perspektivenwechsel innerhalb der Kapitel. Und das ist absolut geschickt angestellt.

Mir gefallen die Grundthemen des Buches total und wie sie zu einer packenden und schönen Geschichte umgesetzt worden sind. Wasja, eine mutige Frau, die versucht, ihre Familie und das Dorf zu retten und um ihre Freiheit kämpft. Die Geister und die Legenden, die in Erinnerung bleiben müssen, damit das Böse ferngehalten werden kann. Gut gezeichnete Charaktere, die sich wunderbar in das Gesamtbild fügen. Wie das eigenwillige Pferd Solowej. Oder der interessante Frostdämon Morosko. Ja, und Charaktere, die man hassen kann, tauchen auf. Im Großen und Ganzen war die Geschichte für mich die meiste Zeit über „sehr gut“, doch die letzten 150 Seiten konnten es dann für mich zu einem Highlight werden lassen.

Nach einem tollen Showdown wartet ein schönes Ende, das mir sehr gefallen hat. Es wirkt für mich wie ein Finales Ende, wobei die wenigen noch offenen Fragen der Vorstellungskraft des Lesers überlassen werden könnten. Doch all das bietet noch so viel Potenzial für weitere spannende Geschichten mit Wasja, Solowej und Morosko. Und somit freue ich mich total auf die beiden Fortsetzungen!

Fazit:

Ein wunderschöner Fantasy-Roman um eine mutige Frau, alte Legenden und den Kampf gegen böse Mächte. Wie ein Märchen, magisch und wunderschön, aber auch mit schaurigen Momenten. Wasjas Weg möchte ich unbedingt weiterverfolgen! Leseempfehlung!

 

Mit “Der Bär und die Nachtigall” habe ich gleichzeitig bei der BookloverChallenge für Januar 2022 das Thema “Lies ein Buch, das etwas mit Schnee und Eis zu tun hat, ob Handlung oder Cover” erfüllt.

 

Weitere Rezensionen: 

Petrissa (Morgenwald)

Laura

 

Reihenfolge der Winternacht-Trilogie von Katherine Arden:

  1.  Der Bär und die Nachtigall
  2.  Das Mädchen und der Winterkönig
  3.  Die Hexe und der Winterzauber

 

 

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