Rezension: „Der Wendekreis der Schlangen“ von Marie Brennan, (2. Band)

Der Wendekreis der Schlangen
  • Handlung
  • Atmosphäre
  • Spannung
  • Schreibstil
4.5

Information

Titel: Der Wendekreis der Schlangen
Autor: Marie Brennan
Verlag: Cross Cult
Erscheinungsdatum: 5. März 2018
Seiten: 330
Erzählort: Eriga
Erzähldatum: 3 Jahre nach dem 1. Band
Erzählperspektive:  Ich-Erzähler
Genre: Fantasy
Originaltitel: The Tropic of Serpents
Lady Trents Memoiren – Reihe: 2. Band
ISBN: 978-3959815055

Inhalt:

Nach dem drei Jahre zurückliegenden erstaunlichem und schicksalhaftem Abenteuer in den kalten Bergen und Wäldern Vystranas ist Isabellas Wissensdurst und Neugier bezüglich Drachen noch sehr viel weiter gestiegen. Ihre nächste Expedition führt sie deshalb auf den tropischen Kontinent Eriga, der von einem Krieg zwischen dem nördlichen Bayembe und dem südlichen Eremmo erschüttert wird, in der Mitte getrennt durch den undurchdringlichen und geheimnisvollen Dschungel und Sümpfe von Mouleen – die Grüne Hölle. Begleitet wird sie dabei von dem reservierten Forscher Wilker und ihrer optimistischen Freundin Natalie, die auf der Flucht vor ihrer eigenen Familie ist. Gemeinsam kann die Gruppe nichts aufhalten: Keine veralteten Denkweisen, keine unerträgliche Hitze, erbarmungslose Krankheiten, politische Intrigen, gefährliche und giftige Tiere, Verletzungen, Angriffe, Ungeschicktheit, fremdartige Nahrung, seltsame Religionen….und schon gar kein Krieg. Ihr Weg führt sie direkt in den Dschungel, die Grüne Hölle, wo sie die moulischen Sumpfwyrmer erforschen wollen. Und diesmal brauchen sie ihre gesamte Kreativität und wissenschaftliches Denken sowie diplomatisches Handeln, um die Probleme, die sich ihrer Forschung in den Weg stellen, zu lösen…

Meine Meinung:

„Der Wendekreis der Schlangen“ von Marie Brennan ist bereits der zweite Band um die Abenteuer der unkonventionellen, mutigen und wissbegierigen Drachenforscherin Isabella aus der Drachenfantasy-Reihe „Lady Trents Memoiren“. Wie auch der erste Band „Die Naturgeschichte der Drachen“, den ich sehr mochte, habe ich den zweiten Band in einer Leserunde zusammen mit den Bloggerinnen Roberta von „Das Bambusblatt“ und Vivka von „A Winter Story“ gelesen – was wieder sehr viel Spaß gemacht hat. Von einigen Schwierigkeiten in der ersten Hälfte der Fortsetzung abgesehen, fand ich „Der Wendekreis der Schlangen“ wirklich sehr gut.

 

Drachen im Dschungel und in Sümpfen…

 

„Ich war schon zuvor und auch seither wieder an gefährlichen Orten – Vystrana, die Wüste von Akhia, überall, wo man Politiker finden kann -, aber ich glaube, nur die Gipfel von Mrtyahaima sind so schier tödlich wie die Grüne Hölle.“

 

(S. 186 des eBooks „Der Wendekreis der Schlangen“ von Marie Brennan, Cross Cult)

 

Die Expedition in die Berge und Wälder Vystranas ist mittlerweile drei Jahre her, als Isabella gemeinsam mit Lord Hilfords Nichte Natalie und Mr. Wilker zum tropischen und vom Krieg erschütterten Kontinent Eriga aufbricht, um dort eine speziell in der Grünen Hölle, also im Dschungel und in den Sümpfen von Mouleen, lebende Drachenart, nämlich die moulischen Sumpfwyrmer, zu erforschen. Dort erwarten sie einige Probleme – von politischen Intrigen, unerträglicher Hitze, tödlichen Infektionen und Krankheiten, gefährlichen und giftigen Tieren, sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten, der eigenen Ungeschicktheit, fremdartiger Nahrung bis hin zu ungewöhnlichen Religionen mit Ritualen ist alles dabei, was ihre Expedition definitiv spannend und lebensgefährlich macht. Noch dazu gestaltet sich das Erforschen der Drachen auch nicht gerade einfach, denn das in der Grünen Hölle lebende Volk hütet bezüglich der Sumpfwyrmer ein Geheimnis. Und Isabella ist definitiv noch ein Stückchen abenteuerlustiger geworden.

 

Wieder ein schöner Drachenfantasy-Roman

 

„Ich denke nur darüber nach, wie viel Glück ich habe, dass ich in meinem Wahnsinn nicht alleine bin.“

 

(S. 139 des eBooks „Der Wendekreis der Schlangen“ von Marie Brennan, Cross Cult)

 

Auch wenn die erste Hälfte recht unterhaltsam gewesen ist, so hatte ich doch damit so meine Probleme. Die Story zog sich hier, weil die politische Lage sehr detailliert und umfangreich dargestellt wird. Das wurde nochmal erschwert durch die vielen schwierigen – und manchmal auch gleich klingenden – Namen, die ich mir einfach nicht merken konnte. Das Gleiche gilt für Ortsnamen und die einzelnen Bezeichnungen der Völker. Irgendwann war es einfach zu viel – und zu langweilig -, ich konnte mich nicht mehr richtig konzentrieren, weshalb ich das alles nur noch an mir vorbeiziehen ließ, ohne mir darüber noch weitere Gedanken zu machen. Als jedoch in der zweiten Hälfte des Buches endlich die Expedition in die Grüne Hölle beginnt und es somit nicht mehr lange dauert, bis die Gruppe ihre ersten Schwierigkeiten meistern muss und das langersehnte Treffen mit Drachen in greifbare Nähe rückt, bekam die Geschichte endlich Schwung und ließ sich definitiv viel leichter und schneller lesen. Und knüpft somit, was Spannung betrifft, wieder an den Auftaktband an. ^^

„Der Wendekreis der Schlangen“ von Marie Brennan ist wieder eine gelungene Kombination aus atmosphärischer Drachenfantasy und Historie des realen 18./.19. Jahrhunderts, verpackt in Memoiren einer wagemutigen Drachenforscherin. Was mich bereits im ersten Band absolut erstaunen konnte, ist, dass diese Erzählungen von Isabella wie richtige Memoiren einer Drachenforscherin wirken und somit das alles richtig authentisch macht, als würde es Drachen wirklich geben – ja als würden Isabellas Abenteuer wirklich passiert sein. Die Beschreibungen der Gesellschaft in dieser Zeit, der Umgebung, der Drachenforschung, der Expedition in den Dschungel, der politischen Lage und allem drum herum – das alles trägt dazu bei und ist einfach ganz großartig gemacht!

Noch dazu ist Isabella, die ich bereits in „Die Naturgeschichte der Drachen“ sofort mochte, eine hervorragende Protagonistin – und durch ihr älteres und berühmtes Ich eine geschickte Erzählerin, wodurch der angenehme und ruhige Schreibstil wieder eine ordentliche Portion Humor, Nüchternheit und Sachlichkeit bekommt. Dabei kommt es hin und wieder zu einigen Szenen bzw. Ereignissen, die herrlich amüsant sind. Außerdem mag ich sie als Charakterin total gerne, weil sie sich nicht von einer altertümlichen Gesellschaft aufhalten lässt, weil sie diese Grenzen überschreitet, um Drachen zu erforschen, und dadurch den Grundstein für eine neue Welt legt, für ein neues Denken schafft. Ich mag sie auch, weil sie mutig, abenteuerlustig, scharfsinnig, risikofreudig und pragmatisch ist und offen ihre Meinung sagt – und das nicht immer sehr diplomatisch – und sich von der Wissenschaft leiten, begeistern und faszinieren lässt. Eine wahre Pionierin dieser Zeit!

 

Fazit:

Atmosphärisches Drachenabenteuer in einem gefährlichen und geheimnisvollen Dschungel mit einer ganz großartigen Protagonistin! Die Reihe um die Drachenforscherin Isabella (Lady Trent) gefällt mir immer besser. Ich freue mich schon auf die weiteren Bände! Klare Leseempfehlung!

 

Weitere Rezensionen aus der gemeinsamen Leserunde bei:

Roberta von „Das Bambusblatt

 

Reihenfolge der „Lady Trents Memoiren“ – Reihe:

  1.  Die Naturgeschichte der Drachen
  2.  Der Wendekreis der Schlangen
  3.  Die Reise der Basilisk
  4.  Im Labyrinth der Draken
  5.  Im Refugium der Schwingen
  6.  Aus der Finsternis zum Licht

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