Rezension: „Die Feuerreiter Seiner Majestät – Drachenprinz“ von Naomi Novik, (2. Band)

Drachenprinz - Die Feuerreiter Seiner Majestät 02
  • Handlung
  • Spannung
  • Atmosphäre
  • Schreibstil
  • Action
5

Information

Titel: Die Feuerreiter seiner Majestät – Drachenprinz
Autor: Naomi Novik
Verlag: Blanvalet (Random House)
Erscheinungsdatum: 9. Juli 2007
Seiten: 544
Erzählort: England, China und das Meer
Erzähldatum: 1806, kurz nach „Drachenbrut“
Erzählperspektive:  Personaler Erzähler
Genre: Fantasy
Originaltitel: The Temeraire Series: Throne of Jade
Die Feuerreiter seiner Majestät – Reihe: 2. Band
ISBN: 978-3-442-24444-7

Inhalt vom Verlag:

Kaum haben Captain Will Laurence und sein gewaltiger Drache Temeraire ihre erste Bewährungsprobe bestanden, da erscheint eine chinesische Delegation am britischen Königshof und fordert die Rückgabe Temeraires. Als Laurence sich weigert, muss er seinen geliebten Gefährten in den fernen Osten begleiten – ohne zu ahnen, was ihn und Temeraire am Ende ihrer langen, gefahrvollen Reise erwartet …

 

Meine Meinung:

Eigentlich wollte ich den zweiten Band im Sommer lesen, doch ich konnte einfach nicht warten, denn meine Gedanken kreisten ständig darum, welches Abenteuer Laurence und Temeraire als nächstes erwarten würde und der Klappentext machte mich unglaublich neugierig. „Drachenprinz“ von Naomi Novik ist mittlerweile der zweite Band der neunbändigen Drachenfantasy-Reihe „Die Feuerreiter Seiner Majestät“ und konnte mich wunderbar unterhalten! Zwar etwas schwächer als der Auftaktband „Drachenbrut“, aber die großartigen Spannungspunkte, eine schöne Atmosphäre, Naomi Noviks gewohnt packender Schreibstil, der absolut niedliche Drache Temeraire und sein ruhiger und loyaler Gefährte Kapitän Laurence konnten auch die Fortsetzung wieder für mich zu einem Highlight werden lassen. Und allmählich werden die Laurence-Temeraire-Bücher für mich zu einer regelrechten „Wohlfühl-Reihe“, genau richtig, um einen gemütlichen Tag zu verbringen.

 

Eine lange und abenteuerliche Seereise – und viele weitere Probleme

 

„Vor ihnen lagen nichts als die endlose blaue Weite des Ozeans und ein ungewisser Weg in ein noch ungewisseres Schicksal.“

 

(S. 123 des eBooks „Die Feuerreiter Seiner Majestät – Drachenprinz“ von Naomi Novik, Blanvalet Verlag)

 

 

„Drachenprinz“ spielt nicht lange nach den Geschehnissen aus „Drachenbrut“ und stellt Laurence und Temeraire vor ein schwieriges Problem: Eine chinesische Delegation, angeführt von dem chinesischen Prinzen Yongxing, ist in England aufgetaucht und fordert die Herausgabe Temeraires, damit dieser in seinem Heimatland China ein für einen Himmelsdrachen angemessenes Leben führen kann – und zwar ohne Laurence, der in ihren Augen kein geeigneter Gefährte für einen solchen Drachen ist. Doch Temeraire weigert sich hartnäckig und Laurence verteidigt Temeraires Wünsche, egal welche Konsequenzen dadurch auf ihn zukommen. Als die Chinesen sich jedoch dazu bereit erklären, dass Laurence Temeraire in den fernen Osten begleiten darf, beginnt für die beiden und ihre Mannschaft eine lange, abenteuerliche und auch nicht ungefährliche Reise nach China auf dem Drachentransporter Allegiance über das Meer. Und auch an ihrem Zielort Peking warten noch einige Probleme, aber auch viele neue Eindrücke auf sie.

 

 

„Wenn ich wirklich sehr beleidigend werde, glaubst du, sie würden dann verschwinden?“ fragte er [Temeraire]. „Laurence, was wäre besonders empörend?“

Hammond sah aus wie Pandora, nachdem sie die Büchse geöffnet und so den Schrecken in die Welt gesetzt hatte. Fast hätte Laurence gelacht, doch aus Mitleid unterdrückte er diese Regung.

 

(S. 74 des eBooks „Die Feuerreiter Seiner Majestät – Drachenprinz“ von Naomi Novik, Blanvalet Verlag)

 

 

Auch „Drachenprinz“ hat mir richtig Spaß gemacht zu lesen! Hier gibt es, wie bereits im Auftaktband, amüsante und nervenaufreibende Szenen, aber auch herzzerreißende, wenn Laurence und Temeraire wieder getrennt werden sollen – alles geschrieben in Naomi Noviks ruhigem und geschicktem Schreibstil, wodurch sie eine schöne Atmosphäre erschaffen hat und ein klares und sehr gekonntes Bild dieser Zeit und der unterschiedlichen Umgebungen zeichnet. Die Abenteuer, welche die Charaktere überstehen müssen, sind richtig spannend, denn die Seereise ist ziemlich abenteuerlich im Hinblick auf Seemonster und Angriffe, politische Probleme und Intrigen, ständige Versuche Laurence und Temeraire zu trennen und Mordanschläge – natürlich wird das dann auch am Land fortgesetzt. Und immer wieder wird die Freundschaft zwischen Laurence und Temeraire auf die Probe gestellt. Die Charaktere müssen sich mit einigen Fragen beschäftigen, die mir auch durch den Kopf geisterten, wie z. B. warum der chinesische Prinz so vehement auf Temeraires Rückkehr nach China besteht und wer hinter den Mordanschlägen auf Laurence steckt.

Die Handlung selber ist in einem recht gemäßigten Tempo erzählt, nimmt jedoch bei actionreichen Szenen mehr an Tempo zu. Am meisten wird wieder Wert gelegt auf die Charaktere, zum Teil auch auf die Umgebung und auf die politischen Schwierigkeiten, wobei letzteres nicht trocken geschildert wird, wie man vielleicht denken könnte. Erneut wird die Geschichte aus Laurences Sicht in Form des personalen Erzählers erzählt, wodurch man seine Gedanken wunderbar mitverfolgen kann, denn in diesem Band drehen diese sich sorgenvoll, verzweifelt und wütend bezüglich der Ungewissen Zukunft hin und her, sodass er einen großen Teil der Story nicht besonders gut gelaunt ist.

Ich habe mich sehr auf das Wiedersehen mit den herzerwärmenden Charakteren gefreut! Mit dabei sind wieder Leutnant Grandby, der eine wichtige Stütze für Laurence ist. Laurences ehemaliger Erster Offizier Riley. Einige aus dem ersten Band kommen aber leider nur kurz vor, dafür ist noch der britische Diplomat Hammond dazugekommen, der sie nach China begleitet, um zwischen England und China eine politische Beziehung aufzubauen. Hammond ist ebenfalls ein gut gezeichneter Charakter – und zwischen ihm und Laurence gibt es einige Meinungsverschiedenheiten. Ganz besonders freute ich mich allerdings auf Temeraire und Laurence. Ich finde es immer wieder total süß, wie Temeraire seine Besitzansprüche an Laurence zeigt und auf ihn aufpasst wie eine Glucke. Außerdem finde ich es toll, wie Laurence für Temeraires Wünsche kämpft. Oder auch ist es immer wieder amüsant und spannend, wenn Laurence Schwierigkeiten hat auf Temeraires philosophische Fragen die richtigen bzw. gut abgewägte Antworten zu geben. Denn der Besuch in China lässt Temeraires Gedanken kreisen, da zwischen dem Leben der Drachen in England und China ein riesiger Unterschied besteht. Mir hat es jedenfalls gefallen, wie das Leben der Drachen in China dargestellt wird.

Am Ende gibt es eigentlich sogar zwei Showdowns bzw. Spannungshöhepunkte. Und darauf wartet dann ein überraschendes und interessantes Ende.

 

Fazit:

Mitreißend, Humorvoll, spannend – wieder ein großartiger Drachenfantasy-Roman der „Die Feuerreiter Seiner Majestät“-Reihe von Naomi Novik. Mir hat auch der zweite Band „Drachenrpinz“ wieder richtig Spaß gemacht zu lesen! Ich kann es kaum erwarten den dritten Band anzufangen. Definitiv eine Reihe, die süchtig macht.

 

 

Chronologische Reihenfolge:

  1.  Drachenbrut
  2.  Drachenprinz
  3.  Drachenzorn
  4.  Drachenglanz
  5.  Drachenwacht
  6.  Drachenflamme
  7.  Drachengold
  8.  Drachenfeind
  9.  Drachensieg

 

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