Rezension: „Höllenhund“ von Lew Marschall

Höllenhund
  • Handlung
  • Atmosphäre
  • Spannung
  • Action
  • Schreibstil
  • Idee
1.5

Information

Titel: Höllenhund
Autor: Lew Marschall
Verlag: —————————
Erscheinungsdatum: 25. Juni 2019
Seiten: 460
Erzählort: Fantasywelt und Deutschland
Erzähldatum: heutige Zeit (u.a.)
Erzählperspektive: Personaler Erzähler, auktorialer Erzähler
Genre: Fantasy
Originaltitel: ———————–
Reihe: ———————–
ISBN: 9783000630118

Inhalt des Autors:

Nutzt du die Freiheit, die Pflicht zur Verantwortung, die dir dein Leben aufzwingt? Würdest ein Schicksal annehmen, welches dich zu Ruhm und Ehre führen kann, selbst wenn du dafür die Liebe deines Lebens opfern musst?

Der letzte Kriegerpriester der Göttin Zulora wurde vor 20 Wintern im Kampf getötet. Der neue Auserwählte ist ein Bettler, ein Geprügelter und Geächteter in der mittelalterlichen Stadt Ingelspfort.

Wenn er nur wüsste, dass gleichzeitig ein Junge in einem kleinen Dorf im Sommer 2019 seine Geschichte als Comic zeichnet …

Meine Meinung:

Bei „Höllenhund“ von Lew Marschall hat der Klappentext sofort meine Neugierde geweckt und meine Erwartungen richtig hochgeschraubt auf eine mitreißende, actionreiche und tiefgründige Geschichte. Schlussendlich habe ich einfach zu viel erwartet und das Buch ab Seite 158 (des eBooks) abgebrochen, weil ich überhaupt nicht in die Geschichte fand und deshalb dieser auch nicht weiter folgen konnte.

Worum geht es?

Zwei Menschen, zwei Welten, ein Schicksal?

In „Höllenhund“ gibt es einmal unsere reale Welt, aber auch eine Fantasywelt, die dem Mittelalter nachempfunden ist, und dadurch zwei Geschichten, die parallel erzählt werden. Zum einen gibt es Hansgar, der in der Fantasywelt anfangs ein armer Bettler ist, dann jedoch durch einen glücklichen Zufall von dem Ritter Ronald aufgespürt und zum Kriegerpriester ausgebildet wird. Zum anderen gibt es Hans, einen normalen und schüchternen Jungen, der in unserer Welt versucht zurechtzukommen und ständig schikaniert wird, erlangt jedoch immer mehr an Selbstbewusstsein, als er anfängt Comics zu zeichnen, die von Hansgar handeln. Beide Welten weisen Parallelen auf, beide Protagonisten müssen es mit Gefahren aufnehmen – zudem hat das, was Hans zeichnet und schreibt, Auswirkungen auf beide Welten.

Geniale Idee – keine überzeugende Umsetzung

Die Idee, die hinter dieser Story steckt, fand ich unglaublich vielversprechend. Aber bereits am Anfang fand ich keinen Weg in die Geschichte, was sich später leider nicht änderte. Die Geschichte zieht sich wie ein zäher und mühseliger Klumpen, was alles langatmig macht und lässt keine Spannung aufkommen, konnte mich eher oftmals stark verwirren. Denn Hansgars Abenteuer sind mehr als befremdlich. Und wenn ich doch mal dachte, dass jetzt irgendwas Spektakuläres passiert, ist die Spannung entweder abgeflaut oder ich wurde in ein Chaos gestürzt, welches mich komplett verwundert zurückließ. So stehen der Ritter Ronald und Hansgar in einer Szene vor dem Haus der Inquisitorin und diskutieren darüber, ob Hansgar schon bereit ist für diesen Kampf – und dann sind sie plötzlich in einer Pyramide, wo Hansgar ein Schwert findet und somit Ronald von sich überzeugen kann. Diese vielen Sprünge und das Chaotische hat mich nicht selten verwirrt.

Leider fehlte mir auch eine Beziehung zu den Charakteren. Sie haben zwar ihre abenteuerlichen, konfusen und zu stark brutalen Gefahren zu überstehen, um später als strahlende Helden dazustehen, aber sie konnten mich nicht mitreißen. Weder mochte ich sie noch mochte ich sie nicht, denn irgendwelche besonderen Charaktereigenschaften, die mich zum Mitfiebern gebracht hätten, waren für mich nicht erkennbar. Und genau deshalb ist für mich auch hier die Spannung auf der Strecke geblieben.

Mit dem Schreibstil konnte ich absolut nichts anfangen. Und genau das war von allem das, was am meisten alles weitere entschieden hat. Das Lesen war für mich mehr als holprig und anstrengend, sodass für mich kein Lesefluss zustande gekommen ist und es mir noch zusätzlich schwer machte, der Story zu folgen. Eher wurde ich unachtsamer, konnte die Kapitel nicht mit der nötigen Aufmerksamkeit verfolgen und fing sogar an, einzelne Stellen zu überspringen. Und aus diesem Grund habe ich das Buch dann abgebrochen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Geschichte darauf hinauslaufen könnte, dass Hansgar und Hans es vielleicht schaffen, ihre Dämonen zu besiegen – oder vielleicht zugrunde gehen. Aus Interesse hätte ich schon ganz gerne gewusst, wie „Höllenhund“ endet, aber dafür hätte ich „weiterkämpfen“ müssen, wofür mir leider hier das Durchhaltevermögen fehlt.

Fazit:

Wirklich vielversprechender Klappentext, der meine Erwartungen mehr als zu hoch schraubte. Spannung kommt so gut wie gar nicht auf, die Story ist chaotisch und verwirrend und mit dem anstrengenden und nervigen Schreibstil konnte ich mich gar nicht anfreunden, sodass ich ab Seite 158 das Buch schlussendlich abgebrochen habe. Ich will nicht sagen, dass das Buch deshalb schlecht ist – jeder macht seine eigenen Erfahrungen –, die Umsetzung hat nur leider überhaupt nicht meinen Geschmack getroffen.

Vielen Dank an den Autor Lew Marschall für das Rezensionsexemplar.

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