Rezension: „Silberdrache“ von Angie Sage, (1. Band)

Silberdrache
  • Handlung
  • Spannung
  • Action
  • Schreibstil
  • Atmosphäre
4

Information

Titel: Silberdrache
Autor: Angie Sage
Verlag: arsEdition
Erscheinungsdatum: 23. August 2019
Seiten: 320
Erzählort: Fantasywelt und England
Erzähldatum: heutige Zeit (u.a.)
Erzählperspektive: Personaler Erzähler
Genre: Fantasy
Originaltitel: Rise of the dragons
Silberdrache – Reihe: 1. Band
ISBN: 978-3-8458-3397-2

Inhalt:

Eines Tages rollt dem armen Waisenjungen Joss ein Drachenei direkt vor die Füße und verändert sein Leben. Denn aus dem Ei schlüpft ein wunderschöner Silberdrache, die sehr selten sind und zwei Welten verbinden können. Joss nennt ihn Lysander, geht mit ihm einen Bund ein und hat nun endlich wieder Hoffnung gemeinsam mit seiner Schwester Allie vom Hof der Zolls zu fliehen und ein besseres Leben zu beginnen. Doch dafür müssen sie an dem Lennix-Clan vorbei, der skrupellos und mit allen Mitteln versucht den Silberdrachen zu bekommen.

Sirin lebt in einer anderen Welt und kennt die Geschichten über Drachen und Magie, wobei es beides wirklich gegeben haben soll. Ihre Mutter ist schwer krank, weshalb sie zu Pflegeeltern kommt. Doch je mehr Zeit vergeht, umso mehr schwindet die Hoffnung, die sie durch ihre Geschichten aufrechterhalten konnte. Bis plötzlich ein silberner Drache vor ihr steht…

Meine Meinung:

Eigentlich lese ich nicht besonders häufig Kinderbücher – was ich ja jetzt langsam ändern möchte -, aber wenn es in einem Buch um Drachen geht, kann ich da nicht vorbei. ^^

„Sie blickte Bellacrux tief in die Augen und wartete darauf, was der Drache als Nächstes tun würde. Allie begriff und akzeptierte, dass es nun kein Entkommen mehr gab, doch aus irgendeinem Grund hatte das keine Bedeutung mehr. Ihre ganze Welt lag in diesen geheimnisvollen Augen.“

(S. 183, „Silberdrache“ von Angie Sage, arsEdition Verlag)

Drachen und Abenteuer – Zwei Welten

In „Silberdrache“ gibt es zwei Welten und zwei Handlungen. Die Handlung, welche den größten Teil des Buches ausmacht, spielt in einer mittelalterlichen Fantasywelt. Hier geht es um die beiden Waisenkinder Joss und Allie, die auf einem Hof unter sehr schlechten Bedingungen arbeiten müssen. Während Joss treuherzig ist und durch seine recht naiven Handlungen und arglose Denkweise nicht selten Schwierigkeiten hervorruft, ist Allie die vernünftigere von beiden, verantwortungsbewusst und denkt nach, bevor sie etwas macht. Es gibt in dieser Welt zwei Arten von Drachen: zum einen die freilebenden Drachen, welche recht friedlich sind. Zum anderen bösartige, aggressive und kaltblütige Drachen, sogenannte Raptoren, welche sich von Menschen ernähren, von der grausamen Familie Lennix so abgerichtet worden sind und gemeinsam mit dem Lennix-Clan Eier von anderen Drachen stehlen, um die daraus heranwachsenden Jungtiere zu Raptoren zu erziehen. Da es jedoch in dieser Welt kaum noch Menschen gibt, benötigt Demara Lennix, die kaltblütige Anführerin des Clans, einen Silberdrachen – dieser kann nämlich ein Portal zu einer anderen und unverbrauchten Welt öffnen. Da Joss einen Bund mit dem mutigen und sehr verspielten Silberdrachen Lysander eingeht, schweben sie in größter Gefahr, da Demara alles versuchen wird, um den Silberdrachen in ihren Besitz zu bekommen.

Gleichzeitig gibt es die etwas kurze Handlung um die elfjährige Sirin, die in unserer Welt zur heutigen Zeit lebt. Ihre Mutter ist schwer krank, weshalb sie bei Pflegeeltern leben muss. Das Einzige, was ihr noch Hoffnung gibt, sind die Geschichten über Drachen, die es früher wirklich gegeben haben soll.

Schwächen und Stärken

Insgesamt fand ich die Drachen sowie die Kampf- und Flugszenen sehr mitreißend, rasant und abenteuerlich von Angie Sage dargestellt. Auch wurden hier von der Autorin interessante Ideen eingearbeitet, so z. B. dass ein ausgewachsener Drache drei lange Schläfe haben muss, wobei sich bei jedem eine bestimmte Fähigkeit bildet, zuerst Navigationsfähigkeit, dann das Drachenlied, zuletzt Feuerspeien. Allerdings fand ich die Charaktere ein bisschen blass und schablonenhaft, entwickeln sich mit der Zeit aber. Was die Fantasywelt betrifft, so ist diese eher unkompliziert aufgebaut, denn die Autorin legt keinen so großen Wert auf umfangreiche Beschreibungen, was für ein Kinderbuch definitiv von Vorteil ist. Angies Sages Schreibstil ist auf jeden Fall leicht, sodass man diesem zügig folgen kann.

Was ich allerdings nicht begriffen habe, ist, warum sich diese gefährlichen Raptoren der Familie Lennix unterordnen (sie lassen sich sogar bestrafen) und warum die Lennix‘ überhaupt Raubüberfälle machen. Was das Verhalten der Lennix und Raptoren betrifft, gibt es Szenen und Begebenheiten, die auf mich ein bisschen brutal und manchmal ekelerregend wirkten. Ebenso muss man mit dem Verlust von Charakteren rechnen. Für ein Kinderbuch ist das vielleicht etwas heftig und kommt schon eher einem Jugendbuch nach.

Beim Showdown wird klar, wie die Fäden langsam zusammenlaufen, und man wird mit einem Cliffhanger zurückgelassen. Mir kam das Ende ziemlich abrupt vor.

Fazit:

„Silberdrache“ von Angie Sage hat mir insgesamt sehr gut gefallen, die Handlung ist abenteuerlich und rasant und die Drachen sind gut dargestellt. Zwar ist die Fantasywelt nicht besonders facettenreich, aber so ist auch der Schreibstil unkompliziert und man kommt ziemlich schnell durch die Geschichte.

Vielen Dank an den arsEdition Verlag für das Rezensionsexemplar!

Weitere Rezensionen bei:

Morgenwald

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.