Rezension: „Wie du es versprochen hast“ von Antonia Richter

  • Handlung
  • Action
  • Spannung
  • Schreibstil
4

Information:

Titel: Wie du es versprochen hast
Autor: Antonia Richter
Verlag: Midnight (Ullstein)
Erscheinungsdatum: Juni 2017
Seiten: 406
Erzählort: Mainz (Deutschland)
Erzähldatum: u.a. August 2014
Erzählperspektive: Personaler Erzähler
Genre: Krimi
ISBN: 9783958191181

Inhalt:

Die Leiche der Psychologie-Doktorandin Penelope Sander wird in einem abgeschlossenen Vorlesungssaal der Johannes Gutenberg-Universität gefunden und stellt Tuulia Hollinder und die anderen Ermittler der Mordkommission vor ein schwieriges Rätsel. Obwohl äußerlich keine Spuren zu finden sind, scheint es Mord gewesen zu sein. Doch wer und warum sollte jemand die junge und ambitionierte Frau, die bei allen nur beliebt gewesen ist, umbringen?

Nur wenige Tage später geschehen die nächsten Morde, welche mit dem ersten eines gemeinsam haben: Es sind jedesmal Akademiker der Johannes Gutenberg-Universität. Die Hintergründe der Tat scheinen komplexer zu sein, als sie gedacht haben.

Meine Meinung:

In dem Debütroman „Wie du es versprochen hast“ von Antonia Richter dreht es sich zunächst um die Aufklärung des mysteriösen Todes der allseits beliebten und zielstrebigen Psychologie-Doktorandin Penelope Sander. Doch bei den Ermittlungen können Tuulia Hollinder und ihre Kollegen der Mainzer Mordkommission kein Motiv finden – jedenfalls keines, das auf den ersten Blick gefunden werden könnte. Dann werden weitere Akademiker der Johannes-Gutenberg-Universität ermordet, wobei die Frage auftaucht, ob es hier einen Zusammenhang gibt und ob es der gleiche Täter ist.

Für mich klang der Klappentext auf jeden Fall vielversprechend. Allerdings hat die Geschichte etwas Anlaufprobleme – der Anfang hat sich leider sehr stark gezogen mit den vielen Befragungen der einzelnen Beteiligten, die recht identisch wirken, dem manchmal behäbigem Handeln der Charaktere und dem kompletten „im-Dunkeln-tappen“. Auch wenn mir das jetzt nicht gefallen hat, merkt man später deutlich, dass dies eine gute „Grundlage“ für den weiteren Handlungsablauf ist, denn hinter der Fassade der Charaktere wird man allmählich mehr finden, als man vorher vermutet hatte. Und dann nimmt die Geschichte auch deutlich an Spannung zu.

Was der Autorin Antonia Richter bei „Wie du es versprochen hast“ sehr gut gelungen ist, sind die plötzlichen und überraschenden Wendungen und dass man nur nach und nach Informationen stückchenweise zu dem Fall erhält, sodass man durch diese „Puzzleteile“ langsam der Lösung näherkommt. Die Story ist wirklich gut durchdacht, man kann gut miträtseln, auch Vermutungen anstellen, aber wirklich den Täter erraten scheint hier nicht möglich, solange man nicht mehr weiß. Ich drücke es mal so aus: denkt man gerade, dass alle bis jetzt gesammelten Informationen auf einen ganz bestimmten Charakter als Täter hinweisen, so zerschlägt sich der Verdacht bald wieder und der Fokus fällt auf einen anderen. Auch die Perspektivwechsel zu den anderen Charakteren außerhalb des Ermittlerteams verraten einem nicht so viel, dass die Spannung genommen wird – eher wird sie dadurch intensiviert, weil sie neue Gesichtspunkte ermöglicht. Dieses „Hin und Her“ und dass hinter allem mehr steckt, als der Anschein erweckt, fand ich klasse.

Das Ermittlerteam besteht insgesamt aus sechs Personen – bzw. aus sieben, wenn man Conny aus der Zentrale noch mitzählt -, wobei man jedoch am meisten von der ca. 24-jährigen Tuulia Hollinder erfährt, die vor ihrer Zeit bei der Polizei Psychologie studiert hat und mehrere Sprachen spricht.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig, sodass man beim Lesen gut vorankommt, und erschafft mit Fortschreiten der Handlung eine knisternde Atmosphäre. Die Kapitel sind recht kurz und haben als Titel den jeweiligen Tag.

Das Ende von „Wie du es versprochen hast“ wirkt leider zu plötzlich und „abgehackt“, wobei Tuulias „Geistesblitz“, wer der Mörder ist und wo er sich genau in diesem Moment aufhalten soll, für mich wie ein zu großer Zufall erscheint, der die Geschichte abrupt enden lässt. Trotz einiger Negativpunkte konnte mich der Krimi sehr gut unterhalten. 

Fazit:

Unterhaltsamer Krimi, der im Laufe der Handlung an Komplexität gewinnt und den Leser immer wieder in Sackgassen führt. Die Story ist gut durchdacht und – trotz einiger Schwächen – spannend, wobei man gut miträtseln kann.

Vielen Dank an die Autorin Antonia Richter für das Rezensionsexemplar!

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