Rezension: „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams

  • Handlung
  • Humor
  • Spannung
  • Schreibstil
5

Information:

Titel: Per Anhalter durch die Galaxis
Autor: Douglas Adams
Verlag: Heyne (Random House)
Erscheinungsdatum: 1979
Seiten: 206
Erzählort: u.a. England, Weltraum
Erzähldatum: heutige Zeit
Erzählperspektive: Personaler Erzähler, auktorialer Erzähler
Genre: Science-Fiction
Per Anhalter durch die Galaxis – Reihe: 1. Band
Englischer Originaltitel: The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy
ISBN: 3-453-20961-3

Inhalt:

Eigentlich begann der Tag für Arthur Dent wie ein ganz normaler und friedlicher Donnerstag – wären da nicht die Bulldozer gewesen, die sein Haus gegen seinen Willen für eine Umgehungsstraße abreißen wollen. Doch nicht nur sein Haus, sondern für die gesamte Welt ist das Ende nahe: die Erde soll für eine Hyperraum-Umgehungsstraße zerstört werden. Im letzten Moment schafft es sein Freund Ford Perfect ihn und sich auf ein außerirdisches Raumschiff zu retten. Für Arthur und Ford ist es der Beginn einer unglaublichen und abenteuerlichen Reise, bei welcher zwei Dinge auf keinem Fall im Gepäck fehlen dürfen: ein Handtuch und ein Buch, auf welchem die beruhigenden und großen Wörter stehen: „Keine Panik!“

Meine Meinung:

Jahrelang schwärmte mein Bruder von diesem Buch und versuchte, mich zu überreden, es zu lesen. Ich hatte damals die relativ unterhaltsame Verfilmung gesehen, die mich leider nicht neugierig auf das Buch machte, zumal ich zu dieser Zeit noch nicht so gerne Science-Fiction mochte – was sich allerdings absolut geändert hat. Und vor kurzem dachte ich mir: Jetzt lese ich es!

Per Anhalter durch die Galaxis“ beginnt damit, dass an einem ganz alltäglichen Morgen das Haus von Arthur Dent – ohne dass er es vorher gewusst hat – abgerissen werden soll. Doch am gleichen Tag bereiten außerirdische Lebewesen, die sich als „Vogonen“ bezeichnen, die Zerstörung der Erde vor – wovon die Menscheit auch nichts gewusst hat. Und beides nur wegen einer Umgehungsstraße. Im Allgemeinen wissen die Menschen nichts von fremden Lebewesen, den Regeln und Gepflogenheiten im endlosem Weltraum, da sie geistig auf ihre Welt begrenzt sind.

Arthur Dent ist ein ganz normaler Typ, dessen Vorstellungskraft dieses Unfassbare nicht übersteigt. Ebenso trifft es ihn wie einen Schlag, dass sein bester, beinahe unerschütterlicher, aber recht exzentrischer Freund Ford Perfect von einem weit entfernten Planeten stammt namens Beteigeuze Sieben und seit 15 Jahren auf der Erde gestrandet ist. Als Ford sie beide auf das Raumschiff der vogonischen Bauflotte rettet, indem sie nämlich als Anhalter von den Dentrassis mitgenommen werden, beginnt eine verrückte, abenteuerliche und sehr humorvolle Reise – und, mit Hilfe des Raumschiffes „Herz aus Gold“, die Suche nach dem geheimnisvollen Planeten Magrathea. Währenddessen kommen viele weitere verblüffende Charaktere dazu. Zum Beispiel die pragmatisch denkende Trillian und der vollkommen chaotische und draufgängerische Zaphod Beeblebrox, der nur aus einem ganz bestimmten Grund der Präsident der Regierung des galaktischen Imperiums geworden ist, dem jedoch nicht mehr einfällt, wie er darauf gekommen ist. Aber auch der weise und ruhige Slartibartfaß, der noch so einige Geschichten von sich gibt, die einen umhauen können. Sehr gefallen hat mir auch noch Marvin, der manisch depressive Roboter, und der Bordcomputer, der selbst in absolut nervenaufreibenden Situationen niemals den Humor verliert.

Die Handlung nimmt immer wieder einige kleinere Abstecher zu Geschehnissen, die anfangs nichts mit der Geschichte wirklich zu tun haben und irgendwie unfassbar und absurd wirken – dann wird jedoch letztendlich auf verblüffende Weise gezeigt, dass es doch zu der Handlung gehört. Diese geschickte Wandlung geht schon über den Satz „Das hat mich beeindruckt“ hinaus.

Aber auch zieht Douglas Adams Parallelen und stellt alltägliche Dinge dar, die er verzerrt bzw. ihnen sozusagen einen anderen Hintergrund verleiht, sodass sie im Grunde genommen utopisch werden, also so weit vom jeglichem realistischen Denken abweichen, wodurch alles auf eine amüsante Weise skurril wirkt und mich völlig überwältigt hat.

Nur um einmal an einem Beispiel diese Parallelen zu zeigen:

(Im Raumschiff der vogonischen Bauflotte) „Arthur klopfte nervös auf die Matratze und setzte sich dann auch darauf: er hatte wirklich kaum Grund nervös zu sein, denn alle Matratzen, die in den Sümpfen von Sqornshellous Zeta wachsen, werden sehr sorgfältig getötet und getrocknet, bevor sie in Gebrauch genommen werden. Nur sehr wenige sind jemals wieder lebendig geworden.“  (Seite 60, „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams, Heyne Verlag)

Als ob Arthur deswegen nervös wäre und nicht, weil gerade die Erde zerstört und er von seinem Freund, von dem er niemals geglaubt hätte, dass dieser von einem anderen Planeten stammt, gerettet worden ist und nun als Anhalter in einem Raumschiff mitfliegt, dessen „Inhaber“ die Zerstörer der Erde sind – und vielleicht auch weil die Matratze dreckig sein könnte. Natürlich hätte ich auch das Beispiel mit den letzten Gedanken eines Wales und eines Blumentopfes wählen können – aber ich will auch nicht zu viel verraten!

Was ist mit dem Titel? Ja, der spielt hier eine wichtige Rolle, da es in dieser Geschichte ein Buch gibt mit dem Titel „Per Anhalter durch die Galaxis“, wovon Ford Perfect der Autor ist. Dieses Buch erklärt so ziemlich alle sonderbaren Dinge, mit denen Arthur im Laufe der Handlung konfrontiert wird – und ist dabei auch eine große Hilfe für den Leser.

Der erste Teil (es gibt insgesamt 5 Romane) beträgt gerade mal 206 Seiten und ist dadurch ziemlich schnell durchgelesen, was auch an dem flüssig, lockeren und unterhaltsamen Schreibstil liegt, der einen dazu bringt, immer weiterlesen zu wollen. Bezüglich der Perspektive wurde hier eine interessante Mischung aus personalem und auktorialem Erzähler verwendet, da man oft merkt, dass der Erzähler mehr weiß als die Charaktere.

Per Anhalter durch die Galaxis“ ist ein definitiv satirischer Science-Fiction: chaotisch, bizarr, heiter, durch und durch verrückter, humorvoller und abenteuerlicher Roman mit liebenswerten wie unglaublichen Charakteren. Ein Roman, der richtig gute Laune macht und Neugierde auf die folgenden Romane der Reihe weckt. Fantasievoll, einfallsreich und voller Übertreibungen und Ironie, dass ich aus dem staunen nicht mehr raus kam und nicht selten gelacht habe. Manchmal – das muss ich leider sagen – war es einfach zu viel der „Verrücktheit“, sodass ich Probleme hatte, der Handlung zu folgen. Aber es ist wirklich grandios!

Fazit:

Satirischer Science-Fiction: voller Humor, einer unglaublichen Handlung und einmalig gut erzählt. Dieses Buch sollte man wirklich gelesen haben!

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