Rezension: „Gestohlene Erinnerung“ von Blake Crouch

Gestohlene Erinnerung
  • Handlung
  • Spannung
  • Atmosphäre
  • Action
  • Schreibstil
5

Information

Titel: Gestohlene Erinnerung
Autor: Blake Crouch
Verlag: Goldmann (Random House Verlagsgruppe)
Erscheinungsdatum: 16. März 2020
Seiten: 432
Erzählort: USA (hauptsächlich)
Erzähldatum: Heutige Zeit
Erzählperspektive:  Personaler Erzähler
Genre: Thriller
Originaltitel: Recursion
Reihe: ———————-
ISBN: 978-3-442-20601-8

Inhalt:

In New York gibt es immer mehr Fälle des False Memory Syndrome, welches bei Menschen falsche Erinnerungen verursacht und diese in den Selbstmord treibt. Detective Barry Sutton geht einem dieser Fälle genauer auf die Spur und macht dabei nicht nur eine unglaubliche Entdeckung, sondern ihm wird eine Chance gegeben, die es eigentlich gar nicht geben dürfte. Und die seine Vorstellung von der Realität auf eine harte Probe stellt. Währenddessen arbeitet die Hirnforscherin Helena Smith an einer Methode und Technologie, um Erinnerungen zu bewahren und bei Menschen wieder zu reaktivieren. Doch was dazu dienen soll, den Menschen zu helfen, bedroht alsbald die gesamte Welt. Und es gibt nur eine Möglichkeit diese Katastrophe aufzuhalten…

Meine Meinung:

Schon einige Zeit bin ich wieder auf der Suche nach einem guten Thriller gewesen – und mit „Gestohlene Erinnerung“ von Blake Crouch habe ich diesen gefunden! Die Story ist eine mega spannende und hochkomplexe Kombination aus Thriller und Science-Fiction, welche mir vor Spannung die Luft nehmen konnte und mich schaudern ließ. Mir hat die Story richtig gut gefallen! Und es wird nicht das letzte Buch sein, das ich von Blake Crouch lesen werde.

 

Was wäre, wenn du plötzlich zwei Erinnerungen an zwei unterschiedliche Leben hättest und du nicht mehr sicher bist, was real ist und was nicht?

 

„Zeit ist eine Illusion, ein Konstrukt aus menschlichen Erinnerungen. So etwas wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gibt es nicht. Alles geschieht jetzt.“

(S. 108 des eBooks „Gestohlene Erinnerung“ von Blake Crouch, Goldmann Verlag)

 

Blake Crouch wirft mit „Gestohlene Erinnerung“ ein sehr faszinierendes und komplexes Thema auf und setzt dieses wirklich gut in eine spannende und absolut hervorragende Geschichte um. Dabei geht es darum, dass immer mehr Menschen an dem False Memory Syndrome erkranken, dessen Ursprung unbekannt ist und eine Heilmethode noch nicht erfunden. Bei dieser „Erkrankung“ haben die Menschen plötzlich nicht nur die Erinnerungen eines Lebens, sondern noch vollständige Erinnerungen eines weiteren Lebens, welches sie gelebt haben, sozusagen eine alternative Version. Und sie wissen nicht mehr, welches davon nun wirklich passiert ist und welches nicht, weshalb der Druck so intensiv wird, dass sie Selbstmord begehen. Die Story wird abwechselnd aus der Sicht des New Yorker Detectives Barry Sutton und der Hirnforscherin Helena Smith in Form des personalen Erzählers erzählt – und zwar in zwei Zeiten, nämlich in der Vergangenheit (ca. 2008) und in der Gegenwart (2018). Die Sprünge zwischen den Zeitebenen sind nicht immer einfach zu verfolgen und ich brauchte auch etwas Zeit, um mich hier zurechtzufinden. Die Handlung setzt 2018 ein und zeigt Barry, wie er inoffiziell an einem Selbstmordfall ermittelt. Doch bevor Barry das Rätsel lösen kann, wird er selber Opfer dieses Syndroms, welches ihm gleichzeitig eine einmalige Chance gibt. Doch was ist nun wirklich Realität? Gibt es zwei Realitäten? Währenddessen ist die Hirnforscherin Helena Smith besessen davon, eine Lösung zu finden, ihre an Alzheimer erkrankte Mutter zu retten. Sie arbeitet an einer Erfindung, welche die Erinnerung bewahren und reaktivieren können soll. Doch was schließlich dabei herauskommt, bedroht die gesamte Welt und wird zu einer unaufhaltsamen Katastrophe. Ich konnte mir nicht vorstellen, inwiefern beide Perspektiven zusammenhängen, aber was da auf mich zukam, ist wirklich heftig und mitreißend, dass ich das Buch regelrecht verschlungen habe.

 

Emotionen, Nervenkitzel und Action

 

„Und er fragt sich – ist ein Dèjà-vu in Wahrheit der Geist einer falschen Timeline, die es nicht gegeben und die dennoch stattgefunden hat und jetzt ihren Schatten auf die Realität wirft?“

(S. 136 des eBooks „Gestohlene Erinnerung“ von Blake Crouch, Goldmann Verlag)

 

Nicht nur die Handlung ist großartig, sondern auch die Charaktere spielen ihre Rolle ganz wunderbar, obwohl ihnen noch ein Stückchen an Tiefe fehlt. Die Protagonisten Helena und Barry haben beide eine sehr tragische Vergangenheit und müssen mit allerhand unglaublichen Problemen fertig werden, wenn sie die Welt vor der totalen Zerstörung retten wollen. Dabei machen beide eine interessante Entwicklung durch und ich konnte hervorragend mit den Charakteren mitfühlen. Hier gibt es so einiges, ob actionreich oder dramatisch, was so ergreifend und nervenaufreibend geschrieben ist, dass es es mich emotional treffen konnte, mir vor Spannung die Luft nahm und mich immer wieder Staunen ließ. Diese vielen verschiedenen Zeitebenen, die alle einander beeinflussen, die Frage nach der Realität, die Untergangsstimmung, die vielen Möglichkeiten und Katastrophen, diese Idee und der Schreibstil – richtig gut! Allerdings sind die vielen Wiederholungen der Zeitebenen auch etwas mühsam und anstrengend. Doch alles in allem konnte mich die Story ganz positiv überraschen – und auch umhauen!

Fazit:

„Gestohlene Erinnerung“ von Blake Crouch ist eine unglaublich komplexe, geniale und spannende Geschichte, die viel Nervenkitzel, Action und eine gute Portion emotionaler Schrecken bietet. Es gibt ein paar kleine Schwachpunkte, aber insgesamt konnte mich die faszinierende Kombination aus Thriller und Science-Fiction total beeindrucken und von der ersten bis zur letzten Seite packen! Absolut zu empfehlen!

Vielen Dank an den Goldmann Verlag (Random House Verlagsgruppe) für das Rezensionsexemplar!

2 Gedanken zu „Rezension: „Gestohlene Erinnerung“ von Blake Crouch

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