Rezension: „Wolfsbrut“ von Claudia Praxmayer

  • Handlung
  • Spannung
  • Action
  • Schreibstil
  • Atmosphäre
4.1

Information

Titel: Wolfsbrut
Autor: Claudia Praxmayer
Verlag: dotbooks
Erscheinungsdatum: April 2018
Seiten: 316
Erzählort: England, Deutschland, Schweden
Erzähldatum: Sommer, heutige Zeit
Erzählperspektive: Personaler Erzähler
Genre: Thriller
Lea Winter – Reihe: 3. Band
ISBN: 9783961481460

Inhalt:

In Sachsen ist bereits der vierte Wolf ermordet worden: Erschossen, der Kopf abgetrennt und verschwunden – vom Mörder gibt es keine Spur. Der Interpolagent Ian McAllister vermutet, dass zwischen den Wolfsmorden in Deutschland und in anderen Ländern ein Zusammenhang besteht und die Morde mehr bedeuten, als einfach nur die Angst und der Hass einiger Menschen auf die eingewanderten Wölfe – doch keiner will ihm glauben. Während er von England aus versucht, der Sache auf den Grund zu gehen, tarnt sich die Biologin Lea Winter als Journalistin und begibt sich nach Bautzen in Sachsen, um Informationen zu sammeln.

Am Schauplatz des Geschehens wird Lea in ihrer Meinung bestärkt, dass der Täter wahrscheinlich entweder ein skrupelloser Trophäenjäger ist, ein Bauer, der sich für den Riss seiner Schafe rächen will, oder jemand, der sich gegen die Einwanderung der Wölfe zur Wehr setzt.

Lea bereitet schon ihre Abreise vor, als ein Mädchen, welches ihr ein Geheimnis verraten wollte, plötzlich im Koma liegt, der Wolfsbeauftragte unerklärlicherweise ums Leben kommt und sie schwer bedroht wird. Von nun an setzt Lea alles, um den Täter zu finden.

Meine Meinung:

Da mir die ersten beiden Thriller von Claudia Praxmayer („Bluterde“ und „Spuren aus Eis“) mit der Biologin Lea Winter und dem Interpolagent Ian McAllister ausgezeichnet gefallen hatten, hatte ich mich riesig gefreut, als ich erfuhr, dass dieses Jahr der 3. Band der Reihe veröffentlicht wurde. In „Wolfsbrut“ greift die Autorin ein drittes Mal ein aktuelles Artenschutzthema auf, welches sie wieder in einen Thriller verpackt – diesmal die Wölfe, ihre Einwanderung nach Deutschland, das dadurch vielleicht veränderte Leben der Menschen mit den Wölfen und einen Mörder, der skrupellos die Tiere erschießt und aus irgendeinen unerklärlichen Grund die Köpfe abtrennt und diese verschwinden lässt. Damit setzt sie den Schauplatz der Handlung zum ersten Mal zu einem großen Teil nach Deutschland.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht von Lea und Ian in der personalen Erzählweise erzählt, zum Teil auch von einer mysteriösen, für den Leser nicht zu erkennenden Person, die wahrscheinlich etwas mit den Morden zu tun hat. Zwischen Lea und Ian, die mir auch in „Wolfsbrut“ wieder sehr gut gefallen haben, kommt es hier bezüglich ihrer Beziehung zu häufigen Konflikten – sehr viele Missverständnisse, Zweifel, Befürchtungen und Vorwürfe, die manchmal beide nicht unvoreingenommen an den Fall herangehen lassen.

Es gibt insgesamt zwei Handlungen – zum einen Leas verdeckte Informationsbeschaffung in Deutschland, zum anderen Ians Ermittlungen in England, später in Schweden. Bei beiden Handlungen spitz sich die Lage zu, es kommt zu immer seltsameren Geschehnissen bis hin zu weiteren Morden.

Das Thema ist mal wieder sehr gut durchdacht und geschickt in einen Thriller eingebunden mit Claudia Praxmayers gewohnt hervorragenden Schreibstil. Der Anfang war unterhaltsam und man möchte auch wissen, wie es weitergeht – nur leider konnte die Handlung eine ganze Zeit mich nicht wirklich mitreißen, da sie relativ beschwerlich in Gang kommt; es fehlte mir ein bisschen mehr Nervenkitzel, der in den vorherigen Bänden schon ziemlich schnell da war. Aber ab Mitte bis Ende des Buches wird wieder ordentlich Spannung aufgebaut, bis hin zur Bestform, die man von den anderen Teilen kennt – mit einem absolut packenden Showdown und einer überraschenden Auflösung, mit der ich nicht gerechnet hatte.

Fazit:

Wolfsbrut“ kombiniert ein Artenschutzthema mit einem Thriller und ist bereits der dritte Band der Reihe um die Biologin Lea Winter und den Interpolagenten Ian McAllister. Anfangs ist es zwar etwas schwächer als die ersten beiden Bände, doch die Spannung baut sich nach und nach auf und die Geschichte wird wieder richtig mitreißend.

Vielen Dank an den Dotbooks Verlag für das Rezensionsexemplar!

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