Rezension: „Emily Bones – Die Stadt der Geister“ von Gesa Schwartz

  • Handlung
  • Atmosphäre
  • Spannung
  • Schreibstil
4.1

Information

Titel: Emily Bones – Die Stadt der Geister
Autor: Gesa Schwartz
Verlag: Planet! (Thienemann-Esslinger)
Erscheinungsdatum: 17. Juli 2018
Seiten: 448
Erzählort: Paris (Frankreich)
Erzähldatum: heutige Zeit
Erzählperspektive: Personaler Erzähler
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3-522-50565-9

Inhalt:

Eines Nachts wacht die 13-jährige Emily Bones in einem Grab auf. Doch das ist weder ein Scherz noch ein Traum, wie sie anfangs denkt – sie ist tatsächlich gestorben und muss sich nun für die Ewigkeit auf dem Friedhof Père Lachaise aufhalten, was sie keinesfalls akzeptieren will. Als sie jedoch herausfindet, dass sie ermordet worden ist, setzt sie alles daran ihren Mörder zu finden und sich das Leben zurückzuholen, dass er ihr gestohlen hat. So schwierig kann das ja nicht sein – schließlich ist sie ein Geist. Leider muss sie feststellen, dass ihr Weg zum Ziel doch schwieriger ist als erwartet.

Meine Meinung:

Bei „Emily Bones – Die Stadt der Geister“ trafen mal wieder beide Dinge zusammen, die mich sofort neugierig machten: Cover und Klappentext, wobei definitiv erwähnt werden muss, dass das Cover unheimlich gut aussieht!

In dem Fantasy-Roman dreht es sich um die 13-jährige Emily Bones, die eines Nachts in einem Grab aufwacht. Als sie daraus entkommen kann, findet sie nicht nur heraus, dass sie ermordet worden ist, sondern wird Teil einer wundersamen Welt: Der Friedhof Père Lachaise, auf dem sie die Ewigkeit verbringen soll, verwandelt sich in der Nacht von einem Friedhof in eine wunderschön-gruselige Geisterstadt, die so einige Überraschungen bereithält, wie z.B. sehr seltsame Gestalten. Hier leben Geister, Skelette, Werwölfe, Vampire, Irrwichte und andere Wesen nach einer festen Regel zusammen: Niemand darf den Friedhof verlassen. Emily kann den Gedanken nicht ertragen, tot zu sein und für immer auf dem Friedhof zu wandeln. Als sie jedoch erfährt, dass ihr Mörder ein gefährlicher Krieger des Totenreichs ist, will sie sich ihr Leben zurückholen, was aber nicht so einfach ist. Mit viel Überzeugungskraft rückt sie ihrem Ziel näher: Ein Vampir beginnt sie zur Geisterjägerin auszubilden.

Was mir an dem Buch sehr gut gefallen hat, ist der Schreibstil von Gesa Schwartz, der wirklich wunderschön und malerisch ist und eine tolle Atmosphäre erschafft, die an Halloween erinnert. Sie zeichnet mit ihren Worten unglaublich bildhaft und eine fantasievolle, magische und schön-unheimliche Welt mit Legenden und interessanten und liebevollen Charakteren. Dazu kommt leider auch, dass es manchmal zu ausschweifend wurde, sodass sich einige Stellen sehr stark in die Länge zogen und die Spannung etwas nachließ.

Im Laufe der Handlung lernt man u.a. das willensstarke und schlagfertige Geistermädchen Emily kennen, die sich an ihr „Leben“ als Geist erst noch gewöhnen muss, den Irrwicht Cosimo, der den Neuankömmlingen hilft, den Friedhofssanitäter Raphael, das Skelett Nepomuk, welches sich um die Pflanzen kümmert, den Geist Valentin, der alles zu Eis erstarren lassen kann, und Balthasar, einen sturen und scheinbar grimmigen Vampir, der hinter seiner rauen Schale sehr liebenswert sein kann und Emilys Lehrer wird. Im Hinblick auf die Handlung, die Welt und die Charaktere kann man noch so einige Überraschungen erfahren und Geheimnisse lüften.

Was mich jedoch leicht verwundert hat: Wie soll es werden, wenn Emily wirklich ihr Leben wiederbekommt und in ihr altes Leben zurückkehrt, in welchem ihre Familie sie längst begraben hat? Die Spannung wird auch durch das Ungewisse vorangetrieben, wie Emily sich wohl entscheiden wird, wenn sie ihr Ziel tatsächlich erreicht.

Emily Bones – Die Stadt der Geister“ ist eine sehr rührende, gruselige und abenteuerliche Geschichte, wird manchmal auch sehr rasant (besonders am Ende), mit humorvollen und spektakulären wie auch traurigen Momenten. Man braucht vielleicht etwas Zeit, um sich hier zurechtzufinden, und die Spannung lässt kurzzeitig etwas nach, das Buch hat mir aber im Großen und Ganzen sehr gut gefallen.

Fazit:

Eine schöne, gruselige und atmosphärische Geschichte mit tollen und liebvollen Charakteren an einem ungewöhnlichen Schauplatz: Ein Friedhof, der sich in der Nacht in eine Geisterstadt verwandelt. Ein malerischer Schreibstil, nur ein paar kleine Schwächen.

Vielen Dank an Planet! (Thienemann-Esslinger Verlag) für das Rezensionsexemplar!

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