Rezension: „Der Hypnotiseur“ von Lars Kepler

  • Handlung
  • Atmosphäre
  • Spannung
  • Schreibstil
5

Information

Titel: Der Hypnotiseur
Autor: Lars Kepler
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 2012
Seiten: 654
Erzählort: Schweden u.a.
Erzähldatum: Dezember, heutige Zeit
Erzählperspektive: Personaler Erzähler
Genre: Krimi
Schwedischer Originaltitel: Hypnotisören
Joona Linna – Reihe: 1. Band
ISBN: 978-3-404-16343-4

Inhalt:

Eine kalte Dezembernacht in Stockholm: Die Leiche eines brutal ermordeten Mannes wird in dem Umkleideraum einer Sporthalle entdeckt. Als der diensthabende Polizist sich zu dem Haus des Opfers begibt, um dessen Familie zu verständigen, findet er ein Blutbad vor: Eine Frau und ein kleines Mädchen sind ebenso brutal ermordet worden – nur der Sohn ist noch am Leben, der einzige Zeuge und schwer verletzt. Doch der Täter, der es anscheinend auf die gesamte Familie abgesehen hat, hat keine Spuren hinterlassen.

Der Kriminalkommissar Joona Linna übernimmt den Fall und erfährt, dass es noch eine weitere Schwester gibt, die er finden muss, bevor der Mörder es tut. Seine einzige Möglichkeit ist der Junge, der aufgrund seiner Verletzungen nicht ansprechbar ist. Als Linna den Arzt und ehemaligen Hypnotiseur Erik Maria Bark um Hilfe bittet, versucht Bark den Jungen unter Hypnose zu befragen. Doch was er dabei erfährt, ist schrecklicher als er es sich jemals vorgestellt hätte….

Meine Meinung:

Als ich kürzlich von der schwedischen Krimi-Reihe um den Kriminalkommissar Joona Linna erfuhr, hatte ich gehofft, wieder eine spannende Krimi/Thriller-Buchreihe gefunden zu haben. Diesmal wollte ich allerdings mit dem ersten Band beginnen – egal, worum es jetzt genau geht, Hauptsache einen Einstieg in die Reihe finden. Allerdings hat mich sowieso schon der Klappentext neugierig gemacht und ich wurde sehr positiv überrascht.

Das Buch „Der Hypnotiseur“ wurde von dem schwedischen Autorenehepaar Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril unter dem Pseudonym „Lars Kepler“ geschrieben und ist ihr erster Krimi. Ihr Schreibstil ist ausführlich, ohne übertrieben lang zu wirken, und lässt sich sehr angenehm und flüssig lesen.

Hier dreht es sich darum, dass ein Mörder anscheinend versucht, die gesamte Familie Ek zu ermorden. Doch der 15-jährige Sohn (Josef Ek) überlebt den Vorfall mit unzähligen und lebensgefährlichen Verletzungen. Der Kriminalkommissar Joona Linna geht davon aus, dass Josef den Täter gesehen hat, wodurch er zum wichtigsten Zeugen wird. Hinzu kommt noch, dass es noch eine weitere Schwester gibt, die wegen des frei herumlaufenden Mörders in Lebensgefahr schwebt. Linna muss unbedingt erfahren, woran sich Josef bzgl. des Vorfalles erinnern kann, bevor es zu einem weiteren Mord kommt. Der Junge ist aber nicht vernehmungsfähig. Linna bittet den Arzt und ehemaligen Hypnotiseur Erik Maria Bark um Hilfe. Dieser hat jedoch vor 10 Jahren geschworen, niemals mehr jemanden zu hypnotisieren. Doch als Bark sich endlich überreden lässt und den Jungen unter Hypnose befragt, erfährt er eine absolut grausame Wahrheit des Tatherganges. Dieser Moment hat mich regelrecht schockiert, weil ich damit nicht gerechnet hatte, und der Handlung einen immensen Spannungsschub verliehen.

Dass Bark sein Versprechen, nie wieder zu hypnotisieren, gebrochen hat, bringt die unangenehmen Vorkommnisse von vor 10 Jahren ans Tageslicht zurück – und zieht die Wut des Mörders auf sich. Als Barks 14-jähriger Sohn, der an Hämophilie leidet und dringend regelmäßig Medikamente benötigt, dann auch noch entführt wird, nimmt die Handlung nochmal an Spannung zu. Doch wartet das Buch mit noch einigen weiteren Wendungen und Nebenhandlungen auf, die einen vielleicht auf eine falsche Spur führen – vielleicht aber auch nicht.

Der Krimi konzentriert sich stark auf den Hypnotiseur Erik Maria Bark, von dem man einiges über sein Leben erfährt. Um herauszufinden, wer seinen Sohn entführt hat und warum, muss er tief in der Vergangenheit graben. So erfährt man auch erfreulicherweise, was vor 10 Jahren passiert ist. Seit diesem Ereignis nimmt er mehrere und verschiedene Schmerz- und Schlaftabletten am Tag, was sein Leben, die getrübte Beziehung zu seiner Frau Simone und die schwere Krankheit des gemeinsamen Sohnes auch nicht leichter macht.

Aber auch der Kriminalkommissar Joona Linna wird deutlich charakterisiert, ist durch sein Auftreten sehr überzeugend und schafft es durch seine lockere, logische, konsequente, ruhige, aber auch manchmal humorvolle Art zu einem sehr gerne gesehenen Charakter aufzusteigen. Schade, dass er eher wie ein Nebencharakter im Buch wirkt. 

Die Handlung wird aus der Sicht von mehreren Charakteren erzählt in der personalen Erzählweise, bis auf den Rückblick des Hypnotiseurs Erik Maria Bark. Was das interessante daran ist, dass in dem Krimi Begebenheiten hin und wieder nochmal erzählt werden, nur dann aus der Sicht eines anderen Charakters. Das fand ich anfangs zwar etwas verwirrend und gewöhnungsbedürftig – diese Erzählweise nimmt allerdings später etwas ab -, aber eine gelungene und erfrischende Abwechslung. Die Handlungen sind zwar nicht immer auf dem ersten Blick plausibel, doch nach und nach passiert dann etwas, was den ersten Eindruck ändert.

Die Atmosphäre ist durchgehend unheimlich, wobei es auch Momente gibt, die wirklich grauenerregend sind und ein aufgeregtes Kribbeln verursachen. Zudem gibt es noch einen absolut fesselnden Showdown. „Der Hypnotiseur“ läuft zwar unter dem Genre Krimi, jedoch kam es mir mehr vor wie ein Psychothriller, der größtenteils versucht eine recht schaurige Stimmung zu erschaffen als auf rasante Szenen zu setzen. Mich konnte die Geschichte auf jeden Fall herrlich mitreißen – war leider auch ziemlich schnell zu Ende, weil ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen.

Die Krimi-Buchreihe um Joona Linna von Lars Kepler werde ich sehr gerne weiterverfolgen.

Fazit:

Der Hypnotiseur“ ist mehr wie ein Psychothriller als ein Krimi. Die Geschichte hat überzeugende Charaktere, grauenerregende Momente der Erkenntnis und kann einen schocken. Mir hat das Buch ausgezeichnet gefallen!

Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar!

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