Rezension: „Das Gold der Maori“ von Sarah Lark

Inhalt:

In Irland herrscht die Hungersnot, als Kathleen und Michael beschließen, die grüne Insel zu verlassen und nach Amerika auszuwandern, wo sie endlich heiraten könnten. Um das Geld für die Überfahrt aufzubringen, stiehlt er einige Säcke Korn, brennt diese zu Whisky und verkauft es in den Kneipen. Doch sein Diebstahl fliegt auf – Michael wird verhaftet und zur Deportation nach Van-Diemens-Land (Tasmanien) sowie 10 Jahren Zwangsarbeit dort verurteilt. Die schwangere Kathleen heiratet in ihrer Not den Viehhändler und Rosstäuscher Ian Coltrane, mit dem sie nach Neuseeland auswandert.

Drei Jahre später schafft es Michael mit der Hilfe von Lizzie Owens, die er seit der Zeit auf dem Gefängnisschiff kennt und die sich in ihn verliebt hat, aus der Gefangenschaft nach Neuseeland zu fliehen. Als die beiden beschließen, ihr Leben gemeinsam zu verbringen, begegnet Michael zufällig Kathleen wieder, die er nie hat vergessen können.

Meine Meinung:

Das Gold der Maori“ ist bereits das zweite Buch, das ich von Sarah Lark gelesen habe, und der erste Band der Kauri-Trilogie. Die Handlung, die sich über einen Zeitraum von ca. 18 Jahren erstreckt und aus der Sicht von mehreren Charakteren erzählt wird, setzt zuerst in Irland zur Zeit der Hungersnot ein. Kathleen, die als Dienstmädchen bei den Wetherbys angestellt ist, und Michael, der auf den Feldern arbeitet, leben beide in armen Verhältnissen und sind ineinander verliebt. In Amerika wollen sie sich eine bessere Zukunft aufbauen, doch um die Passage bezahlen zu können, stiehlt Michael Korn – und wird von seinem Partner verraten. Anschließend wird er zu 10 Jahren Zwangsarbeit in Van-Diemens-Land (heute Tasmanien) verurteilt und die schwangere Kathleen bleibt in Irland zurück. Auf dem Gefängnisschiff lernt Michael dann Lizzie kennen, die für ihn Gefühle entwickelt. Ab hier trennen sich die Wege; das Leben von Kathleen, Michael und Lizzie wird parallel und chronologisch weitererzählt. Während Kathleen den Viehhändler und Rosstäuscher Ian Coltrane heiratet, mit dem sie nach Neuseeland auswandert und der sie stetig misshandelt, verbüßen Lizzie und Michael in Tasmanien getrennt ihre Strafe, bis sie sich zufällig treffen und dann nach Neuseeland fliehen.

Der größte Teil des Buches zeigt, wie Lizzie, Michael und Kathleen ihr Leben in Neuseeland gestalten. Dabei gibt es nicht selten spannende Wendungen, sodass man immer erfahren möchte, wie es weitergeht, aber auch hin und wieder sehr langatmige Augenblicke. Der Schreibstil ist wieder sehr angenehm, öfters recht nüchtern. Das Tempo ist meistens gemäßigt, nimmt jedoch immer mehr an Spannung zu, so dass die Seiten nur so dahinfliegen.

An dem gesamten Aufbau des Buches und der gekonnten Verbindung von Handlung und wirklichen geschichtlichen Ereignissen sowie deren lebhaften und detailreichen Schilderung merkt man, dass die Autorin Sarah Lark sich sehr viel Mühe mit diesem Roman gegeben hat. Angefangen mit der durch Kartoffelfäule entstandenen Hungersnot in Irland, den Informationen über die Deportation zu der Zeit, den grauenerregenden Verhältnissen auf einem englischen Gefängnisschiff und in den Kolonien, bis hin zu der Geschichte Neuseelands, dem Aufbau der Städte, dem Goldrausch und die Goldgräberlager sowie die vielen Details aus der Kultur der Maoris.

Die Charaktere werden gut vorstellbar beschrieben. So gibt es z.B. die zurückhaltende und entschlossene Kathleen, die wie eine blasse Erscheinung wirkt, und ihre lebenslustige Freundin Claire, die über viel Improvisationsgeschick verfügt. Den leichtsinnigen, aber mutigen Michael, der sich nicht selten in Schwierigkeiten bringt. Die ideenreiche Lizzy, deren Traum von einem Weinberg immer stärker wird. Sowie den fanatischen Reverend Peter Burton und den Maori Kahu Heke. Das Verhalten einiger Charaktere fand ich manchmal trotzdem nicht nachvollziehbar. Unter anderem fand ich es merkwürdig, dass, obwohl Kathleen all die Jahre Michael anscheinend noch geliebt, nach den 10 Jahren nie versucht hat, Kontakt mit ihm aufzunehmen.

Die Geschichte ist wieder aufgebaut in mehrere Teile mit jeweils einem Titel, die wiederum in Kapitel unterteilt sind. Am Anfang jeden Teils erfährt man eine Vorausschau, wann und wo die Handlung in dem jeweiligen Teil spielt.

Direkt zu Beginn des Buches befinden sich Karten über Tasmanien und Neuseeland, sodass man ungefähr nachvollziehen kann, wohin sich die Charaktere begeben bzw. Standpunkte und die Entfernungen zwischen den einzelnen Städten erkennen kann. Am Ende erfährt man im Nachwort noch einige interessante Informationen über das Buch.

Das Gold der Maori“ hat mir gut gefallen und ich freue mich schon, die nächsten Bände der Kauri-Trilogie zu lesen.

Fazit:

Schöner und interessanter Roman, der einen detaillierten Einblick in die Geschichte und den Aufbau Neuseelands gibt, dabei geschickt mit einer unterhaltsamen Handlung verflochten wurde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.