Rezension: „Coldworth City“ von Mona Kasten

Coldworth City

Inhalt:

Die skrupellose Forschungsorganisation AID führt in ihren Laboren verwerfliche Versuche an Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten durch, um ein Serum zu entwickeln, welches den sogenannten Mutanten ihre Fähigkeiten nehmen soll. Drei Jahre ist es her, seit der Mutantin Raven und ihrem Bruder Knox durch Vortäuschung ihres Todes die Flucht gelungen ist. Doch von einem normalen Leben sind sie weit entfernt: Raven verfügt über außergewöhnliche Fähigkeiten, die sie nur schwer kontrollieren kann und weshalb die AID alles tun würde, um sie zurück zu bekommen. Um nicht erkannt zu werden, müssen sie unter falschen Identitäten leben und ihren Wohnort ständig ändern.

Als Raven und Knox durch einen Zwischenfall beinahe entdeckt werden, taucht plötzlich der mysteriöse und reservierte Wade auf und bietet ihnen eine sichere Zuflucht – den Untergrund, eine Vereinigung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Machenschaften der AID zu beenden. Wade beginnt mit Raven zu trainieren, damit sie mit ihren Fähigkeiten besser umgehen und mit den anderen auf eine geheime Mission gehen kann. Doch schon bei dem ersten Außeneinsatz erhalten sie zerschmetternde Informationen: Nicht nur die Mutanten, sondern die gesamte Welt ist in Gefahr.

Meine Meinung:

Durch den Klappentext und das sehr geheimnisvoll wirkende Cover, das einfach richtig hervorragend zu der Handlung passt, war ich schon ganz neugierig auf die Geschichte geworden. Anfangs stand ich dem Thema „übernatürliche Fähigkeiten“ recht zweifelnd gegenüber, aber bereits nach kurzer Zeit konnte die Handlung mich überzeugen. Coldworth City ist eine futuristisch angehauchte Stadt mit einer dunklen Atmosphäre – eine reale Welt, die durch fantastische Elemente durchbrochen ist. Menschen mit „übernatürlichen“ Fähigkeiten, wie Telekinese, Telepathie, Gedankenlesen, Visionen etc., sind nicht ungewöhnlich und werden als Mutanten bezeichnet. Daneben gibt es noch die Psi – Mutanten mit mehreren besonderen Fähigkeiten, die ihre Gaben oftmals schwer kontrollieren können und somit zu einer „tödlichen“ Waffe werden könnten. Und eine Forschungsorganisation namens AID soll es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht haben, ein Serum zu entwickeln, welches den Mutanten ihre Fähigkeiten nehmen soll – doch dafür führen sie nicht nur verwerfliche Experiemente durch, sondern gehen über Leichen. Doch es gibt überraschende Wendungen.

Die Handlung setzt zu dem Zeitpunkt ein, als die Flucht der Mutantin Raven und ihres Bruders Knox‘ aus dem Labor der AID bereits 3 Jahre zurückliegt und sie unter einer falschen Identität in einem Stadtteil von Coldworth City leben. Als sie jedoch entdeckt werden, bietet sich ihnen die Möglichkeit, sich dem Untergrund anzuschließen, der die Machenschaften der AID versucht zu stoppen. Von da an kommen mehrere neue Charaktere mit überraschenden Fähigkeiten dazu, wobei jedoch das Hauptaugenmerk auf Raven, Wade und Knox liegt, sodass alle weiteren auch nicht ganz so ausführlich charakterisiert werden, dadurch ein bisschen blass erscheinen.

Die Charaktere haben mir größtenteils richtig gut gefallen und waren mir gleich sympathisch. Raven hat eine starke und selbstbewusste Persönlichkeit, versucht sich keine Gefühle anmerken zu lassen, ist jedoch verletzlich und fast überfordert von der gewaltigen Kraft ihrer Gaben, da sie eine Psi ist. Ihre größte Sorge gilt allerdings ihrem jüngeren Bruder Knox, den sie unbedingt vor der AID schützen will. Hinter ihrer harten Fassade verbirgt sich allerdings immer noch die Person, die sie gewesen ist, bevor all die Schrecknisse der letzten Jahre eingetreten sind. Und dann ist da noch ein dunkles Geheimnis, dass sie ständig überschattet.

Knox hingegen scheinen die Vorkommnisse zwar verändert, aber nicht ganz so abgehärtet zu haben wie seine Schwester, die für ihn alles bedeutet.

Wade ist ein äußerst geheimnisvoller Charakter – unnahbar und düster -, der aufgrund seiner Gabe auch Schwierigkeiten hat. Wade und Raven verbindet ein ähnlich tragisches Ereignis in der Vergangenheit, woraus eine gewisse Distanziertheit resultiert. Zwischen ihm und Raven, welche er trainiert, damit sie ihre Fähigkeiten akzeptiert und dadurch besser kontrollieren kann, entstehen nach und nach Gefühle, die bis zu einem gewissen Grad ausgebaut werden.

Daneben gibt es noch u.a. die fast weise erscheinende Moira, Leiterin des Untergrunds, Katsu, der Wasser erschaffen und formen kann, Thalia, die Heilerin, und weitere.

Ich finde, dass „Coldworth City“ ein einfallsreich, fantasievoll und temporeich gestalteter Roman ist mit einem flüssigen Schreibstil, viel Action und einer recht dunklen Stimmung, welche eine unterhaltsame Mischung aus Science-Fiction und Fantasyroman bietet und mich schnell in seinen Bann ziehen konnte. Zudem gibt es neben den spannungsgeladenen Szenen auch amüsante Stellen, welche für eine Auflockerung sorgen. Allerdings fehlt der Handlung etwas Nervenkitzel.

Da ich die Geschichte absolut großartig fand – ununterbrochen wissen wollte, wie es weitergeht -, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und vergebe volle 5 Sterne. „Coldworth City“ von Mona Kasten hat Potenzial zu mehr – nämlich einem zweiten Tal, den es hoffentlich bald geben wird.

Fazit:

Temporeicher, spannender und fantasievoller Roman, der an einem futuristischen und düsteren Ort spielt und Charaktere mit übernatürlichen Fähigkeiten wie Superhelden hat. Ein abwechslungsreiches Leseerlebnis, das sehr zu empfehlen ist!

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

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