Die Gottkönigin

Die Gottkönigin

Inhalt:

In dem ruhigen Küstenort Palos in Spanien wächst Juan Santel in einer Fischerfamilie auf. Mit der Fischerei kann er jedoch nichts anfangen, denn sein sehnlichster Wunsch ist als Seefahrer mit einem Schiff über die Meere zu segeln zu fremden Ländern und Völkern. Auf Unverständnis und Widerwillen seitens seiner Familie gegenüber seinem Traum stoßend, verlässt der sechzehnjährige Juan heimlich seine Heimat und begibt sich als blinder Passagier an Bord eines Schiffes, dass seines Wissens nach in die Neue Welt fahren soll. Als er jedoch unerwarteterweise entdeckt wird, endet seine Reise abrupt: Er wird auf der kanarischen Insel Tenerife abgesetzt, wo er nicht nur den jungen Berber Kemal, der sein bester Freund wird, und den Arzt Dr. Shamil, der besonders mit Trepanationen vertraut ist und Juan zum Chirurgen ausbildet, kennen lernt, sondern auch mitten in einen Eroberungskrieg der Spanier gegen die Guanchen von Tenerife gerät.

Um dem Krieg zu entgehen, begeben sich Juan, Kemal, Dr. Shamil und einige andere, die gegen die Spanier Widerstand leisten, mit einem Balsa-Floß auf eine gefährliche und lange Reise über den Atlantischen Ozean. Als sie endlich Land erreichen, die Insel Jaina vor der Küste Mexikos, begegnen die Reisenden einem völlig fremden und mysteriösen Volk, den Maya, deren Rituale und Mythen von Angst und Grausamkeit geprägt sind. Sofort verliebt Juan sich in Surum, die Tochter des Gottkönigs, doch scheint sie unerreichbar für ihn zu sein.

An die Lebensweise auf dem fremden Kontinent langsam gewöhnend, glauben sie einen Ort gefunden zu haben, an dem sie zumindest vorerst bleiben können – bis die spanischen Eroberer auch in Mexiko eintreffen, Krankheiten einschleppen und mit grausamer Gier nach Gold und Land überall Zerstörung anrichten. Juan, Kemal und Surum begeben sich wieder einmal auf eine Reise, diesmal bis ans andere Ende der Welt, ständig auf der Flucht vor Kriegen, die das Land zerspalten, auf der Suche nach einem Ort, an dem sie bleiben können, und der Wahrheit über Surums unbekannte Herkunft.

Meine Meinung:

Das Buch „Die Gottkönigin“ ist im wahrsten Sinne des Wortes ein monumentales Geschichtsepos, das den Leser in die brutale, faszinierende und gleichermaßen abenteuerliche Zeit der spanischen Eroberer und der Hochkulturen Süd- und Mittelamerikas entführt innerhalb eines Zeitraums von ungefähr 8 Jahren. Aufwendige, detailreiche und interessante Beschreibungen der Gebäude, wie Tempel und riesige Städte, die Landschaften, wie Dschungel, Gebirge oder Steppen, eine gefährliche Reise über den Atlantischen Ozean nur mit einem Balsa-Floß, ungewöhnliche und vom Untergang bedrohte Kulturen, wie Maya, Azteken, Chimu und Inkas, deren Lebensweise, fanatischer Glaube und grauenerregende Bräuche, wie z.B. Menschen- und Tieropfer, die brutalen und kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den fremden Völkern, tödliche Seuchen, die Medizin dieser Kulturen (Cocablätter, Chinin usw.) und die äußerst bildhaft dargestellten von Dr. Shamil und Juan durchgeführten Schädelöffnungen bzw. Trepanationen machen dieses Buch zu einer einzigartigen Reise in die Vergangenheit einer geheimnisvollen, fremden Welt.

Die Geschichte ist unterteilt in Buch Eins, Zwei und Drei. Diese sind wiederum unterteilt in mehrere Teile (erster, zweiter, dritter….Teil), wobei unter diesen Überschriften die Stationen der Reise und der Zeitraum aufgelistet sind. Die Teile haben mehrere Kapitel – jedes Kapitel hat einen eigenen Titel.

Interessant ist diese Mischung aus Historischer Roman mit Thriller- und Horror-Elementen. Menschen, die fanatisch ihre blutigen Rituale ausführen und in beinahe ständiger Angst vor ihren Göttern und den Naturgewalten leben, die extreme Hitze und erbarmungslose Schwüle des Dschungels, das Problem der Verständigung aufgrund schwieriger Sprachen, tödliche Krankheiten, die einen Körper verstümmeln können, und die Trepanationen, die es einen eiskalt den Rücken herunterlaufen lassen.

Es gibt enorm viele Orts- und Personenwechsel, die einerseits spannend sind, leider aber auch langsam ermüdend wirken. Am Anfang benötigt die Handlung recht lange, bis sie anläuft. Die Charaktere an sich sind ganz gut beschrieben, wobei ich trotzdem einige Verhaltensweisen in bestimmten Situation für etwas merkwürdig halte. Der Schreibstil ist sehr nüchtern und es wird sachlich erzählt, was der Geschichte ein bisschen abträglich ist, da einige Situation gefühlvoller beschrieben, den Charakteren mehr „Leben“ hätte gegeben werden können. Dennoch unterhaltend und vom Autoren exzellent recherchiert.

Zum Schluss nochmal vielen Dank an den dotbooks Verlag für das tolle Rezensionsexemplar!

Fazit:

Monumentales Geschichtsepos, das die abenteuerliche und grausame Zeit der spanischen Eroberer und der Hochkulturen Süd- und Mittelamerikas zum Leben erweckt. Großartig recherchiert, gut erzählt und unterhaltend.

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