Ritual – Höhle des Schreckens

Ritual - Höhle des Schreckens

Inhalt:

In der öden Kleinstadt Medicine Creek im Südwesten von Kansas wird im Sommer eine verstümmelte Leiche im Maisfeld gefunden. Allem Anschein nach wurde der Tatort nach einem Ritual gestaltet. Special Agent Pendergast vom FBI, der wegen dieses Mordfalls seinen Urlaub in Medicine Creek verbringt, bietet der dortigen Polizei seine Hilfe an, das Geheimnis des Mordfalls zu lösen. Er vermutet, dass der Mörder weitere Morde begehen wird, wenn dieser nicht schnell gestoppt wird, und dass der Mörder ein Ortsansässiger ist – eine Theorie, die den Bewohnern der Kleinstadt absolut nicht zusagt. Denn schlechte Publicity können sie sich ausgerechnet jetzt nicht leisten, da die Entscheidung, ob ihre Stadt für das Gen-Experiement an Mais ausgewählt wird, das Medicine Creek wieder zu neuer Blüte verhelfen soll, kurz bevorsteht.

Während Pendergast mit seiner Assistentin Corrie Swanson, ein etwa achtzehnjähriges Mädchen aus Medicine Creek, versucht das Rätsel zu lösen, werden weitere grausame und rituelle Morde begangen, die bei den Bewohnern immer mehr Angst verursachen. Die einzigen Spuren des Mörders führen zum Fluss, wo sie abrupt enden.

Schließlich führen Pendergast seine Ermittlungen nicht nur zu einem riesigen und labyrinthischen Höhlensystem, sondern auch zu dem Mörder.

Meine Meinung:

Mit dem 4. Band der Pendergast-Reihe „Ritual – Höhle des Schreckens“ hat das Autorenduo Douglas Preston und Lincoln Child es wieder geschafft, einen brillanten, spannenden und schaurigen Thriller zu erschaffen, dessen Spannung nicht ein einziges Mal abbricht und somit bis zum letzten Wort fesselt. Wieder einmal geht es um einen höchst ungewöhnlichen und unheimlichen Fall, der einem ein Schauer über den Rücken laufen lässt.

Special Agent Pendergast hat wie immer seine eigenen unkonventionellen Methoden einen Mordfall zu lösen, wodurch er sich nicht gerade beliebt macht und somit auf zu überwindende Probleme stößt. Noch mehr als in den anderen Teilen besticht Pendergast mit seinem ganzen Charme, seiner einzigartigen, unverwechselbaren, ruhigen und logischen Art, was zu einigen sehr amüsanten und erheiternden Szenen führt. Denn der kühle und charmante Südstaaten-Gentleman mit seinem teuren schwarzen Anzug fällt neben den etwas beschränkten Bewohnern in der verschlafenen Kleinstadt auf wie „ein bunter Hund“, somit zum Top-Thema Nummer 1 der Woche wird.

Die Charaktere sind allesamt gut gelungen, lebensnah und fügen sich wunderbar in das Geschehen und die Landschaft ein. Einzigartig und überraschend ist auch die achtzehnjährige Corrie Swanson, die eine Außenseiterin in Medicine Creek ist, kein Blatt vor den Mund nimmt und von Pendergast ohne langes Überlegen zu seiner Assistentin ernannt wird. Zusammen bilden sie ein ziemlich ungleiches Paar, was die Geschichte zu einem unvergesslichen und großartigen Leseerlebnis macht.

Und auch ein Maisfeld als Tatort zu wählen ist eine faszinierende Idee. Wer schon einmal in einem Maisfeld gewesen ist, die langen Kolben weit über sich in den Himmel gereckt sah, der kann das mulmige Gefühl, die Angst nachvollziehen, nicht mehr hinaus zu finden – oder dort von einem Mörder gejagt zu werden.

Anfangs hat es mich leicht belustigt, was für Geräusche der Mörder bei seiner Jagd nach einem Opfer ausstößt, doch dann lief es mir eiskalt den Rücken herunter.

Je weiter sich die Geschichte hinzieht, umso mehr legt sie an Tempo zu und spannender wird sie, steigert sich zu einem katastrophalen, atemberaubenden und erschreckenden Höhepunkt in dem gigantischen Höhlensystem, dem Showdown, bei dem es richtig zur Sache geht, voller Action, und auf eine Begegnung mit dem Serienmörder hinführt. Doch die Lösung der Morde wird erst nach dem Showdown völlig geklärt. Das Buch „Ritual – Höhle des Schreckens“ ist eine Mischung aus Thriller, Action, Faszination und einen Schuss von Wissenschaft. Zwar gibt es noch Bände aus der Pendergast-Reihe, die vor „Ritual“ spielen, doch lässt sich der 4. Band auch völlig unabhängig von den vorherigen lesen, da die Handlung nicht unmittelbar aufeinander aufbaut.

Fazit:

Das Buch ist wirklich eines der besten Werke von dem Autorenduo Preston/Child. Zwar gibt es hier und da einige Ungereimtheiten, Unrealistisches, doch die Spannung zieht letztendlich in seinen Bann. Schon allein die Tatsache, dass der skurrile FBI-Agent Pendergast diesmal in einer Kleinstadt in Kansas zusammen mit einer Assistentin ermittelt, verleiht dieser Buchreihe eine besondere Neuerung, die neugierig und Spaß macht zu lesen.  Und damit definitiv zu empfehlen ist. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.