Rezension: „Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit“ von Veronica Roth

Inhalt:

Seit dem Simulationsangriff und dem Massaker hat sich die Situation in der Stadt noch mehr verschlechtert. Es gibt nur noch wenige Altruan, die Amite und Candor halten sich aus dem Konflikt heraus, die Ferox sind gespalten und die Ken versuchen mit allen Mitteln das Fraktionssystem zu bewahren und die Macht zu behalten. Immer noch sind die Ken auf der Suche nach den Unbestimmten, um an ihnen Tests durchzuführen, dadurch ein Serum zu erschaffen, wodurch die Ken auch sie steuern können.

Um den Frieden in der Stadt wieder herzustellen und die Ken zu besiegen, schließen sich Tris und Four – zusammen mit den Ferox, die nicht zu Verrätern geworden sind – den Fraktionslosen an. Allzu bald müssen sie aber herausfinden, dass dieser Kampf schwieriger werden wird, als sie gedacht haben, und ihre Verbündeten eigene Pläne haben. Doch dann wird ihnen die Lösung eines abgrundtief grausamen Geheimnisses offenbart – was alles ändern wird….

Meine Meinung:

Eine unterhaltsame Fortsetzung des 1. Teils „Die Bestimmung“ von Veronica Roth, der allerdings noch düsterer zu sein scheint als der vorherige Band – eine richtige „Untergangs-Stimmung“ erschafft – und ein stückchen mehr actionreiche und rasante Szenen bietet. Ich mochte bereits den 1. Band, weshalb ich unbedingt „Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit“ lesen wollte, der auch direkt an das Ende des Simulationsangriffs anschließt.

Die zwei Unbestimmten Tris und Four sowie einige andere Überlebende des Simulationsangriffs suchen Zuflucht bei den Fraktionen Amite und Candor. Dadurch wurde in dem Buch die Möglichkeit eingebunden, mehr über diese beiden Fraktionen zu erfahren. Diese wollen jedoch keine Partei ergreifen, sich nicht in den Konflikt einmischen, was nachvollziehbar auf ihre gesamte zurückhaltende Einstellung zurückzuführen ist. Die Menschen, welche sich einer Fraktion anschließen, übernehmen vollkommen deren Einstellung und Wertvorstellungen – bzw. waren sie schon immer so gewesen -, lassen daneben nichts anderes gelten, weil sie es auch nicht anders können. Davon heben sich aber die Unbestimmten ab – sie lassen sich nicht einfach in irgendeine Kategorie zwingen, leben nicht nur nach einem bestimmten Muster. Um jedoch weiteres Morden zu verhindern und den Frieden in der Stadt wieder herzustellen, müssen die Ken besiegt werden. Da die Ferox, die nicht zu Verrätern geworden sind, zu wenige sind, schließen sie sich mit den Fraktionslosen zusammen, um gegen die Ken zu kämpfen. Währenddessen arbeiten die Ken an einem neuen Serum, welches diesmal auch die Unbestimmten unter ihre Kontrolle bringen soll, damit sie nächstes Mal die gesamte Bevölkerung kontrollieren können und es keine unerfreulichen Schwierigkeiten gibt.

Die Geschichte nimmt einige aufregende, unerwartete und oft schwerwiegende Wendungen, sowohl bezüglich der Charaktere, um die man richtig bangt, als auch der Handlung an sich, sodass man gespannt darauf ist, wie es weitergeht. Die Charaktere haben sich auf jeden Fall weiterentwickelt. Tris ist zwar immer noch eine mutige Ferox, doch wird sie von grausamen Schuldgefühlen und Trauer um ihre Eltern geplagt, sodass sie sich nach dem Tod sehnt. Durch diese neue Einstellung bringt sie sich ziemlich oft in Gefahr und in recht ausweglose Situationen. Zwischen ihr und Four kommt es in diesem Band zwar nicht selten zum Streit, dafür wirkt ihre Liebesgeschichte umfangreicher, diese zieht allerdings den Fokus nicht unnötig viel auf sich.

Neben Tris, aus deren Sicht die Handlung in der Ich-Erzählperspektive wieder erzählt wird, und Four trifft man hier aber auch auf andere wohlbekannte Charaktere aus dem 1. Band, was mit zum Spannungsaufbau beiträgt.

Der lebhafte Schreibstil, der auf langatmige Beschreibungen verzichtet, ist wie beim ersten Band, flüssig und gut zu lesen, was noch durch die kürzeren Kapitel begünstigt wird.

In „Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit“ wurde von Veronica Roth eine recht unheilvolle Atmosphäre erschaffen, was mir gefallen hat. Obwohl man schon weit vorher merkt, dass das Buch auf etwas noch viel größeres und schrecklicheres abzielt, ist das Ende doch überraschend. „Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit“ ist ein interessanter Science-Fiction, der aber auch einige Längen aufweist, wodurch ich nicht permament von der Story gefesselt wurde. Aber definitiv unterhaltsam – und macht Vorfreude auf den 3. Band.

Fazit:

Rasanter und beklemmender Zukunftsroman, der dem Leser den Zusammenbruch einer auf absoluter Kontrolle basierenden Gesellschaft bildhaft und spannend erzählt wird. Eine spannende Fortsetzung des 1. Bandes.

Vielen Dank an den cbt Verlag (Random House Verlagsgruppe) für das Rezensionsexemplar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.