Rezension: „Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne“ von Christopher Paolini

Infinitum - Die Ewigkeit der Sterne
  • Handlung
  • Spannung
  • Action
  • Schreibstil
  • Atmosphäre
2.5

Information

Titel: Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne
Autor: Christopher Paolini
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 15. September 2020
Seiten: 960
Erzählort: Adrasteia, Weltraum
Erzähldatum: Zukunft
Erzählperspektive:  Personaler Erzähler
Genre: Science-Fiction
Originaltitel: To sleep in a sea of stars
Reihe: ???
ISBN: 978-3-426-22736-7

Inhalt vom Verlag:

Neue Welten zu untersuchen ist alles, wovon die junge Forscherin Kira Navarez jemals geträumt hat. Doch ein harmloser Auftrag auf einem fernen Planeten lässt Kiras Traum zum größten Albtraum der Menschheit werden:
Bei der abschließenden Untersuchung des Planeten, der in Kürze kolonialisiert werden soll, stürzt Kira in eine Felsspalte – und entdeckt etwas, das kein menschliches Auge zuvor erblickt hat. Es wird sie vollständig und für immer verwandeln.
Kira ist allein. Wir sind es nicht. Und wir müssen einen Weg finden, um zu überleben.

Meine Meinung:

Für mich klang dieser Klappentext so unglaublich gut und ließ meine Hoffnung auf ein aufregendes und geheimnisvolles Science-Fiction-Epos wachsen, zumal „Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne“ von Christopher Paolini auch wirklich gute Kritiken erhalten hat. „Infinitum“ ist das erste Buch, welches ich von Christopher Paolini, der durch seine Eragon-Reihe bekannt geworden ist, gelesen habe. Und leider konnte mich der Roman mehr enttäuschen als unterhalten, sodass ich „Infinitum“ schweren Herzens auf Seite 309 abgebrochen habe. Deshalb werde ich auch hier nur den von mir gelesenen Teil bewerten.

 

Ein unbekannter Organismus

In „Infinitum“ entsendet die Menschheit Wissenschaftlerteams zu anderen Planeten, um diese zu erforschen, damit später die Kolonialisierung beginnen kann. Denn die Kolonisten sollen nicht auf irgendwelche schlimmen Überraschungen treffen. Eines dieser Forscherteams befindet sich auf dem Planeten Adrasteia. Kurz vor dem Abschluss ihrer Forschungsmission und ihrem Aufbruch entdeckt eine Sonde eine organische Lebensform auf dem Planeten. Kira, die Exobiologin des Teams, wird dorthin geschickt, um herauszufinden, was die Daten der Sonde zu bedeuten haben. Doch kaum hat sie den betreffenden Ort erreicht, stürzt sie in einen Raum, der so aussieht, als wäre er nicht natürlich entstanden. Dort findet sie eine dunkle Substanz, die sie scheinbar droht zu ersticken und fast ihren gesamten Körper überzieht, wodurch sie letztendlich bewusstlos wird. Als sie auf der Krankenstation wieder erwacht, ist ihr Leben für immer verändert, denn die Substanz umschließt ihren Körper wie ein fester Anzug, der sich nicht entfernen lässt. Und dieser Anzug reagiert auf ihre Gefühle, handelt dementsprechend…..und kann auch töten. Aber Kira ist nicht die einzige Infizierte. Auch ihre Kollegin, die sie gerettet hat, hat mit etwas zu kämpfen. Nach einem tragischen Zwischenfall ist Kira die einzige Überlebende und wird wegen des Anzugs vom Militär festgehalten und erforscht. Doch als sie von unbekannten und feindlichen Lebewesen plötzlich angegriffen werden, dauert es nicht mehr lange bis zu einem intergalaktischen Krieg.

 

„Der orangefarbene Gasgigant Zeus hing tief über dem Horizont und schimmerte vor dunklem Grund. Ringsum funkelte ein Sternenfeld im schwarzen All. Unter dem lidlosen Blick des Riesen dehnte sich ein graues Ödland mit verstreutem Gestein.“

(S. 17, „Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne“ von Christopher Paolini)

 

Positives und Negatives

„Infinitum“ ist ein wirklich richtig dicker Wälzer mit über 900 Seiten und die Aufmachung des Buches ist einfach wunderschön. Vorne und hinten gibt es Erklärungen und Zeichnungen, wobei Letzteres auch hin und wieder im Buch vorkommt. Ein absolut gewaltiges Werk.

Was den Einstieg betrifft, so fand ich schnell in die Geschichte. Mir hat der Anfang sogar richtig gut gefallen. Die Handlung baut sich langsam auf und wird dann immer mysteriöser bis hin zu schaurig, als Kira in den Raum stürzt und dort die dunkle Substanz findet, die beginnt, ihren Körper zu überziehen. Meine Neugierde war geweckt. Denn was könnte es mit dieser Substanz auf sich haben? Was würde auf dieser gewaltigen Anzahl an Seiten noch passieren? Auch die Vorkommnisse später mit ihrem Team und die Handlungen des Militärs machten das Buch immer mehr zu einer Kombination aus Science-Fiction und Thriller, was mein Herz schneller schlagen ließ. Ich habe mich so auf eine einzigartige, faszinierende und actionreiche Geschichte erfreut. Und letztendlich war die darauffolgende Enttäuschung umso schmerzvoller. Ab dem Angriff auf das Militärraumschiff wurde es für mich immer mühsamer der Story zu folgen. Denn die Angreifer sind u. a. Lebewesen mit langen Tentakeln, Tintenfischen sehr ähnlich, die plötzlich Krieg gegen die Menschheit führen. Sie werden Jellys genannt – und zu ihnen gehören nicht nur die „Tintenfische“, sondern noch weit mehr Lebewesen mit anderen Formen. Irgendwie hatte ich hier mal mit etwas Anderem gerechnet, mit einer besseren Lösung als Aliens, die wie Tintenfische aussehen und dann noch Jellys genannt werden.

Auch wenn meine Motivation dadurch stark gedämpft wurde, führten zum Abbruch des Buches noch weitere Punkte, allem voran die ausbleibende Spannung und das „Unendlich-in-die-Länge-ziehen“ von Szenen und ganz besonders Beschreibungen. Christopher Paolinis Schreibstil ist definitiv flüssig, somit eigentlich leicht zu folgen. Aber es wird alles so unglaublich detailliert beschrieben, immer wieder wird umfangreich ausgeholt und jede Begebenheit zieht sich unerträglich in die Länge. Und obwohl der Ausbau so umfangreich ist, erlangt die Story leider keine Tiefe. Das hat das Verstehen der relativ schwierigen technischen Begriffe schwieriger und das Lesen dadurch noch um einiges anstrengender gemacht.

Normalerweise liebe ich einen riesigen und gut durchdachten Weltenbau. Aber auch hier war das alles einfach zu viel, weil es nicht mitreißend genug beschrieben wurde und dadurch keine Spannung aufkommen ließ. Das betrifft ebenso die Charaktere, die gleichförmig und farblos erscheinen. Ich fand zu diesen einfach keinen Draht. Keiner von ihnen konnte meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen und mein Herz zum Schlagen bringen.

Ich hätte gerne gewusst, was es mit Kiras Anzug und dem Raum auf dem Planeten schlussendlich auf sich hat. Denn, wie bereits geschrieben, mochte ich den Anfang sehr, weil dieser schaurig und geheimnisvoll gewesen ist. Doch um das zu erfahren, hätte ich mich noch durch mehrere hundert Seiten kämpfen müssen – und dafür war ich nicht stark genug, weil mich an der Geschichte einfach nichts mehr interessieren konnte, ich nicht mehr mit der nötigen Aufmerksamkeit lesen konnte und die Story für mich zu mühselig geworden ist. Wirklich schade, da ich mich so auf „Infinitum“ gefreut hatte.

Fazit:

Schweren Herzens habe ich „Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne“ von Christopher Paolini ab Seite 309 abgebrochen. Obwohl der Anfang wirklich gut gewesen ist, entwickelte sich die Geschichte für mich leider immer mehr zu einer Enttäuschung, da weder die Handlung, noch die Charaktere oder sonst etwas meine Aufmerksamkeit fesseln und die Spannung steigern konnte. Eigentlich breche ich Bücher nicht so schnell ab, hier war ich für die vielen hundert Seiten, die wahrscheinlich so monoton weitergehen würden, nicht stark genug. Wirklich bedauerlich.

 

Das Buch habe ich freundlicherweise von dem Knaur Verlag als Rezensionsexemplar erhalten.

Weitere Rezensionen bei:

Claudi von Love Books and Pearls

2 Gedanken zu „Rezension: „Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne“ von Christopher Paolini

  1. Hallo Kristin,
    mir ging es wie dir. Den Anfang fand ich fantastisch, aber Seite für Seite hat auch meine Begeisterung abgenommen 🙁 Ich habe mich bis zum Ende durchgebissen, aber letztendlich war es leider nicht mein Fall.
    Liebe Grüße Claudi

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