Rezension: „Nevernight – Das Spiel“ von Jay Kristoff, (2. Band)

Nevernight - Das Spiel
  • Handlung
  • Spannung
  • Atmosphäre
  • Action
  • Schreibstil
4.5

Information

Titel: Nevernight – Das Spiel
Autor: Jay Kristoff
Verlag: Fischer Tor
Erscheinungsdatum: 25. April 2018
Seiten: 704
Erzählort: Gottesgrab und andere Gegenden
Erzähldatum: ca. 8 Monate nach dem ersten Band
Erzählperspektive:  Auktorialer und personaler Erzähler
Genre: Fantasy
Originaltitel: Godsgrave
Nevernight – Reihe: 2. Band
ISBN: 978-3-596-29759-7

Inhalt:

„Bald schon wird selbst der Himmel meinen Namen kennen.“ (S. 273 des eBooks)

Nach den blutigen Ereignissen konnte Mia einen Namen von der Liste für ihren Rachefeldzug streichen – doch zwei Männer, Konsul Scaeva und Großkardinal Duomo, die ihre Familie zerstört haben, sind noch am Leben. Und leider beide für sie unerreichbar. Mia bleibt nur noch ein Weg, ein riskanter Plan, um ihre lang ersehnte Rache zu verwirklichen: Sie muss die Rote Kirche hinter sich lassen und zur Gladiatorin werden, um an den wichtigsten Spielen in Gottesgrab teilnehmen zu können und somit die Chance zu bekommen in die Nähe der beiden Menschen zu gelangen, die sie am meisten hasst. Doch als Mia sich in diese Sklaverei begibt, erkennt sie das ungerechte System der Republik – und dass sie schmerzliche Opfer bringen und skrupellos sein muss, um hier zu bestehen…

Meine Meinung:

Den zweiten Band „Nevernight – Das Spiel“ von Jay Kristoff musste ich unbedingt gleich im Anschluss an den ersten Band lesen. Nicht unbedingt deshalb, weil es einen nervenaufreibenden Cliffhanger am Ende des ersten Bandes gegeben hätte – denn das ist nicht der Fall gewesen -, sondern weil ich sehr gespannt darauf war, wie es mit Mia und ihrer Rache weitergeht. Im Großen und Ganzen finde ich, dass beide Bände die gleichen Stärken und Schwächen haben. Allerdings hat mir die Fortsetzung doch ein Stückchen besser gefallen, denn hier gibt es kontinuierlich immer mal richtige Spannungsschübe und regelrechte Schockmomente, während der Auftaktband mich erst so ab den letzten 100-150 Seiten ganz wunderbar packen konnte.

 

Ein riskanter Plan…

„Hinter ihr lag nichts als Blut und ein Berg voller Verrat. Vor ihr lagen der Sand des Venatus und die Rache.“

 

(S. 72 des eBooks „Nevernight – Das Spiel“ von Jay Kristoff, Fischer Tor)

 

„Nevernight – Das Spiel“ setzt ca. acht Monate nach den blutigen Ereignisse des Auftaktbandes ein und zeigt anfangs zwei parallel laufende Handlungen, die durch einige Wochen voneinander getrennt spielen. Die eine Handlung spielt sozusagen in der Vergangenheit, ist durchgängig kursiv geschrieben, was leider beim Lesen ziemlich anstrengend ist, und handelt davon, wie Mia allmählich ein schockierendes Geheimnis lüftet, und die andere Handlung spielt in der Gegenwart einige Wochen danach, als Mia sich in die Sklaverei begibt und zur Gladiatorin ausgebildet wird. Man erhält hier ein Puzzlestück nach dem anderen und findet allmählich heraus, warum Mia so handelt, wie sie es gerade tut. Denn dahinter steckt ein neuer Plan, um ihre Rache zu verwirklichen.

 

Würde Mia alles für ihre Rache tun?

 

„Besiege deine Angst“, flüsterte sie, „und du kannst die ganze Welt besiegen.“

(S. 477 des eBooks „Nevernight – Das Spiel“ von Jay Kristoff, Fischer Tor)

 

In der Fortsetzung gerät Mia immer wieder in schwierige Situationen, in denen sie sich zwischen der Rache und einer anderen Tat, die vielleicht jemanden das Leben retten könnte, entscheiden muss. Sollte sie sich von ihren Gefühlen leiten lassen oder eiskalt den Plan durchziehen? Denn nun, da sie in der Sklaverei lebt, muss sie erkennen, dass die gesamte Republik auf Ungerechtigkeit aufgebaut ist, auf der brutalsten und schrecklichsten Ausbeutung von Menschen. Und zum ersten Mal hinterfragt sie das System. Es hängt sehr viel von Mias Entscheidungen ab, damit ihr riskanter Plan funktioniert. Genau das hat diese Geschichte für mich immer spannender gemacht. Im Grunde genommen ist Mia eine Assassinin, darauf ausgebildet jemanden kaltblütig zu töten ohne den Grund zu wissen, aber dennoch konnte sie sich ein gutes Herz bewahren. Doch hier scheint Mia durch ihre Rache durchtrieben und grausam geworden zu sein, nur darauf bedacht ihre Ziele zu erreichen. Und ich fragte mich: Würde sie wirklich alles für ihre lang ersehnte Rache tun? Durch den auktorialen Erzähler kann man schlecht Mias gesamte Gedanken erkennen, wodurch es definitiv zu einigen richtig guten Überraschungen kommt.

 

„[…] Mia Corvere und Irrsinn gehören zusammen wie Rauch und Zigarillos.“

 

(S. 497 des eBooks „Nevernight – Das Spiel“ von Jay Kristoff, Fischer Tor)

 

Jay Kristoff beweist auch in diesem Band wieder einmal, dass nicht alles so ist, wie es vielleicht scheint. Umso mehr konnten mich die heftigen und dramatischen Wendungen treffen, wodurch ich einige atemlose Schockmomente durchleben konnte. Nervenaufreibende Situationen werden nochmal ein Stück mitreißender, indem ein weiteres schockierendes Geheimnis gelüftet wird. Doch mit jedem gelösten Rätsel kommt gleichzeitig eine neue Frage dazu, die ich unbedingt beantwortet haben wollte. Es gibt imposante und bildgewaltige Ereignisse, so zum Beispiel die epischen Gladiatorenkämpfe, wodurch ich mich direkt in die Handlung versetzt fühlen konnte und wobei ich jedes Mal erstaunt gewesen bin über die mechanischen Ideen, welche die Kämpfe in der Arena spektakulärer, interessanter und atemberaubender machten. Insgesamt ist „Nevernight – Das Spiel“ noch ein Stückchen blutrünstiger und actionreicher als der Auftaktband. Und auch hier sind einige Szenen leider hin und wieder etwas zu sehr in die Länge gezogen. Was mich zu Jay Kristoffs Schreibstil führt: Dieser hat sich nicht verändert, ist noch genauso schwungvoll, direkt, hart und heftig mit einem Stückchen Humor wie die Story und die Charaktere selbst. Auch hier gibt es leider wieder einige bestimmte Szenen, die für meinen Geschmack viel zu detailreich beschrieben werden und dann auch ziemlich widerlich wirken.

Ich habe mich sehr auf ein Wiedersehen mit der sarkastischen Schattenkatze Herr Freundlich und der ehrfurchtsvollen Schattenwölfin Eclipse gefreut! Die Streitigkeiten und der verbale Schlagabtausch zwischen den beiden ist einfach herrlich und wunderbar amüsant. Ich mag die beiden Schattenwesen total gerne! Was die anderen Charaktere betrifft: Es gibt ein Wiedersehen mit bekannten Charakteren, aber es kommen auch noch neue hinzu. Wobei noch zu erwähnen ist, dass ich Mia immer mehr mag – sie ist eine tiefgründige Protagonistin, mit der ich sehr gut mitfiebern kann.

Die Fußnoten – ein Thema, welches mich im ersten Band ärgern konnte. Im zweiten Band sah ich dem gelassener entgegen und habe die eine oder andere Fußnote gelesen…so lange diese nicht zu lang gewesen ist. ^^

Nach einem monumentalen und dramatischen Showdown endet „Nevernight – Das Spiel“ diesmal mit einem heftigen Cliffhanger und einem Kopf voller unbeantworteter Fragen und Vermutungen.

Fazit:

Wirklich großartige Fortsetzung! Es gibt hier zwar die gleichen Stärken und Schwächen wie im Auftaktband, doch insgesamt ist die Fortsetzung ein Stückchen bildgewaltiger und mitreißender. Ich bin schon ganz gespannt, was im letzten Band passieren wird. Und wie das alles für die Charaktere enden wird.

 

 

Weitere Rezensionen bei:

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Chronologische Reihenfolge der „Nevernight-Trilogie“:

  1.  Nevernight – Die Prüfung
  2.  Nevernight – Das Spiel
  3.  Nevernight – Die Rache

 

Ein Gedanke zu „Rezension: „Nevernight – Das Spiel“ von Jay Kristoff, (2. Band)

  1. Huhu!
    Jetzt komme ich doch endlich mal dazu deine Rezension zu lesen und sie gefällt mir sehr gut und konnte mich direkt wieder in die Geschichte versetzen. 🙂
    Ich danke dir für die Verlinkung und werde das auch schnell bei mir noch machen.
    Einen schönen Abend noch!
    Liebe Grüße
    Diana

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