Rezension: „Nevernight – Die Rache“ von Jay Kristoff, (3. Band)

Nevernight - Die Rache
  • Handlung
  • Spannung
  • Schreibstil
  • Atmosphäre
  • Action
5

Information

Titel: Nevernight – Die Rache
Autor: Jay Kristoff
Verlag: Fischer Tor
Erscheinungsdatum: 29. Januar 2020
Seiten: 784
Erzählort: Gottesgrab, Wüste und weitere Gegenden
Erzähldatum: direkt nach dem 2. Band
Erzählperspektive:  Auktorialer und personaler Erzähler
Genre: Fantasy
Originaltitel: Dark Dawn
Nevernight – Reihe: 3. Band
ISBN: 978-3-596-70358-6

Inhalt:

„Wenn überall Blut ist, ist Blut das Einzige.“ (S. 195 des eBooks)

Mia ist so kurz davor gewesen ihre Rache endlich zu verwirklichen, doch Konsul Julius Scaeva hat durch eine List überlebt. Und nun ist seine Macht über die itreyanische Republik beinahe vollkommen. Jetzt suchen die gesamten Soldaten der Republik und die Assassinen der Roten Kirche nach Mia, der Gewinnerin des Venatus Magnus, der ehemaligen Klinge der Roten Kirche. Noch dazu ist ihr alter Mentor Mercurio entführt worden, den sie retten muss, und ein neuer Weg muss gefunden werden, um Scaeva zu besiegen. Doch wenn das nicht schon genug wäre: Ein Schicksal lastet schwer auf ihren Schultern, denn nun muss sie auch noch das Gleichgewicht zwischen Tag und Nacht wieder herstellen. Und das alles bis Wahrdunkel, wenn das Dunkel über die Welt fällt…

Meine Meinung:

Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich immer noch ganz zittrig und überwältigt von dieser Geschichte – und verstört, dass die Nevernight-Trilogie schon zu Ende ist. Ich war so wahnsinnig gespannt darauf, wie diese Geschichte für Mia und die anderen Charaktere ausgehen wird. Vom dritten und letzten Band einer Reihe erwarte ich irgendwie noch ein Stückchen mehr als von einem Auftaktband – und hier wurden meine Erwartungen übertroffen. „Nevernight – Die Rache“ von Jay Kristoff, das dramatische, monumentale und bildgewaltige Finale einer spannenden Trilogie, welches mich emotional herrlich erschüttern konnte und die Vorstellungskraft bezüglich actionreicher Szenen, tragischen Wendungen und einem so genialen und heftigen Schreibstil einfach sprengt. Mias letztes Abenteuer, ihr letzter großer Kampf ist ein absolut krönender Abschluss dieser Fantasy-Reihe, welche sich in meine Gedanken gebrannt hat.

 

Ein Mädchen, das eine Geschichte zu erzählen hat

 

„Ich bin eine Tochter des Dunkels zwischen den Sternen […]. Ich bin der Gedanke, der die Arschlöcher dieser Welt in der Nimmernacht wachliegen lässt. Ich bin die Rache jeder verwaisten Tochter, jeder ermordeten Mutter, jedes unehelichen Sohns. […] Ich bin der Krieg, den du nicht gewinnen kannst.“

 

(S. 323 des eBooks „Nevernight – Die Rache“ von Jay Kristoff, Fischer Tor Verlag)

 

Der dritte Band knüpft sofort an die Ereignisse aus dem zweiten Band an. Mias Plan ist zur Hälfte schiefgelaufen: Scaeva ist noch am Leben, noch dazu hat er es geschafft, sich die gesamte Macht der Republik zu verschaffen. Nun sind die Assassinen der Roten Kirche, die ihren alten Mentor Mercurio in der Roten Kirche gefangen halten, und die Soldaten der itreyanischen Republik hinter ihr her. Noch dazu muss Mia eine grausame Wahrheit erkennen und sich einen neuen Plan überlegen, um ihre Rache zu verwirklichen. Doch das ist immer noch nicht alles: Mia wurde dazu auserwählt, das Gleichgewicht der Welt wiederherzustellen – was ihr bis Wahrdunkel, wenn das sich das Dunkel über die Welt legt, gelingen muss. Mit anderen Worten: Auf Mia und ihre Begleiter warten wieder allerhand Probleme, welche diese Geschichte zu einem großartigen Leserlebnis machen, keine Langeweile aufkommen lässt und die Spannung in die Höhe schraubt.

 

Bildgewaltig, actionreich, spektakulär, einfallsreich

und leider auch wieder dieselben Kritikpunkte

 

„Ich weiß, wer Mia Corvere ist […]. Sie ist furchtlos. Handelt ohne Rücksicht auf Verluste. Und wenn es eines gibt, was ich über deine kleine Krähe gelernt habe, dann das: Es gibt nichts, was dieses Mädchen nicht für ihre Familia täte. Nichts.“

 

(S. 40 des eBooks „Nevernight – Die Rache“ von Jay Kristoff, Fischer Tor Verlag)

 

In „Nevernight – Die Rache“ gelangt der Leser nicht nur zurück an bekannte Orte wie Gottesgrab, Letzte Hoffnung und die Rote Kirche in der Wüste von Ashkah, sondern diesmal ist erstaunlicherweise auch die Piratenstadt Amai dabei. Es gibt ein erfreuliches Wiedersehen mit bekannten Charakteren (ich werde hier nicht spoilern!!!) und es kommen noch einige neue Charaktere hinzu. Wie schon im letzten Band, so habe ich mich diesmal auch riesig wieder auf die Schattenkatze Herr Freundlich, der alles hinterfragt, und die Schattenwölfin Eclipse, die vieles akzeptiert, gefreut. Und u. a. auch auf Mia, obwohl ich für sie keine hundertprozentige Begeisterung hege. Sie ist eine tolle Protagonistin, mutig, willensstark, würde für ihre Familie und Freunde alles tun. Ja, sie ist eine Mörderin und würde ohne mit der Wimper zu zucken morden, und ja, alles, was sie sich erhofft, fällt in Stücke – aber dennoch ist sie nicht gefühllos geworden, konnte sich ein gutes Herz bewahren.

 

„Manchmal will die Vergangenheit einfach nicht ruhen. Manchmal muss man sie mit Gewalt zum Schweigen bringen.“

 

(S. 94 des eBooks „Nevernight – Die Rache“ von Jay Kristoff, Fischer Tor Verlag)

 

Anfangs hat sich die Geschichte recht gezogen, doch dann wurde es einfach immer besser. Allerdings gibt es auch später wieder einige starke Längen, die ermüdend sind. Ich muss gestehen, dass ich mit den vielen derben Ausdrucksweisen besser zurechtgekommen bin und diese sogar begann zu mögen – bzw. zu akzeptieren. Ich verbinde sie mit dieser erinnerungswürdigen Geschichte mit ihren legendären Charakteren. Alles passt wunderbar zusammen. Was ich aber immer noch schrecklich finde und was bereits im 1. und 2. Band vorgekommen ist, das sind diese wirklich zu detailreich, umfangreich, hin und wieder vorkommenden und ordinären Sexszenen. Diese habe ich tatsächlich nur noch übersprungen – so viel muss man sich wirklich nicht antun.

Der erste Band hatte mich gut unterhalten können, wobei der Showdown einfach genial gewesen ist. Der zweite Band hat mir insgesamt schon richtig gut gefallen. Aber der dritte Band gefällt mir tatsächlich am besten. Es gibt hier Momente, da hielt ich die Luft an vor Spannung. Konnte geschockt und erschüttert werden. Aber auch Momente, in denen mir wirklich die Tränen kamen. Ich liebe die nervenaufreibenden und coolen Wendungen, die dramatischen Höhepunkte, die mich immer wieder in atemlose Spannung versetzen konnten. Ich mag die Magie, die Dunkelheit, die Schatten, die Mia kontrollieren kann und wie sie ihre Fähigkeit immer weiter ausbaut. Ich mag den Zusammenhalt zwischen den Charakteren, ihre starken Gefühle und dass sie alles geben, um irgendwie die Welt wieder in Ordnung zu bringen. Ich bin erstaunt über die actionreichen und einfallsreichen Geschehnisse, über die Welt mit ihrer Religion und den drei Sonnen, den Sandkraken und der Legende, die sich um alles rankt. Und ich bin begeistert von Jay Kristoffs bildgewaltigen und unglaublich phänomenalen Schreibstil und was er sich für einen Erzähler für die Nevernight-Trilogie ausgedacht hat. Denn, verehrte Freunde, ihr werdet es nicht glauben, aber hier wird das Rätsel gelöst – und es ist so unheimlich gut.

Der Abschlussband bietet wirklich von allem eine Menge, aber hin und wieder war es auch recht anstrengend, einfach zu viel. Nach einem großartigen Showdown klingt die Geschichte dann leider viel zu schnell ab. Was das Ende betrifft, würde ich sagen, dass es zu der gesamten Geschichte an sich passt. Ich hätte hier gerne noch ein paar mehr Seiten gehabt, weil es so ziemlich abgehackt wirkt. Nun ja. Am Ende dachte ich jedenfalls nur noch: Wie kann das schon vorbei sein?! Ich werde diese Reihe vermissen.

Fazit:

Ein Abschlussband, wie ich ihn mir gewünscht habe! Dramatisch, actionreich, nervenaufreibend – manchmal aber leider zu viel davon. Ein Band, der im Vergleich zu den anderen Bänden nochmal einiges an Spannung und Story zugenommen hat und alles zu einem absolut heftigen Ende führt. Insagesamt eine wirklich gute Trilogie.

 

Vielen Dank an den Fischer Tor Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

Weitere Rezensionen bei:

Lese Welle

Nenaties Bücherwelt

 

Chronologische Reihenfolge der „Nevernight-Trilogie“:

  1.  Nevernight – Die Prüfung
  2.  Nevernight – Das Spiel
  3.  Nevernight – Die Rache

 

2 Gedanken zu „Rezension: „Nevernight – Die Rache“ von Jay Kristoff, (3. Band)

  1. Hach, ich liebe diese Reihe und ich liebe diesen Abschlussband. 😀
    Ich kann deiner Rezension nichts hinzufügen und danke dir für die Verlinkung. <3
    Werde dich auch gleich mal bei mir verlinken.
    Liebe Grüße
    Diana

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