Rezension: „Dornenthron“ von Boris Koch, (1. Band)

Dornen Thron
  • Handlung
  • Atmosphäre
  • Spannung
  • Schreibstil
4.5

Information

Titel: Dornenthron
Autor: Boris Koch
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 1. April 2020
Seiten: 432
Erzählort: Königreich Lathien
Erzähldatum: —————
Erzählperspektive:  Personaler Erzähler
Genre: Fantasy
Originaltitel: Dornenthron
Dornenthron – Reihe: 1. Band
ISBN: 978-3-426-52494-7

Inhalt:

Ein Märchen besagt, dass vor vielen Jahrhunderten ein mächtiges Kaiserreich aus 13 Königreichen existierte. 13 Hexen versetzten die prunkvolle und berühmte Kaiserstadt Ycena in einen ewigen Schlaf und isolierte sie durch eine undurchdringliche Dornenhecke für immer von der Außenwelt. Das gesamte Reich brach auseinander und Ycena wurde zu einer von Hexerei verseuchten Ruinenstadt, in dessen Überresten albtraumhafte Kreaturen wohnen. Und im alten Palast soll noch die Kaisertochter schlafen. Derjenige, der sie rettet, wird die 13 Königreiche wieder vereinen und Kaiser werden.

600 Jahre später ist das Königreich Lathien, welches einst zum Kaiserreich gehörte, nicht mehr wiederzuerkennen: Während das Land von gnadenloser Dürre und einem grausamen und unerbittlichen König beherrscht wird, ziehen Räuberbanden umher, Kinder werden wie Sklaven verkauft, das Volk hungert und sehnt sich nach Freiheit. So auch Ukalion, der illegitime Sohn des Königs. Um den König, der ihm sein Leben zerstörte, zu stürzen und endlich Rache nehmen zu könne, begibt er sich nach Ycena. Doch seinen Plan umzusetzen wird schwieriger als gedacht.

Meine Meinung:

Bereits Cover und Klappentext des Fantasy-Romans „Dornenthron“ von Boris Koch schrien für mich förmlich danach, dass ich es unbedingt lesen muss. Ich liebe Märchen und Legenden – eine finstere Neuinterpretation von Dornröschen hat somit sofort meine Neugierde wecken können! Und mit einem ziemlich schaurigen und richtig tollen Prolog beginnt dieses Werk, welches der Auftaktband einer Dilogie ist.

Es war einmal…

„Als die brennende Fackel auf den Boden des Schachts prallte, landete sie zwischen dürren Zweigen und faustgroßen Steinen.“

(S. 9 „Dornenthron“ von Boris Koch, Knaur Verlag)

„Dornenthron“ spielt in einer Welt, die ungefähr der Antike oder Mittelalter nachempfunden ist. Die Story teilt sich auf in verschiedene Handlungen, die aus unterschiedlichen Perspektiven im Form des personalen Erzählers erzählt wird. Da gibt es z. B. Ukalion, den illegitimen Sohn des Königs Tiban, der als Müller in einem Dorf lebt und dem der König eines Tages das gesamte Leben auf unglaublich grausame Weise zerstört. Ukalion verliert alles und wird nur noch von dem Wunsch nach Rache angetrieben. Seine einzige Möglichkeit sieht er darin, sich nach Ycena, der ehemals prunkvollen Kaiserstadt des untergegangenen Kaiserreichs, zu begeben und die schlafende Kaisertochter zu wecken, um Kaiser zu werden. Denn vor vielen Jahrhunderten versetzten 13 Hexen Ycena in einen ewigen Schlaf und isolierten es mit einer undurchdringlichen und tödlichen Dornenhecke von der Außenwelt. Derjenige, wer die Kaisertochter rettet, wird der neue Kaiser werden. Doch ist das alte Märchen wirklich wahr? In einer weiteren Handlung geht es um die ehemalige Duftfinderin Tyra, deren Sohn von einem mysteriösen Gaukler entführt wurde, der wahrscheinlich ein Hexer ist. Tyra folgt den Spuren des Entführers, wobei sie auch einige Hilfe bekommt. Dann gibt es noch die Geschwister Perle und Ion, die in den Wilden Wald flüchten und dort eine interessante und zugleich gruselige Begegnung haben. Den Hofnarren Arlac am Hof des Königs – und auch Anthia, die Schwester eines Räubers, und der Bibliothekar Inrico haben sich ein Ziel in den Kopf gesetzt. Aus jedem Blickwinkel erfährt man mehr darüber, wie grausam und unerbittlich der König über das Königreich Lathien herrscht. Und jeder von ihnen hat einen Grund, diese tyrannische Herrschaft beenden zu wollen.

Atmosphärisches und düsteres Märchen

„Sie ist verflucht, überall lauern Ungeheuer und Überreste der alten Hexerei. Die ganze Stadt ist von Hexerei verseucht und wird von albtraumhaften Kreaturen geplagt.“

(S. 107 „Dornenthron“ von Boris Koch, Knaur Verlag)

Was mir an diesem Buch so richtig gut gefallen hat, ist definitiv der Schreibstil, der deutlich vom Stil her an Märchen erinnert, und die finstere und geheimnisvolle Atmosphäre. Ich mag die Beschreibungen der von Hitze und Ungeheuern heimgesuchten Ruinenstadt Ycena und der gefährlichen Dornenhecke und das Ziel, das sich die Charaktere setzen: nämlich einen tyrannischen König zu stürzen, indem sie einem Märchen nachgehen. Ebenso ist die Magie interessant, da sie einen ganz speziellen Preis von demjenigen fordert, der die Magie wirken möchte. Ich fand es auch großartig, dass durch die Story nicht nur das Märchen Dornröschen neuinterpretiert, sondern auch mit anderen Märchen sehr fantasievoll und spannend kombiniert wurde und auch diese in ein schaurigeres Licht rückte, wodurch ein komplexes und düsteres Werk entstanden ist. Es ist auch sehr beeindruckend, wie der Autor die einzelnen Handlungen miteinander verwebt, wo doch am Anfang und noch viel weiter ein Zusammenhang für mich gar nicht zu erkennen war und mich somit immer wieder überraschen konnte. Hier gibt es auch so viele Momente, die wirklich gruselig, manchmal richtig schaurig wirken und mich vor Spannung die Luft anhalten ließen. Der Roman fokussiert sich – wie bereits erwähnt – auf eine atmosphärische und finstere Handlung mit einem schönen Schreibstil und einem gemäßigten Tempo, sodass man hier nicht mit sonderlich actionreichen Wendungen rechnen kann. Und – was für mich immer ein Highlight in Büchern ist – es gibt eine Karte, wodurch ich immer nachvollziehen konnte, wo sich die einzelnen Charaktere gerade befinden.

Die Charaktere hätten allerdings mehr Leben gebraucht, sie kamen mir relativ blass vor und konnten nicht ganz mein Herz erreichen, obwohl ihre Abenteuer auf jeden Fall sehr spannend sind. Vom Anfang bis kurz vor dem Ende der Geschichte wird alles schön und detailreich beschrieben, manchmal wird es auch recht langatmig, um sich dann wieder zu verbessern. Am Ende jedoch kam mir alles sehr abrupt, abgehackt und bruchstückhaft vor – da hätte ich mir mehr Seiten und mehr von der anfänglichen Ausführlichkeit gewünscht.

Insgesamt hat mir „Dornenthron“ wirklich Spaß gemacht zu lesen, da ich sehr gut in diese fantasievolle Welt abtauchen konnte und gerne mit den Charakteren den finsteren Geheimnissen nachgegangen bin. Ich freue mich schon sehr auf Fortsetzung!

Fazit:

Atmosphärische und finstere Neuinterpretation des Märchens Dornröschen mit vielen Geheimnissen, gruseligen Momenten, einem den Märchen nachempfundenen Schreibstil und auch kombiniert mit weiteren bekannten Märchen. Mir hat die Story wirklich gut gefallen!

 

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

Weitere Rezensionen zu „Dornenthron“ bei:

Bellaswonderworld

Das Bambusblatt

Außerdem…

„Dornenthron“ von Boris Koch habe ich zusammen mit Judith vom Blog „Das Bambusblatt“ gelesen. Für mich war es der erste Partnerread – und es hat sehr viel Spaß gemacht, da man sich so direkt über das Buch austauschen kann. ^^

2 Gedanken zu „Rezension: „Dornenthron“ von Boris Koch, (1. Band)

  1. Liebe Kristin,

    eine tolle Rezension zu einem wunderbaren Fantasy-Roman.
    Vielen Dank fürs Verlinken! Ich habe dich auch gleich bei mir verlinkt 😉

    Herzliche Grüße
    Bella

    1. Liebe Bella,

      es freut mich, dass dir meine Rezension gefällt! 🙂 „Dornenthron“ ist wirklich ein schönes Buch. Danke dir auch für das Verlinken.

      Liebe Grüße
      Kristin

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