Rezension: „Constellation – In ferne Welten“ von Claudia Gray

Inhalt:

Während die Soldatin Noemi auf ihren Heimatplaneten Genesis zurückgekehrt ist und dort als Ausgestoßene behandelt wird, lebt Abel, der höchstentwickelste Androide, den es gibt, als Vagabund ein zum ersten Mal freies Leben und erkundet mit seinem Raumschiff Persephone die Galaxie. Beide denken nicht, sich jemals wiederzusehen.

Doch dann bricht eine von der Erde verursachte tödliche Seuche auf Genesis aus – der Krieg scheint verloren und Noemi bekommt den Auftrag, der Erde die Kapitulation zu überbringen. Als sie sich jedoch auf den Weg macht, wird sie von Abels Schöpfer Burton Mansfield entführt, der Abel eine Nachricht übersendet: Achtundvierzig Stunden hat Abel Zeit sich auszuliefern, ansonsten stirbt Noemi. Abel würde alles tun, um seine große Liebe Noemi zu retten, und reist Mansfield quer durch die Galaxie hinterher. Was Noemi und Abel dann herausfinden, könnte den Konflikt aller Welten im Planetenring verändern.

Meine Meinung:

Fieberhaft habe ich auf den zweiten Band der Constellation-Reihe von Claudia Gray gewartet – und konnte nun endlich erfahren, wie es weitergeht! Der erste Band „Constellation – Gegen alle Sterne“ war mein erstes Lesehighlight 2018. Der zweite Band „Constellation – In ferne Welten“ steht seinem Vorgänger in nichts nach und ist somit eine absolut gelungene Fortsetzung, die wiederum Vorfreude auf einen 3. Band macht!

Es sind ca. 5 Monate vergangen seit Noemi sich von dem hochentwickelten Androiden Abel verabschiedet und auf ihren Heimatplaneten Genesis zurückgekehrt ist. Schon vorher ist sie dort einsam gewesen, bei den anderen Menschen nicht beliebt. Nun wird sie als Ausgestoßene behandelt, weil sie das Leben einer Maschine nicht für die Sicherheit eines ganzen Planeten geopfert hat. Androiden werden sozusagen als „Gebrauchsgegenstand“ angesehen, die sich nicht über ihre Programmierung hinaus entwickeln können und deren Pflicht es ist, den Menschen zu dienen. Doch Abel ist für Noemi nicht einfach nur eine Maschine – er hat eine Seele, Gefühle wie jeder andere Mensch, ist über seine Programmierung hinausgewachsen, und er ist die einzige Person, die sie jemals verstanden hat. Er sollte in Freiheit leben, seine Entscheidungen selber treffen dürfen, ein Leben nach seinen Vorstellungen gestalten. Noemi jedoch musste nach Genesis zurückkehren, denn der Krieg zwischen ihrem Heimatplaneten und der Erde geht weiter, und um ihre Welt zu retten, würde sie ihr Leben geben.

Der nächste Angriff der Erde scheint Genesis‘ Niederlage zu bedeuten: Auf dem Planeten bricht eine qualvolle und tödliche Seuche aus, die innerhalb kurzer Zeit die Bevölkerung nach und nach auslöscht. Noemi bekommt den niederschmetternden Auftrag, der Erde die Kapitulation zu überbringen. Doch soweit kommt es nicht, da sie von Abels Schöpfer Burton Mansfield, vor dem Abel ständig auf der Flucht ist, entführt wird. Mansfield stellt Abel vor ein Ultimatum: Wenn Abel sich innerhalb von achtundvierzig Stunden nicht ausliefert, wird Noemi sterben. Doch seine Auslieferung würde seinen Tod bedeuten. Abel verfolgt seinen Schöpfer bis in eine andere Galaxie, um seine große Liebe Noemi endlich wiederzusehen und zu retten – egal, was es kostet.

Bei ihrer ersten Begegnung versuchten sie, einander zu töten. Jetzt würden sie füreinander sterben.“

(Zitat aus „Constellation – In ferne Welten“ von Claudia Gray, S. 80, cbj Verlag)

Claudia Gray verwebt die Geschehnisse aus dem ersten Band mit neuen überraschenden Ideen weiter zu einer spannenden, spektakulären und fulminanten Geschichte, die genauso mitreißend ist wie „Gegen alle Sterne“ und einen darauf hoffen lässt, dass Noemi und Abel wieder zusammen kommen. Die Handlung ist außerordentlich action- und temporeich, denn die Ereignisse passieren Schlag auf Schlag. Nicht nur, dass Genesis wahrscheinlich nicht mehr zu retten ist und sich ein intergalaktischer Krieg anbahnt, sondern Noemi und Abel stehen auch vor einer beinahe aussichtslosen Situation, aus der sie sich nur gemeinsam befreien können, wobei noch hinzu kommt, dass Burton Mansfield und seine Tochter Gillian einen ganz neuen Plan haben, der das Leben der Menschheit verändern könnte.

Auch der zweite Band ist wieder voller Momente, die mich atemlos in Spannung versetzen konnten. Hierbei kommt jedoch noch dazu, dass Gray mit den Ereignissen auf dem neuentdeckten Planeten Haven geschafft hat, gruselige Elemente in die Story einzubauen. Ihr Schreibstil ist genauso bildhaft und fesselnd wie zuvor, manchmal auch mit amüsanten Dialogen oder Szenen – und erzählt wird wieder abwechselnd aus der Sicht von Noemi und Abel in der personalen Erzählweise. Was mich wieder besonders beeindruckt hat, ist, wie Gray die Geschichte geschickt immer mehr ausbaut und spektakulärer macht, die Gedanken eines Androiden darstellt und die einzelnen Charaktere weiterentwickelt. Sie zeigt deutlich, dass die Reise durch den Planetenring die beiden Protagonisten Noemi und Abel, die mir wieder ausgezeichnet gefallen haben, verändert hat. Ihre sehr bewegende und dramatische Liebesgeschichte ist noch stärker und mitreißender geworden, dass man mit ihnen absolut mitfiebert. Auch ein Wiedersehen mit vielen anderen Charakteren aus „Gegen alle Sterne“ wurde erfreulicherweise nicht ausgelassen.

Und zum Schluss wartet ein vollkommen imposanter Showdown mit einem Cliffhanger, der mich fassungslos machte. Mir hat „Constellation – In ferne Welten“ ausgezeichnet gefallen – und jetzt warte ich wieder fieberhaft auf einen 3. Band!

Fazit:

Der zweite Band der Constellation-Reihe steht dem ersten Band in nichts nach – und konnte mich wieder begeistern! Die Autorin Claudia Gray versteht es einen mitreißenden, spektakulären und besonderen Science-Fiction zu schreiben mit außergewöhnlichen Charakteren – und dabei die Vorfreude auf eine Fortsetzung zu schüren. Ich kann diese Buchreihe absolut empfehlen!

Vielen Dank an den cbj Verlag (Random House Verlagsgruppe) für das Rezensionsexemplar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.