Rezension: „Ash Princess“ von Laura Sebastian

  • Handlung
  • Atmosphäre
  • Spannung
  • Schreibstil
  • Action
4

Information

Titel: Ash Princess
Autor: Laura Sebastian
Verlag: cbj (Random House)
Erscheinungsdatum: 24. September 2018
Seiten: 512
Erzählort: Astrea
Erzähldatum: —–
Erzählperspektive: Ich-Erzähler
Genre: Fantasy
Englischer Originaltitel: Ash Princess
Ash Princess-Reihe: 1. Band
ISBN: 9783570165225

Inhalt:

Theo ist erst sechs Jahre alt gewesen, als die Insel Astrea von den Kalovaxianern eingenommen und ihre Mutter, die Königin, vor ihren Augen ermordet worden ist. Brutal hat der Kaiser ihr die Familie, Zuhause, Sprache und Namen genommen, und sie in die Rolle der Ascheprinzessin gezwungen – ein Zeichen der Herabsetzung und Niederlage ihres Volkes, welche nun als Sklaven leben. Wie eine Gefangene lebt sie im Palast auf Astrea – ihrem ehemaligen Zuhause -, ständig bewacht, Demütigungen und Spott ausgesetzt, immer in Furcht lebend, zu viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und dadurch bestraft zu werden. Doch die Hoffnung, irgendwann wieder in Freiheit zu leben, lässt sie durchhalten.

Zehn Jahre später wird sie vom Kaiser zu einer unfassbar grausamen Tat gezwungen. Theo wird klar, dass sie endlich handeln und ebenso skrupellos sein muss, um ihr Land zu retten und ihre Freiheit zurück zu erlangen. In ihren Plan schließt sie den Prinzen Soren ein, den sie gegen den Kaiser verwenden will. Doch dass sie für Soren Gefühle entwickelt, stellt sie vor eine schwierige Entscheidung…

Meine Meinung:

Ash Princess“ von Laura Sebastian beginnt zehn Jahre nach der Eroberung von Astrea durch die Kalovaxianer und setzt an dem Zeitpunkt ein, an dem Theo dazu gezwungen wird einen Mord zu begehen und dadurch einsieht, dass sie handeln muss, um endlich den Horror der letzten zehn Jahre Unterdrückung zu beenden und ihrem Volk die Freiheit zurück zu erkämpfen.

Laura Sebastian hat einen leichten und angenehmen Schreibstil, durch den man sich alles sehr gut vorstellen kann. Mit „Ash Princess“ hat sie eine Story mit einer ziemlich albtraumhaft grausamen und sehr brutalen Welt erschaffen, die mich oftmals schockieren und verblüffen konnte – besonders im Hinblick auf Theos Leben, aus deren Sicht man die Geschichte in der Ich-Erzählweise erfährt, und den Zuständen in den Mienen, aber auch Hoas zusammengenähte Lippen – bei den Erzählungen lief mir tatsächlich ein Schauer über den Rücken. So müssen die Astreaner in den Mienen bis zum Wahnsinn oder Tod arbeiten, um die wertvollen Magiesteine, welche seinem Träger jeweils eine andere Kraft verleihen, aus dem Fels zu hauen. Die Kalovaxianer wollen das Land bis zum letzten ausbeuten.

Theos Mutter ist zehn Jahre zuvor vor ihren Augen ermordet worden. Danach ist Theo so lange vom kalovaxianischen Kaiser bestraft worden, bis sie alles tat, was man von ihr verlangte, damit sie nicht wieder bestraft wird: sie hat ihre Sprache nicht mehr gesprochen, den Namen angenommen, den man ihr gegeben hat, und blieb gehorsam. Trotzdem muss sie jedes Mal leiden, wenn die Rebellen gegen den Kaiser vorgehen. Keiner ihrer Schritte bleibt unbewacht. Man hat sie am leben gelassen und demütigt sie ständig, als Zeichen für die Niederlage ihres Volkes. Ihre Hoffnung, irgendwann befreit zu werden, bleibt vergeblich – bis sie zehn Jahre später dazu gezwungen wird, einen Mord zu begehen, und sich plötzlich drei astreanische Rebellen an sie wenden. Gemeinsam schmieden sie einen Plan, ihr Land zurück zu erobern. Doch dafür muss Theo alles hinter sich lassen und jede Möglichkeit ergreifen, die sich bietet. Und nicht jedem, der ihr Freund zu sein scheint, kann sie wirklich trauen.

Die Letzte, die mich bei meinem wahren Namen nannte, war meine Mutter – mit ihrem letzten Atemzug.“

(Zitat aus „Ash Princess“ von Laura Sebastian, S. 8, cbj Verlag)

Die Kapitel haben alle einen eigenen Titel. Was ich gut finde, ist, dass sich Prolog und Epilog ähneln, aber eine Entwicklung der Geschehnisse und der Protagonistin widerspiegeln.

Die Welt von „Ash Princess“ hat ziemlich viel Ähnlichkeit mit der Antike, sowohl von den Beschreibungen der Gebäude als auch von der Kleidung, und erinnert bezüglich der gesamten Aufmachung stark an griechische Dramen wie Antigone, Elektra oder Iphigenie auf Tauris – nur hier halt in Fantasyform. Und das u.a. macht dieses Buch auch interessant und verleiht allem eine geheimnisvolle und düstere Atmosphäre.

Das Cover, das ein wahrer Blickfang ist, passt wirklich gut zu der Geschichte. Theo muss auf öffentlichen Anlässen immer eine Aschekrone tragen, die hier auf dem Cover zu sehen ist.

Was ich schade fand, ist, dass ich zu den Charakteren nicht hundertprozentig eine Bindung aufbauen konnte, da sie nicht genug Tiefe erreichen, eher blass erscheinen. Außerdem stört es mich, dass die Autorin hier eine Dreiecks-Liebesgeschichte entworfen hat. So hat Theo die gleichen starken Gefühle zu dem Prinzen Soren wie zu dem Rebellen Blaise, kann sich zwischen beiden nicht entscheiden. Die Story selbst ist zwar definitiv spannend und gut umgesetzt, aber nicht ganz so mitreißend, wie ich gehofft hatte.

Aber „Ash Princess“ konnte mich insgesamt gut unterhalten und mich auf eine Fortsetzung hoffen lassen, denn ich bin neugierig, wie sich die Handlung und die Charaktere weiterentwickeln werden. 

Fazit:

Ash Princess“ von Laura Sebastian ist eine interessante, recht schauerliche und brutale Fantasy-Geschichte voller Grausamkeit, Intrigen und überraschenden Momenten. Auch wenn mir die Charaktere etwas zu blass erscheinen und die Handlung nicht so mitreißend, wie erwartet, wollte ich doch unbedingt wissen, wie sich die Story weiterentwickelt. Ich konnte auf jeden Fall gut unterhalten werden und bin gespannt auf die Fortsetzung.

Vielen Dank an den cbj Verlag (Random House Verlagsgruppe) für das Rezensionsexemplar!

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