Rezension: „Lodernde Schwingen“ von Leigh Bardugo, (3. Band)

  • Handlung
  • Spannung
  • Atmosphäre
  • Action
  • Schreibstil
5

Information

Titel: Lodernde Schwingen
Autor: Leigh Bardugo
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2019 (im Schuber)
Seiten: 432
Erzählort: Ravka, Fjerda
Erzähldatum: gleich nach „Eisige Wellen“
Erzählperspektive: Ich-Erzähler
Genre: Fantasy
Originaltitel: Ruin and Rising
Grisha-Trilogie: 3. Band
ISBN: 978-3-426-52446-6

Inhalt:

„Ich werde alles vernichten, was du kennst und liebst, bis du nirgendwo mehr Schutz findest – außer bei mir.“ (S. 327)

Nach dem Angriff des Dunklen auf die Hauptstadt, ist es ihm gelungen, die Herrschaft über Ravka zu ergreifen, während Alina, geschwächt vom letzten Kampf, sich tief unter der Erde verstecken muss. Doch die Abgeschiedenheit von der Sonne verhindert es, dass sie ihre Magie nutzen kann. Die Armee der Grisha ist zerschlagen und die wenigen Verbündeten, die sie als Sonnenkriegerin anbeten, sind nicht genug für einen Kampf gegen den mächtigen Dunklen. So gering die Chancen auch sind, setzt Alina jedoch ihre größte Hoffnung darauf, den verschollenen Prinzen zu finden und den legendären Feuervogel aufzuspüren. Denn mit der magischen Kraft des Feuervogels könnte sie ihre Magie so weit steigern, um gegen den Dunklen siegen zu können. Zusammen mit Mal und einigen anderen begibt sich Alina auf eine hoffnungslose und gefährliche Suche.

Meine Meinung:

„Lodernde Schwingen“ von Leigh Bardugo ist das fulminante Finale der epischen, bildgewaltigen und phänomenalen Grisha-Trilogie! Und übertrifft den 1. und 2. Band nochmal um ein großes Stück. Mir haben zwar alle Bände gefallen, doch „Lodernde Schwingen“ ist die Story der Reihe, die noch dramatischer, emotionaler und actionreicher ist. Die Charaktere haben nun alles verloren. Alles, was sie versucht haben, ist irgendwie schlecht ausgegangen. Ihre Chancen im Kampf gegen den Dunklen sind stark gesunken. Und ihnen bleibt nur noch eine einzige Möglichkeit – nämlich etwas zu tun, was entweder nicht funktioniert oder sie alle vernichten könnte. Ein richtig heftiger und genialer Abschluss der Trilogie!

Eine letzte Hoffnung

„Ich werde die Schattenflur durchqueren, Alina, und dann werde ich West-Ravka zeigen, wozu ich imstande bin, selbst ohne Sonnenkriegerin. Und nachdem ich Lantsovs einzigen Verbündeten ausgelöscht habe, werde ich dich hetzen wie ein Tier. Du wirst kein Schlupfloch mehr finden. Du wirst keine Ruhe mehr haben.“

(S. 208 „Lodernde Schwingen“ von Leigh Bardugo, Knaur)

Gleich nach den Geschehnissen aus „Eisige Wellen“ setzt „Lodernde Schwingen“ an. Alina, Mal und die anderen mussten vor dem Dunklen fliehen und verstecken sich tief unter der Erde bei Menschen, die Alina als Sonnenkriegerin anbeten. Dort versucht sie sich vom letzten Kampf zu erholen, doch abgeschnitten vom Sonnenlicht kann sie ihre Magie nicht wirken. Ihnen läuft die Zeit davon: Die Armee der Grisha ist zerschlagen worden, Alinas Verbündete sind zu gering und auf der Oberfläche gehen die Kämpfe weiter – eine Rebellion gegen den Dunklen, schwach, aber noch standhaft. Um das Blatt zu wenden, bleibt ihnen nur noch ein kleiner Hoffnungsschimmer: Den verschollenen Prinzen zu finden, um weitere Verbündete zu erhalten, und einen legendären Feuervogel aufzuspüren, der vielleicht gar nicht existiert oder gefunden werden kann. Dessen Macht vielleicht im Kampf gegen den Dunklen nicht funktioniert oder sogar alles vernichten könnte. So gering die Chancen auch stehen, begeben sich Alina und die anderen auf eine hoffnungslose, abenteuerliche und gefährliche Suche durch Ravka, während die Zukunft im Ungewissen liegt.

Dramatisch und spannend

„Ich wollte meinen Schmerz in Wut verwandeln und diese bis vor die Tür des Dunklen tragen.“

(S. 266 „Lodernde Schwingen“ von Leigh Bardugo, Knaur)

Wie oben bereits erwähnt, ist „Lodernde Schwingen“ sehr dramatisch, emotional und bildgewaltig. Die Charaktere haben Opfer bringen, Verluste ertragen und Trauer überwinden müssen. Sie haben gekämpft, geblutet, sind verzweifelt und gemeinsam durch immer weitere Gefahren gegangen, haben einen Schmerz und eine Niederlage nach der anderen erleiden müssen – doch sie haben nicht aufgegeben, so aussichtslos alles schien, haben sie dennoch weiter gemacht. Aber in „Lodernde Schwingen“ kommen sie an einen Punkt an, an dem scheinbar nichts mehr möglich ist. Und gemeinsam und zum letzten Mal versuchen sie ein hoffnungsloses Unterfangen – ihre letzte Chance.

Diese Charaktere konnten mein Herz im Sturm erobern! Die nörgelnde und eiskalte Zoya, die misstrauische und kämpferische Tamar, der riesige und Verse rezitierende Tolya. Genya, die, trotz dem, was ihr angetan worden ist, ihren Mut nicht verliert. Alina, die durch die Ereignisse härter geworden ist. Mal, der, geplagt von Schuldgefühlen, zu einem loyalen Krieger wird. Nikolai, der weiterhin mit seinem Charme, Einfallsreichtum und Wortgewandtheit einfach ganz großartig glänzt und es schafft, die düstere Stimmung mit etwas Humor aufzulockern. Leigh Bardugo versteht es herrlich, ihre Charaktere lebendig werden zu lassen, ihnen Emotionen zu verleihen, die ich so gut nachvollziehen konnte. Ich habe mit ihnen gelitten, gebangt, aber auch gelacht. Auch die Charakterentwicklung ist wieder wunderbar. Da fällt der Abschied so unsagbar schwer!

„Willst du damit sagen, dass du als Volkra verkleidet aus einer Sahnetorte springen wirst?“

„Tja, jetzt hast du mir die Überraschung verdorben.“

(S. 138 „Lodernde Schwingen“ von Leigh Bardugo, Knaur)

Leigh Bardugos Schreibstil ist so wunderbar wie eh und je. Mir hat die abenteuerliche Reise durch Ravkas wilde und atemberaubende Landschaft gefallen, die düstere Stimmung und der tragische Showdown. Hier sind Rätsel gelöst worden, deren Auflösung mich sprachlos machen konnte. Das Ende fand ich wirklich richtig gut gelungen – passend als Abschluss für diese außergewöhnliche Trilogie. Doch damit nimmt zum Glück die Grisha-Welt kein Ende – denn es geht weiter. ^^ Ich konnte von der Story, dem Schreibstil, dieser Welt und den Charakteren nicht genug bekommen. Ich wollte die Grisha-Welt nicht verlassen, wollte nicht, dass die Geschichte endet, aber ich konnte mich nicht zurückhalten und musste einfach immer weiterlesen. Leider ist alles viel zu schnell zu Ende gegangen. Die Geschichte wird noch lange in meinen Gedanken nachhallen!

Fazit:

„Lodernde Schwingen“ ist der dramatische, actionreiche und fulminante Höhepunkt und Abschluss der Grisha-Trilogie. Mir hat der 3. Band tatsächlich am besten gefallen, weil alles – Emotionen, Gefahren, Action, Handlung, Schreibstil, Atmosphäre – nochmal ein höheres Level erreicht und mich herrlich mitfiebern lassen konnte. Bildgewaltiges Fantasyepos! Zwar nimmt die Trilogie hiermit ein Ende, doch die Geschichten der Grisha-Welt gehen weiter!

 

Weitere Rezensionen:

Nicoles Bücherwelt (gesamte Grisha-Trilogie)

Nenaties Bücherwelt („Lodernde Schwingen“)

Chronologische Reihenfolge der Bände, die in der Grisha-Welt spielen:

  1. Goldene Flammen“ (1. Band Grisha-Trilogie)
  2. Eisige Wellen“ (2. Band Grisha-Trilogie)
  3. „Lodernde Schwingen“ (3. Band Grisha-Trilogie)
  4. Das Lied der Krähen“ (1. Band Krähen-Reihe)
  5. Das Gold der Krähen“ (2. Band Krähen-Reihe)
  6. King of Scars“ (1. Band Thron-aus-Gold-und-Asche-Reihe)

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